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Hubertus: zwischen Himmel und Erde oszillierend

Tourismus | Olang (I) | noa*
Hubertus: zwischen Himmel und Erde oszillierend

Das Hotel Hubertus liegt in Olang, am Fuße des bekannten Ski- und Wandergebiets Kronplatz im Pustertal auf einer Meereshöhe von ca. 1350 m. Der traditionsreiche Familienbetrieb wurde großzügig um- und ausgebaut: Es entsteht ein neuer Zimmertrakt mit 16 Suiten, eine neue Küche mit Restaurants und Stuben, ein Eingangsbereich mit Lobby, Rezeption und Weinkeller sowie ein Fitness- und Ruheraum mit Panorama-Terrassen. Der neue 25m lange Pool, als Findling zwischen Altem und Neuem gestrandet, unterstreicht die Essenz dieser umfassenden Sanierungs- und Erneuerungsarbeiten.

Durch die vereinheitlichte, rhythmisch alternierende Fassadengestaltung mit einheimischen Lärchen-Baumstämmen verbinden noa* beim Um- und Zubau des Hotels auf konsequente Weise „Altes und Neues“. Das homogene Erscheinungsbild, der natürlich gewachsenen Topographie des Geländes folgend, schafft die kompositorische Basis für die Inszenierung des neuen, weit auskragenden Pools, der zwischen bestehendem und neuem Zimmertrakt thront, zwischen Himmel und Erde oszilliert.

Besondere Herausforderung für den Entwurf des Hotels Hubertus war die optische Verknüpfung von Bestand und Neubau zur Wahrung eines schlüssigen Erscheinungsbildes. Die entrindeten Baumstämme, welche der bestehenden und der neuen Fassade vorgesetzt wurden, zielen genau darauf ab. Sie unterstützen gleichzeitig die Dynamik der geschwungenen Fassade, und dienen multifunktional als Schattenspender, Raumteiler, Regenschutz, Sichtschutz und statische Basis für Pool und Fassade.

Das neue Bauvolumen des Hotels orientiert sich in seiner Gestaltung topologisch am bereits bestehenden, bogenförmig geschwungenen Zimmertrakt. Der in den Grundrissen stark artikulierte Schwung des Zubaus folgt der bestehenden Geländetopographie und den Höhenlinien des bebauten Hanges.

Rhythmische Dynamik

Die fassadengliedernden Baumstämme sollen als schmale Doppelholzsäulen die gestalterische Rhythmik der Gebäudeschleife definieren.

Der neue Pool, der imposant zwischen den Zimmertrakten sitzend über das Tal blickt, wirkt mit seiner anthrazit-farbenen Steinfliesenverkleidung wie ein schwebender Felsbrocken, durch die umlaufend verschwindende Kante geht die Wasseroberfläche nahtlos in die umgebende Landschaft über, in der Endlosigkeit des Nichts verschwindend. Der Pool erinnert metaphorisch an einen Bergsee, eingebettet in die beeindruckende Bergwelt der umliegenden Kulisse des UNESCO-Weltkulturerbes, den Dolomiten.

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Die neuen Brüstungen ersetzen die alten aus Holz und werden als perforierte und pulverbeschichtete Metallgitter kurvenförmig befestigt. In erdfarbenen Tönen sind diese zugleich schließend aber auch durchlässig, sie öffnen den Panoramablick und schaffen gleichzeitig Privatsphäre. Der neue Fassadenanstrich legt sich sowohl über den gesamten Neubau als auch den Altbau, und prägt dadurch ein einheitliches Erscheinungsbild. In einem warmen, graubraunen Erdton, den Farbmischungen der direkten Umgebung folgend, wird die Volumetrie vereint.

Die Fassadengestaltung setzt sich auch beim neuen Eingangsbereich fort, der als Rundbau das Tageslicht optimal einfängt und so maximale Sonneneinstrahlung erhält. Topographische Kurven werden zur obersten Entwurfsprämisse erkoren, und setzen sich auch im Inneren des Gebäudes fort, wodurch die Schwellen zwischen Innen und Außen, Kalt und Warm, Vorher und Nachher… zu verschwinden scheinen.

Zwischen Himmel und Erde schwebend

Highlight des Anbaus zum Hotel Hubertus ist der neue Pool, der wie ein gelandeter Felsbrocken über dem neuen Zimmertrakt schwebt. Keine sichtbaren Grenzen und mit 5 m Breite, 25 m Länge und 1,30 m Tiefe ist das 17 m auskragende Schwimmbad als zentrales Unikat konzipiert. In einer Höhe von 12 Metern am äußersten Rand hat der Schwimmer das Gefühl, über dem Gelände zu schweben – schwerelos zwischen Himmel und Erde zu gleiten… Dieser Eindruck wird durch die Glasfront und ein verglastes Fenster im Boden des Pools nochmals verstärkt.

Besondere Aussichten

Auf der bestehenden Liegewiese im Kellergeschoss entsteht ein neuer kreisförmiger Ruheraum, der von außen vollständig angeböscht wird und sich so fließend in die bestehende Liegewiese einfügt. Die Gestaltung passt sich auch hier den Zimmertrakten und dem Zubau im Bereich des Haupteinganges an. Das Dach des Ruheraumes wird verglast und mit Holzträgern radial eingedeckt. Eine lockere Aufteilung der Stämme ermöglicht beste Aussicht durch das gläserne Dach.

Chalet-Charakter

Die neuen Zimmer im Zubau sind durch die großen Fassadenöffnungen sehr hell konzipiert, mit komplett verglaster Front und Ostbalkon. Ein modern interpretierter Kachelofen erzeugt im Raum Wohnzimmeratmosphäre, Raumteiler aus entrindeten Baumstämmen stellen wiederum eine Verbindung zum Außenraum und der Fassade her… schließlich greift die Balkonform durch einen leichten Schwung wiederum das Leitthema der fließenden Gesten auf, und zelebriert diese als ein Gebäude das durch den Umbau in einen besonders intensiven Dialog mit der Landschaft getreten ist, und diesen wiederkehrend intensiviert.


Typologie: Hotel
Ort: Olang (Italien)
Architektur: noa* network of architecture
Interior Design: noa* network of architecture
Fertigstellung: Mai 2016
Eingriff: Umbau und Erweiterung




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