Büro | Triodos Bank in Zeist | RAU Architekten

„Kathedrale“ aus Holz

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Das vollständig zerlegbare Bürogebäude der Triodos Bank ist eine Weltneuheit

Am Freitag, den 6. September, wurde das neue, vollständig nachhaltige und zirkuläre Bürogebäude der Triodos Bank offiziell an die Bank übergeben. RAU Architekten aus Amsterdam (Thomas Rau ist geb. Gummersbacher) und Ex Interiors haben im Auftrag der Triodos Bank und des Unternehmens EDGE eine vollständig zerlegbare „Kathedrale“ aus Holz entworfen, die auf zirkulärer und nachhaltiger Ebene weltweit einzigartig ist. Das Büro ist das erste große, zu 100 % aus Holz bestehende, zerlegbare Bürogebäude. Dieses Gebäude dient auch als erste temporäre Materialbank und der CO2-Fußabdruck ist minimal.  

Vom Landgut zum guten Land
Die Bank als neuer Gutsherr Bewohner – Das neue Bürogebäude der Triodos Bank befindet sich auf dem Anwesen De Reehorst in Zeist. De Reehorst gehört zum Umland von Zeist und Driebergen, bekannt als Stichtse Lustwarande, und ist ein wichtiges Bindeglied innerhalb der ökologischen Hauptstruktur. Im Jahr 2011 beschloss die Triodos Bank, ein neues Büro auf dem Landgut De Reehorst zu realisieren Nach den bisherigen renommierten (Haupt-)Niederlassungen aus den Jahren 1999 und 2006 entwarf RAU Architekten auch dieses neue Büro in Zusammenarbeit mit Ex Interiors. Ziel war es, in Zusammenarbeit mit dem Konstrukteur Aronsohn, den Beratern Deerns, DGMR, BBN, den Landschaftsarchitekten von Arcadis und dem Bauunternehmen J.P. van Eesteren und seinen Subunternehmern ein Gesamtkunstwerk zu realisieren. Indem dem Design ein maximales zirkuläres Potential verliehen wird, entsteht ein dynamisches Gleichgewicht zwischen Natur, Kultur und Wirtschaft. Die Einweihung des neuen Bürogebäudes der Triodos Bank gibt dem Anwesen einen neuen Impuls für das 21. Jahrhundert.

Die hölzerne „Kathedrale“
Die hölzerne „Kathedrale“ – Das Gebäude hat keine klare Vorder- oder Rückseite. Die naturfreundlichen Fußwege führen Passanten und Mitarbeiter zu den beiden Eingängen. Drinnen kommt die Transparenz des Gebäudes und die spezielle Holzkonstruktion besonders zu Geltung. Die komplett aus Glas bestehende Fassade erstreckt sich von Stockwerk zu Stockwerk und lässt das natürliche Tageslicht tief in das Gebäude eindringen. In jedem 3,60 m großen Fassadenraster kann ein etagenhohes Fenster geöffnet werden. Dadurch wird der Kontakt mit der umgebenden Landschaft verstärkt, ohne das Innenraumklima zu beeinträchtigen. Galerien schaffen eine visuelle Verbindung zwischen den unterschiedlichen Stockwerken. Die Wendeltreppen in den Galerien verbinden die Etagen miteinander und bilden kurze Übergänge, die die Nutzung der Treppe auf natürliche Weise anregen. Sowohl das Design als auch die Verwendung von Materialien und Farben innerhalb des Gebäudes sind durch die Landschaft inspiriert. Durch die nuancierte Farbwahl der Materialien heben sich die Holzbauteile optisch von dem Rest ab. Die Holzkonstruktion ist direkt sichtbar in Form von laminierten Sparren und Brettsperrholz (CLT, Cross Laminated Timber). Die Geschossdecken aus CLT werden teilweise durch die Holzsparren und die darüber liegenden Elemente der Klimadecke verdeckt. Das Erdgeschoss hat eine große Geschosshöhe, die an eine „Kathedrale“ erinnert, wenn man die Holzsparren betrachtet, die den hölzernen Kern umrahmen. Um die Transparenz der Arbeitsbereiche und die Verbindung zur Landschaft zu maximieren, wurden spezielle Arbeitsbereiche durch transparente Trennwände getrennt, die sehr hohe Lärmanforderungen erfüllen. Um zudem die visuelle Privatsphäre zu gewährleisten, wurden transparente Wände durch geschlossene Wände ersetzt. Diese wurden für eine optimale Akustik überwiegend mit einem Leinenmaterial versehen.

