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DBFZ Technikum Deutsches Biomasseforschungszentrum von Schulz und Schulz

Forschung | Leipzig | Schulz und Schulz
DBFZ Technikum Deutsches Biomasseforschungszentrum

Das Deutsche Biomasseforschungszentrum ist ein wichtiger Baustein der Vorreiterrolle Deutschlands bei der Entwicklung und Nutzung erneuerbarer Energien. Mit dem neuen Technikum wird die bauliche Präsenz des DBFZ deutlich aufgewertet und der bislang provisorische Charakter überwunden. Der Neubau formuliert das „Tor zum DBFZ“ als selbstbewusste, repräsentative Adresse.

Die Präsenz des DBFZ entsteht aus der Setzung der Volumen für Forschung und Verwaltung, die an der Torgauer Straße einen öffentlichen Vorplatz als Institutsadresse aufspannen. Das hohe Bürogebäude bildet einen markanten Orientierungspunkt. Der Körper für die Forschungseinrichtungen schließt das Ensemble nach Norden hin ab. Beide Körper, für Technikum und Verwaltung, werden über ein erdgeschossiges Band aus Labor- und Seminarräumen zu einem Ensemble zusammengefasst. Das Tor im Band trennt öffentlichen Vorplatz und DBFZ-internen Hof.

Die räumliche Trennung von Technikum und Verwaltung reagiert auf die funktional-technischen Anforderungen der verschiedenen Typologien und ermöglicht die einfache Anpassungsfähigkeit an veränderte Prozesse und Arbeitsabläufe. Das Büro- und Seminargebäude ist öffentliche Adresse des Instituts und bietet den Rahmen für Administration, Forschung und Austausch. Basis bilden die öffentlichen Bereiche im EG, die in den OG’s durch flexible Bürostrukturen ergänzt werden. Labore und Technikum sind auf die experimentellen Prozesse der Forschungsarbeit ausgerichtet.

„Holz, soweit das Auge reicht“ ist das Motto des Projekts

Grundlage für Konstruktion und Fassade bildet ein nachhaltiger und innovativer Holzbau aus einheimischer Holzbewirtschaftung. Die tragenden Innen- und Außenwände der Obergeschosse werden in einer Holzständerbauweise, die Decken als Holz-Beton-Verbund-Konstruktionen hergestellt. Betonkerne, in denen die vertikale Erschließung verläuft, dienen zur Aussteifung der Gesamtkonstruktion. Das gewählte Konstruktionsprinzip der Holz-Beton-Verbundbauweise und die Fassadenbekleidung aus Holz weisen energetisch-ökologische Vorzüge auf:
– Ressourcenschonende Material- und Baustoffverwendung von Holz als nachwachsendem Rohstoff
– Steigerung von Raumbehaglichkeit und Arbeitsplatzqualität durch physiologisch positive Wahrnehmung von Holz
– Schnelle Gebäudeerrichtung durch hohen Vorfertigungsgrad der Holzbauteile
– Leicht rückbaubare und rezyklierbare Baustoffe

Architekturpreis des BDA Sachsen 2021

Das Gebäude wurde am 07.10.2021 mit dem Architekturpreis des BDA Sachsen 2021 prämiert. Die Jury begründet die Preisverleihung wie folgt:

„Eine typische Ausfallstraße mit zerfranstem städtebaulichem Kontext aus produzierendem Gewerbe, Tankstelle und Bordell – hier galt es zukunftsweisende Technologien zu verorten. Der Standort des neuen Biomasseforschungszentrums im Leipziger Osten bot keine unmittelbaren Orientierungspunkte für die stadtplanerische Einordnung. Auf diese Herausforderung findet der Entwurf jedoch eine ausgezeichnete Antwort: Das Bauvolumen unterteilt sich in einen vom Straßenraum zurückgesetzten und weit in das Grundstück greifenden Baukörper mit Forschungshallen und angeschlossenen Laboren sowie ein fünfgeschossiges Verwaltungs- und Seminargebäude, das sich an der vorderen Grundstückskante selbstbewusst in den heterogenen Stadtraum schiebt. Der Verwaltungsbau ist schon von weitem sichtbar und tritt als neue Markierung entlang der Straße in Erscheinung. Ein voluminöses Dach verbindet Verwaltung und Forschung und teilt das Grundstück ohne viel Aufwand in öffentlichen und privaten Bereich.

Entsprechend der Funktion des Gebäudes wurde eine nachhaltige Konstruktion angestrebt. Der vorgeschlagene Holzständerbau stellte hinsichtlich Geschosszahl und urbanem Kontext zum Zeitpunkt des Wettbewerbs ein Novum dar. Die weitere Detailierung der Fassade folgt diesem Anspruch ebenso: eine schwarz gestrichene Holzverschalung, die im Material der Gebäudenutzung Rechnung trägt, sich durch die kraftvolle Unfarbe jedoch der Öko-Assoziation entzieht und als abstrahierter Baukörper im Umfeld behauptet.

Im Innenraum wandelt sich der Ausdruck. Auch hier ist Holz ein wiederkehrendes Material, zeigt jedoch seine natürliche Farbe und Maserung. Von der Deckenverkleidung bis zur Wegeführung erzeugen sichtbare Holzoberflächen einen warmen Raumeindruck. Mit dem DBFZ-Neubau ist es gelungen, einen eigenständigen Stadtbaustein zu positionieren und das bisherige Provisorium durch eine gestalterisch wie konstruktiv repräsentative Adresse zu ersetzen.“


Standort: Torgauer Straße 116, D-04347 Leipzig
Bauherr: Bundesrepublik Deutschland, vertr. d. SIB, Niederlassung Leipzig I
Architekt: Schulz und Schulz Architekten GmbH, Prof. Ansgar Schulz, Dipl.-Ing. Architekt BDA DWB Prof. Benedikt Schulz, Dipl.-Ing. Architekt BDA DWB
Mitarbeiter: Evelin Wagler, Teresa Baumann, Bodo Roßberg, Marius Ellwanger, Felix Haunstein, Christopher Presia

Technische Gebäudeausrüstung: MLT Medien Licht Technik Ingenieure
Tragwerksplanung: Mathes Beratende Ingenieure
Baubeginn: 09/2016
Fertigstellung: 07/2020
Nutzfläche: 7.400 m²
Bruttogrundfläche: 15.000 m²
Bruttorauminhalt: 91.500 m³
Bauwerkskosten: 46,0 Mio. EUR



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