Knauf Gips KG | Unterflurversorgung | Calciumsulfat-Fließestrich

Mixmobil für ausgefeilte Logistik

Das Berliner Schloss wird derzeit als moderne Konstruktion mit teilweise historischen Fassaden wiederaufgebaut. Ende 2019 soll es als Ausstellungs- und Veranstaltungsort Humboldt Forum eröffnet werden. Foto: Knauf/Stephan Falk
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Calciumsulfat-Fließestrich für das Berliner Schloss

Das Schloss in Berlin wird mit historischen Fassaden, aber als moderne Konstruktion wiederaufgebaut. Systemböden gewährleisten eine zeitgemäße Unterflurversorgung der Innenräume. Den größten Flächenanteil nehmen Hohlböden mit einem Calciumsulfat-Fließestrich Knauf FE 80 Allegro ein. Beim Estrich kam es neben der Schnelligkeit und den erforderlichen hohen Festigkeiten vor allem auf eine über knapp 26.0000 m² stets gleichbleibende Qualität an.

Der Wiederaufbau des Berliner Schlosses biegt in die Schlussgerade zur geplanten Eröffnung Ende 2019 ein. Noch 2018 werden die ersten übergroßen Ausstellungsstücke wie komplette Südseehäuser oder buddhistische Höhlenmalereien durch extra dafür freigehaltene Öffnungen in das Gebäude eingebracht. Ein weiterer Meilenstein – ebenfalls noch in diesem Jahr – soll das bauliche Verschließen dieser Öffnungen und die Fertigstellung der Fassaden hinsichtlich Putz und Farbauftrag sein. Dann werden das in Berlin viel diskutierte Wiederaufbaukonzept und seine architektonische Umsetzung nach den Plänen des italienischen Architekten Prof. Franco Stella erstmals in der Realität zu erleben sein. Den Kern des Projekts mit beeindruckenden 630.000 m³ Bruttorauminhalt bildet eine vollständig neue Betonkonstruktion, die jedoch auf drei Außenseiten sowie im Schlüterhof historische Fassaden in handwerklichen Techniken erhält – während die Fassade nach Osten sowie einige Innenseiten zurückhaltend-moderne Ansichten zeigen werden.

Der Innenausbau folgt ebenfalls im Wesentlichen einer zeitgemäßen, sachlich-klaren Formensprache und Bauweise. Auch wenn es sich um den Wiederaufbau eines Gebäudes handelt, bestand die Besonderheit im Fußbodenbau also nicht in der Berücksichtigung historischer Gegebenheiten, sondern angesichts von rund 92.400 m² Bruttogeschossfläche vor allem in der Größe der Flächen, dem streng einzuhaltenden Terminplan sowie den teilweise sehr hohen zu berücksichtigenden Lasten.

Unterschiedliche Systemböden für flexible Nutzung
Die Räume im künftig als Ausstellungs- und Veranstaltungsort Humboldt Forum genutzten Berliner Schloss erhalten ihre haustechnische Versorgung und Installation überwiegend von unten, weil dadurch die Decke flexibel für künftige Ausstellungen genutzt werden kann und langfristig sogar für den eventuellen Wiedereinbau der ursprünglichen barocken Raumgestaltung frei bleibt. Die Unterflurversorgung wird je nach Raumsituation und Anforderungen mit Doppel- sowie Flächenhohlböden in lichten Höhen von 70 bis 500 mm ausgeführt – die Hohlböden dabei sowohl in trockener als auch in nasser Bauweise mit einem Calciumsulfat-Fließestrich als Nutzschicht. Den Auftrag für die verschiedenen Ausführungen übernahm die Apleona R&M Ausbau GmbH mit Hauptsitz in München.

Maßgebliches Planungs- und Auswahlkriterium für die jeweilige Konstruktion der Hohlböden waren der Schallschutz, für den jeweils Nachweise vorzulegen waren, sowie die Lastklasse nach DIN EN 13213, die – anders als bei den Flächenlasten des Estrichs – auf der Basis von Punktlasten klassifiziert wird. Da es sich im Humboldt Forum überwiegend um Ausstellungsräume und um Räume mit größeren Personenansammlungen handelt, wurde vor allem in den Lastklassen 5 (5 kN Nutzlast) und mit trockenen Flächenhohlböden auch in Lastklasse 6 (6 kN und mehr Nutzlast) gebaut.

Zu den trockenen Ausführungen gehörte beispielsweise auf rund 6.000 m² ein Knauf Integral Flächenhohlboden GIFAfloor FHBplus, der vor allem wegen des nachgewiesen hohen Schallschutzes zum Einsatz kam. Auf speziellen, im Raster von 600 x 600 mm aufgestellten Hohlbodenstützen werden dabei hochfeste GIFAfloor Gipsfaserelemente montiert und vollflächig miteinander verklebt. Die schlanken Stützen aus Stahl ermöglichen sehr hohe Installationsräume – abhängig von der Stütze bis 1190 mm – und sorgen mit ihrem freien Installationsquerschnitt von mehr als 95 Prozent für eine problemlose Verlegung aller Versorgungsleitungen. Im Humboldt Forum wurde in der Lastklasse 6 ein zweilagiger Aufbau mit 32+18 mm Gipsfaserplatten ausgeführt, der Nutzlasten bis 9 kN und durch seine trockene Bauweise eine sehr schnelle Ausführung mit wenig Sperrzeiten ermöglicht. Bereits nach 24 Stunden war der Boden voll belastbar.

