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Klimaholzhäuser in Nürtingen mit Lignotrend Brettsperrholz

Wohnen | Nürtingen | LIGNOTREND
Holz ist allem gewachsen

Wohnraum schaffen, nicht nur für sich selbst, sondern auch für ein paar Familien mehr, das nahmen sich zwei Brüder in Nürtingen-Reudern zum Ziel. Doch wie entwirft man ein Mehrfamilienhaus im geeigneten Maßstab, damit sich der Neubau harmonisch in die ländliche Umgebung einfügt und dabei doch großzügiges, designorientiertes Wohnen ermöglicht? Für Bernhard und Hansjörg Krämer war klar: Wir bauen zwei Klimaholzhäuser. Nicht nur weil sie aus einer Zimmerei stammen, in der das Bauen mit dem Naturmaterial seit Generationen perfektioniert wird, sondern weil Holz der Baustoff der Zukunft ist.

Mit den wohngesunden Häusern aus konfigurierbaren Brettsperrholz-Elementen des Herstellers Lignotrend für Wände, Decken und Dach setzen sie ein architektonisches Statement für den modernen Holzbau.

Mit Holz kommt die Natur ins Haus

Gründe, um mit Holz zu bauen, gibt es genug: Holz kann unter umweltfreundlichen Bedingungen im Ökosystem Wald produziert werden. Die Herstellung von Bauprodukten aus Holz erfordert weit weniger Energie als beispielsweise das Bauen mit Ziegel oder Beton und ist nahezu klimaneutral. Denn bei stofflicher Verwendung von Holz bleibt schließlich auch das bei seinem Wachstum aufgenommene Kohlendioxid langfristig gebunden.
Zudem garantiert das System Klimaholzhaus „made of Ligno®“ eine hohe Qualität und Präzision in der Ausführung und somit einen stabilen Werterhalt für die Immobilie.

Die Zimmerei Krämer hat die Vorzüge des Prinzips Klimaholzhaus schon vor vielen Jahren für sich und ihre Kunden entdeckt: Der Betrieb ist seit den Anfängen des 1995 von Lignotrend gegründeten Netzwerks aus Architekten und qualifizierten Holzbaubetrieben mit dabei und hat viele Klimaholzhäuser realisiert – Wohnhäuser, aber auch kommunale Bauten und Bürogebäude. Nun war es an der Zeit, endlich ein Projekt made of Ligno® in eigener Sache zu realisieren.

Drei Brüder, zwei Häuser, eine Idee

Der Entwurf des Mehrfamilien-Wohnensembles aus zwei Baukörpern stammt von Ann-Kathrin Stolz – Architektin im Neidlinger Architekturbüro Gerhard Stolz, mit dem die Zimmerei Krämer schon seit vielen Jahren zusammenarbeitet. Nach der Baueingabe übernahm Andreas Krämer – Bruder der Bauherren Bernhard und Hansjörg Krämer und als gelernter Zimmermann in den Familienbetrieb mit eingestiegen – die detaillierte CAD-Planung des Gebäudes. Damit schuf er die präzise Grundlage für die Herstellung der Brettsperrholz-Rippen- und Kastenelemente im Lignotrend-Werk. Die Vormontage der Bauteile fand dann in der Zimmerei selbst statt: Die geschosshohen Einzelelemente wurden zusammen mit Schwellen und Rähm zu kompletten Wandbauteilen vormontiert und mit allen Öffnungen und Details versehen. Auch die eigentliche Bauwerkmontage wurde selbstverständlich vom Familienbetrieb übernommen: Nur fünf Tage dauerte das Aufrichten der Holzgebäude.

„Das beste Ergebnis wird erzielt, wenn Architekten, Holzbaubetrieb und Bauteilhersteller von Anfang an in gutem Kontakt stehen, um Entwurfs-Ideen und Bauherren-Wünsche bestmöglich umzusetzen“, sagt auch Ann-Kathrin Stolz. „In Nürtingen ist uns das sehr gut gelungen.“ Das sahen Ende 2020 die Mitglieder des Netzwerks Klimaholzhaus ebenso und wählten das Wohnensemble Krämer darum zum „Klimaholzhaus des Jahres“.

Flachdachbau Lignotrend
Der betonierte Erschließungskern ist das Bindeglied zwischen dem Satteldachhaus (rechts im Bild) und dem Flachdachbau (links). | Bild: Lignotrend; Zimmerei Krämer, Nürtingen

Zwei Klimaholzhäuser mit massivem Erschließungskern

Auf dem rund 900 m² großen Grundstück, das Bernhard und Hansjörg Krämer 2014 gekauft hatten, platzierte die Architektin zwei zueinander versetzte Holzgebäude. Ein einteiliger Baukörper für die fünf großzügigen Wohnungen hätte die dörflich kleinteilige Baustruktur stark gestört.