Form – Organ – Gestalt
Ein Gebäude, das Natur, Kultur und Wirtschaft in Einklang bringt – Als Inspiration für die Zusammensetzung und Form des fünfstöckigen Gebäudes (12.994 m²) dienten unter anderem die Natur, der Rhythmus der Landschaftsräume des umliegenden Anwesens und die Flugrouten der Fledermäuse. Die drei transparenten, einheitlichen Türme verlaufen von Süden nach Norden und sind im Erdgeschoss, im ersten und zweiten Stock wechselseitig miteinander verbunden. Diese Form ermöglicht allen Mitarbeitern täglich einen schönen Ausblick. Aufgrund seiner Form entstehen zwischen Waldrand und Gebäude drei neue „Landschaftsräume“, die eine Vielfalt an neuen Landschaftsqualitäten schaffen. Der von Ex Interiors entworfene Innenraum spiegelt die Schönheit der umliegenden Landschaft wider. Die Wahl organischer Formen, raffinierter Materialien und die vom Anwesen inspirierte nüchterne Farbgebung sorgen für eine natürliche Ruhe beim Betreten des Gebäudes und verstärken die Verschmelzung des Gebäudes mit der Umgebung. Das Holz, das sowohl in den Möbeln als auch in den Böden verwendet wurde, stammt hauptsächlich von dem Anwesen. Durch die Auswahl authentischer Materialien wurde dem Gebäude eine zusätzliche Dimension hinzugefügt, mit der ein integriertes Design geschaffen wurde, das die ruhige und gelassene Ausstrahlung des Gebäudes unterstreicht. 
Die Offenheit und Transparenz des Gebäudes vermitteln mit seinen unterschiedlichen Funktionen ein Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit. Ein Gebäude, in dem man sich gerne trifft, in dem sich das Zusammenspiel mit der Natur und spontane Begegnungen zwischen Mitarbeitern und Besuchern auf eine selbstverständliche Weise entfalten. Das Erdgeschoss ist der öffentliche Bereich. Im ersten Stock findet die Zusammenarbeit statt. Dort gibt es eine Vielzahl von Arbeitsplätzen, die auf ein internes Zusammentreffen der Mitarbeiter der Bank abzielt.  Die anderen Arbeitsplätze für die Mitarbeiter der Triodos Bank befinden sich in den drei Türmen mit einem atemberaubenden Blick auf die Landschaft.

Verwendung von Holz
Das erste große Bürogebäude aus Holz – Das gesamte Gebäude, sowohl der untere Teil als auch die Kerne und Türme bestehen aus aus einer einzigartigen Holzkonstruktion. Holzböden, Holzschächte und Holzsäulen bilden zusammen eine spektakuläre Konstruktion, die an eine „Kathedrale“ erinnert. Die Glasfassaden und die Konstruktion des Gebäudes sorgen dafür, dass das Tageslicht auf optimale Weise eindringen kann und schaffen einen atemberaubenden Blick auf das Anwesen, wodurch die Mitarbeiter nicht nur auf, sondern auch in dem Anwesen arbeiten. Im Gebäude wurden 1.615 m³ laminiertes Holz, über 1.008 m3 Brettsperrholz (CLT) und 5 original verarbeitete Baumstämme verarbeitet. Nur der Keller hat aufgrund des Wasserhaushalts noch eine Betonkonstruktion. Das Ergebnis ist ein Gebäude mit der bisher geringsten CO2-Bilanz.

Nachhaltigkeit optimiert Gegenwart
Wertvolles muss nicht teuer sein – Außer der Integration höchster Nachhaltigkeitsansprüche und dem BREEAM Outstanding Zertifikat ist das neue Büro auch ein energieeffizientes Gebäude, das den höchsten gesundheitlichen Anforderungen der verwendeten Materialien entspricht. So beträgt beispielsweise der Holzanteil in der Haupttragkonstruktion fast 100 % und wurden im Innenbereich nur natürliche Textilien verwendet. Klimainseln regulieren das Klima auf Mikroebene. Integrale Nachhaltigkeit bildet daher die Grundlage für diese sozial verantwortliche (Gebäude-)Entwicklung.

Zirkularität ermöglicht Zukunft
Ein Gebäude für die Zukunft – RAU architekten betrachtet ein zirkuläres Gebäude als temporäre Kombination aus Produkten, Komponenten und Materialien mit einer dokumentierten Identität. Die Herkunft und geplante Wiederverwendung aller Produkte, Komponenten und Materialien wurde sorgfältig dokumentiert, so dass sie in Zukunft problemlos wiederverwendet werden können. Es ist wichtig, bei der Planung der Gebäude so früh wie möglich auf mögliche Anpassungen aufgrund von Veränderungen der Bedürfnisse des Nutzers, Unterschieden in der Nutzungsdauer von Bauteilen oder äußeren Einflüssen wie sich ändernden Vorschriften oder dem Klimawandel zu reagieren. Das Bewusstsein bezüglich der dauerhaften Folgen der Zeitlichkeit ist daher charakteristisch für das Design. Es wurde ein Gebäude mit maximalem zirkulärem Potenzial realisiert: Zerlegbarkeit ohne Wertverlust. Das Gebäude wurde buchstäblich mit 165.312 Schrauben verschraubt. Das bedeutet, dass das zirkuläre Potential zu 100 % aktiviert werden kann, wenn das Gebäude jemals wieder auseinandergeschraubt wird, ohne Wertverlust von Materialien, Komponenten und Produkten.

Die Bank in einer Bank
Das erste Gebäude der Welt, das als Materialbank konzipiert wurde – Da die Materialwerte auch online über die Madaster-Plattform (das Kataster für Materialien) überwacht werden, ist das Gebäude nicht nur ein Materiallager, sondern auch eine Materialbank. Dadurch kann der Wert von Materialien in der zukünftigen Bilanz technisch liquidiert und/oder steuerlich aktiviert werden.

Zusammenarbeit
Das Designteam wurde von der Triodos Bank beauftragt. EDGE hat den gesamten Prozess begleitet. Bauunternehmer ist J.P. van Eesteren und Installateur ist Bosman Bedrijven. Arcadis und Copijn waren als Garten- und Landschaftsarchitekten und Baumspezialisten tätig. Am 25. November werden die Mitarbeiter der Triodos Bank in das Gebäude einziehen.

 



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