Selbstnivellierender Estrich auf Hohlboden
Den deutlich größeren Flächenanteil im Humboldt Forum nahmen jedoch mit knapp 26.000 m² Flächenhohlböden in nasser Bauweise für die künftigen Ausstellungsbereiche ein. Die in diesem Fall geforderten 5 kN Nutzlast wird durch eine Unterkonstruktion aus mineralischen Platten erreicht, die im Raster von 600 x 600 mm auf Stahlstützen verlegt wurden. Die Platten wurden einlagig verlegt und erhielten als Nutzschicht einen Calciumsulfat-Fließestrich Knauf FE 80 Allegro in 35 mm Dicke, in einigen Bereichen mit Fußbodenheizungen auch mit 75 mm Dicke.

FE 80 Allegro ist als Calciumsulfat-Fließestrich CAF-C30-F6 mit seiner hohen Druck- und Biegezugfestigkeit speziell für den Objektbau und für Hohlböden im Innenbereich geeignet. Seine maschinelle Verarbeitung ermöglicht hohe Verlegeleistungen. Im Resultat entstehen selbstnivellierende, ebene Oberflächen, die sehr schwind- sowie spannungsarm sind und dadurch große fugenarme Estrichabschnitte erlauben. Auf der Schlossbaustelle konnte der Estrich außerdem die speziellen Untergrundanforderungen für die abschließend vorgesehene  mineralische Design-Beschichtung erfüllen, für die neben der Biegezugfestigkeit F6 auch bestimmte, von Knauf vor Ort geprüfte Haftzugfestigkeiten einzuhalten waren.

Die besonderen Herausforderungen bei der Verarbeitung im künftigen Humboldt Forum waren die Logistik und der enge Bauablaufplan, wie Andre Pietraszek erklärt, der als Bauleiter von Apleona R&M Ausbau die Baustelle verantwortet hat: „Die Höfe ließen sich wegen der Gerüste und der Arbeit der anderen Gewerke kaum befahren, sodass wir die Misch- und Fördertechnik für den Estrich auf der Außenseite des Schlosses aufstellen mussten. Das führte zu sehr großen Schlauchlängen von bis zu 200 m, die sich aber mit dem Mixmobil sicher fördern ließen.“ Dieses Mixmobil bietet Knauf für den flexiblen Einsatz auf der Baustelle an, wo es mit Misch- und Förderleistungen von bis zu 200 l/min für zügige Abläufe sorgt. Bis zu 1.300 m² Estrich konnte das Apleona-Team an einem Tag verlegen.

In Berlin wurde das Mixmobil direkt von den Silofahrzeugen aus beschickt, die nach einem zwischen dem Verarbeiter und der Knauf Logistik genau abgestimmten Zeitplan eintrafen. Damit entfiel der Platzbedarf für Standsilos und die Mischtechnik konnte sehr flexibel mit dem jeweiligen Baufortschritt entlang der ausgedehnten Schlossfassaden weiterrücken.

Werktrockenmörtel sichert konstante Qualität
Knauf FE 80 Allegro kam auf die Baustelle als fix und fertig gemischter Werktrockenmörtel, dem nur noch Wasser zugesetzt werden musste. „Wir haben uns für Knauf als Partner entschieden, weil wir einen Estrich brauchten, der auch unter ungünstigen Klimabedingungen ohne Risse und Sinterschicht trocknet“, beschreibt Andre Pietraszek. „Auf so einer weitläufigen Baustelle mit langen Raumfluchten lassen sich nicht immer und an jeder Stelle Idealbedingungen hinsichtlich Zugluft und Temperatur sicherstellen. Trotzdem konnten wir auf den großen Flächen eine hohe und vor allem immer gleichbleibende Qualität erreichen.“

Warum das auch auf knapp 26.000 m² funktioniert, erklärt Gerd Greger, Vertriebsleiter Boden-Systeme und Bindemittel Deutschland bei der Knauf Gips KG: „Durch das Mischen des Trockenmörtels unter idealen Werksbedingungen lässt sich nicht nur das Bindemittel sehr konstant und genau dosieren. Auch der Sand wird bei uns im Werk gütekontrolliert, getrocknet, gesiebt und in präzise vorgegebenen Fraktionen beigemischt. Denn die Sieblinie hat gerade bei Hochleistungsestrich wie dem  FE 80 Allegro wesentlichen Einfluss auf die Festigkeit. Auf diese Weise entsteht Werktrockenmörtel mit dauerhaft konstanter Zusammensetzung, der auch über viele Chargen hinweg eine gleichbleibend hohe Produkt- und Verarbeitungsqualität sicherstellt.“

Ein zusätzlicher Vorteil bei Werktrockenmörtel sind die vom Hersteller geprüften Festigkeitswerte,  die der Verarbeiter dadurch sehr sicher und einfach gegenüber dem Bauherrn für die nachfolgenden Gewerke und speziell den Fußbodenbelag nachweisen kann. Diese Bodenbeläge werden in Berlin ebenso vielfältig ausfallen wie die Raumnutzung im künftigen Ausstellungs- und Veranstaltungsort Humboldt Forum. Von Natursteinbelägen und mineralischen Beschichtungen ist bis zu textilem Belag und Parkett so gut wie alles vertreten.

Bautafel

Projekt:                     Wiederaufbau des Berliner Schlosses als Humboldt Forum

Bauherr:                   Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss

Architekt:                  Prof. Franco Stella, Vicenza, in Projektgemeinschaft mit Hilmer & Sattler, Albrecht Gesellschaft von Architekten mbH sowie gmp (von Gerkan, Marg & Partner)

Fußbodenbau:         Apleona R&M Ausbau München GmbH

Knauf-Kompetenzen

Fußboden:               Zweilagiger Knauf Integral Flächenhohlböden GIFAfloor FHBplus auf ca. 6.000 m², Calciumsulfat-Fließestrich Knauf FE 80 Allegro auf knapp 26.0000 m² Hohlboden



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