Auf das konventionell betonierte Kellergeschoss mit Tiefgarage wurde entlang der Straße ein langgestrecktes Holzhaus mit durchgehendem Satteldach errichtet. Dahinter – dem Landschaftsschutzgebiet mit seinen weiten Streuobstwiesen zugewandt – folgt ein dreigeschossiges Flachdachgebäude. Mit diesen beiden gegensätzlichen Haustypen vermittelt Ann-Kathrin Stolz zwischen der ortstypischen Bauart nördlich des Grundstücks und einem in den 1990er-Jahren entstandenen, eher städtisch anmutenden Mehrfamilienwohnhaus im Süden.
Das 18 Meter lange Satteldachgebäude bekam ein homogenes Kleid aus anthrazitfarbenen Faserzementplatten. Sie umhüllen Fassade und Dachflächen flächenbündig und geben dem Bauwerk ein monolithisches, sehr modernes Gesicht.

Der Flachdachbau hält sich mit weiß verputzten Außenwänden gestalterisch eher zurück und nimmt nur in Teilen die graue Fassadenverkleidung auf. Einige wenige Fensteröffnungen sind an den Gebäudelängsseiten platziert, an den Giebelseite in Richtung Süden hingegen öffnen sich die eingerückten Fassaden nahezu vollständig verglast der fantastischen Aussicht auf die Silhouette der Schwäbischen Alb. Zwischen den beiden Gebäuden bildet eine nach Norden und Süden verglaste Erschließungsspange mit Treppenhaus und gläsernem Aufzug eine harmonische Verbindung. Dieser Mittelteil wurde als massiver Sichtbetonkern errichtet.
Die Energieversorgung des Wohnensembles im KfW-40-Standard übernimmt ein System aus Sole-Wärmepumpe auf dem Grundstück und Photovoltaikanlage auf dem Dach.

Klimaholzhäuser Nürtingen Lignotrend
Bild: Lignotrend, Fotograf: © Uwe Röder

Holz auf weiter Fläche – Designqualität und gesunde Raumluft

Anders als in der Stadt ist großzügiges Wohnen auf dem Land noch möglich, denn die Grundstücke sind in der Regel günstiger. So musste auch in Nürtingen nicht zwangsläufig platzsparend gebaut werden. Die insgesamt fünf Wohneinheiten sind zwischen 99 und 167 qm groß –  drei davon haben die Brüder vermietet.

Bernhard Krämer, seine Frau Susann und der dreijährige Sohn Henry genießen die Großzügigkeit ihrer Maisonette-Wohnung, die sich über Ober- und Dachgeschoss des Satteldachhauses erstreckt. Im Zentrum steht der gemütliche Wohn-Essbereich mit der offenen Küche, wo das gemeinsame Familienleben stattfindet: Hier wird gekocht, gegessen, ferngesehen, gelesen und gespielt. Über die offene Galerie besteht vom Wohnzimmer aus Sichtbezug bis unter die Dachschräge. Kinderzimmer, Schlafzimmer und Bad ergänzen das Raumprogramm als private Rückzugsbereiche. Eine interne Treppe erschließt von der Diele aus das DG, in dem sich zusätzlich ein großes Studio, ein Büroraum sowie ein zweites Bad befinden.

Edle Holzoberflächen

Die Lignotrend-Deckenbauteile zeigen durchgehend ihre endfertigen Echtholzoberflächen in heller, astfreier Weißtanne. Das edle Material trägt wesentlich zum Wohlgefühl von Wärme und Naturverbundenheit bei, das die Innenräume vermitteln. Aus den Stämmen dieser im Schwarzwald heimischen Tanne wird in einem besonderen Einschnitt- und Weiterverarbeitungsverfahren das Rohmaterial für die Sichtoberflächen gewonnen. Die Verarbeitung zu astfreien Qualitäten ist eine Spezialität von Lignotrend: Aststellen werden in der Fertigung ausgekappt und die Abschnitte zu hochwertigen Lamellen zusammengesetzt. So entsteht eine besonders edle Holzoberfläche, die moderne, elegante und besonders leicht wirkende Holzbau-Architektur – frei von Rustikalität möglich macht.

Nie mehr dicke Luft

Lignotrend Brettsperrholz ist für baubiologische und ökologische Qualität nach dem ambitionierten System von natureplus zertifiziert. Die Bauteile sind frei von Schwermetallen und halten bzgl. der Begrenzung von Formaldehyd und anderer organischer Verbindungen (VOC) Emissions-Grenzwerte ein, die weit über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen. Damit gehören sie offiziell zu den umweltverträglichsten und gesundheitlich unbedenklichsten Baustoffen in Europa.

Aufgrund der verbauten Holzmasse fördert in Gebäuden made of Ligno® bereits der besondere Elementaufbau ein physiologisch günstiges Raumklima, das Atemwegsbeschwerden und Allergien vorbeugt. Die Klimaholzhaus-Bauweise ist diffusionsoffen, das heißt die luftdichte Gebäudehülle ist für Wasserdampf durchlässig. So regulieren die Außenbauteile den Wärmehaushalt des Hauses, halten im Sommer die Wärme draußen und im Winter drinnen. Außerdem wirkt das durch speziellen Aufbau besonders raumklimawirksame Massivholz der Lignotrend-Elemente in der kalten Jahreszeit trockener Raumluft entgegen, indem die im Sommer gespeicherte Luftfeuchte im Winter auf natürlichem Wege wieder nach innen abgegeben wird.

Während in der Maisonette-Wohnung von Bernhard Krämer die Decken ihre Echtholzoberfläche zeigen, wurden die Wände innen mit Gipskarton verkleidet und mit ökologischem Rotkalkputz versehen, der diesen Effekt positiv unterstützt. Das ganze Jahr über herrscht also ein angenehmes Raumklima.

günstiges Raumklima mit Lignotrend
Aufgrund der verbauten Holzmasse fördert in Gebäuden made of Ligno® bereits der besondere Elementaufbau ein physiologisch günstiges Raumklima, das Atemwegsbeschwerden und Allergien vorbeugt. | Bild: Lignotrend,
Fotograf: Uwe Röder

Perfekte Ruhequalität im großen Wohnraum

Die Dachgeschoss-Wohnung im Flachdachbau vis-à-vis wird von Bruder Hansjörg und seiner Lebensgefährtin Eileen bewohnt. Auch diese Wohnung ist als Maisonette mit interner Wendeltreppe angelegt: Insgesamt 133 qm stehen dem Paar hier zur Verfügung – ein Luxus, der viele Entfaltungsmöglichkeiten bietet. Während sich im OG ein Arbeitszimmer und ein zweites Bad befinden, dreht sich im DG alles um den zusammenhängenden Wohn-Essbereich, der herausragende Wohnqualität bietet: Der Raum erstreckt sich über die gesamte Hausbreite und wendet sich mit raumhohen Glasschiebetüren der riesigen Terrasse zu. Die Küche ist einzeilig an der Schmalseite des Raumes angeordnet. Das Schlafzimmer mit Ankleidezimmer und ein komfortables Wohn-Bad ergänzen das Raumprogramm auf dieser Etage.

Bernhard und Susann Krämer haben sich für unprofilierte Deckenuntersichten entschieden, Bruder Hansjörg hingegen wählte für alle Räume die Variante Ligno Akustik® mit regelmäßig breiten Leisten und dahinterliegenden Holzfaser-Schallabsorbern. „Vor allem der große Wohnraum profitiert sehr von der raumakustischen Wirkung der Decken“, sagt er. „Sie schaffen den perfekten Ausgleich zu den ansonsten schallharten Flächen hier im Raum – den großen Fensterfronten und dem mineralischen Boden. Außerdem gibt die gleichmäßige Profilierung dem Raum eine Richtung und die große Fläche erhält so einen schönen Rhythmus.“

Gelungenes Detail: Zwischen den Deckenbauteilen und den weiß verputzten Wänden ist eine präzise schmale Fuge, die mit einer indirekten LED-Beleuchtung betont wird. So scheint der „Weißtannen-Himmel“ über den Räumen schwerelos zu sein. Da sich die Deckenuntersichten auch draußen in der Überdachung der Terrasse fortsetzen, entsteht ein besonderes Gefühl der Weite.

Beim Bauen an die Zukunft denken

„Wer heute baut, sollte immer auch die Entwicklung in der Zukunft im Blick haben. Darum war uns Flexibilität in der Grundrissgestaltung sehr wichtig“, betont Bernhard Krämer.
So kann – wenn der Nachwuchs größer wird und ein eigenes Reich bewohnen will – die Dachgeschosswohnung als autarke Einheit genutzt werden, da sie zudem über das zentrale Treppenhaus erreichbar ist. Die Erdgeschosswohnungen haben die Brüder vorausschauend für ein späteres Mehrgenerationenwohnen bereits barrierefrei vorbereitet.

Effektiver Schallschutz ist ebenfalls eine lohnende Investition in die Zukunft: Die Ansprüche der Nutzer sind in Sachen Ruhequalität in den vergangenen Jahren zu Recht gestiegen und gerade im Mehrfamilienhaus will niemand die Gehgeräusche der Familie im Geschoss darüber oder die Gespräche jenseits der Wohnungstrennwand hören. Lignotrend orientiert sich beim Aufbau seiner Trenndecken und Trennwände darum nicht an der DIN, die nur Mindestanforderungen erfüllt, sondern am vom Informationsdienst Holz definierten Höchststandard „Komfort“, der auch die Minimierung der tieffrequenten Geräuschübertragung fordert. Und so trennen die Geschossdecken made of Ligno® im Haus Krämer die Wohneinheiten mit höchstem Schallschutzniveau – für eine auch hörbar bessere Wohnatmosphäre.

 

Atmosphäre mit Echtholz

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