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Flexible Wandsysteme für individuelle Gestaltung, Congress Center

Kultur | Hamburg | Lindner Group
Bühne frei im Congress Center Hamburg

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Hamburg gilt als Tor zur Welt – naheliegend, dass eines der größten Kongresszentren Europas in der Hansestadt zu finden ist. Mit einer Gesamtfläche von 36.000 m² bietet das CCH bis zu 50 verschiedene multifunktionale Säle und Konferenzräume für bis zu 12.000 Gäste gleichzeitig. Hierfür wurde das ursprüngliche Kongressgebäude von 1973 immer wieder umgebaut und ab 2016 nach Plänen von der Architekten-ARGE AGN Leusmann & Tim Hupe komplett saniert. Das neue CCH teilt sich nun auf drei separat zugängliche Veranstaltungsbereiche West, Mitte und Ost auf. Diese sind wiederum auf vier Ebenen, vertikal und horizontal, aufgegliedert – was eine gleichzeitige Nutzung für verschiedene Events ermöglicht. Das besondere an den Sälen: Dank flexiblen Wandsystemen und Bodenaufbauten können diese fast alle räumlich verändert werden.

Individuelle Bühnenaufbauten, Bodensysteme und Wandbekleidungen von Lindner

Als neuer, zentraler Zugang dient das lichtdurchflutete Foyer bzw. das Belvedere im 2. Obergeschoss mit einer schlichten Glasfassade und offener Raumgestaltung. Im Foyer war der Geschäftsbereich Objektdesign mit einer nichtbrennbaren Wandbekleidung FIREwood in amerikanischem Nussbaum beteiligt. Diese wurde mit vertikal, gefächerten Lamellen ausgeführt. Im Höchstmaß erreichen die Lamellen eine Länge von 4.640 mm. Der Clou bei dieser Sonderlösung: Die Lamellen sind rückseitig von LEDs beleuchtet, die von der Lindner Leuchtenfabrik geliefert wurden. Zur Stabilisierung und um den Licht-Reflexionsgrad zu erhöhen, wurden die Lamellenrückseiten mit weiß-pulverbeschichteten Stahlkantblechen versehen, welche gleichzeitig zur Einhängung an der wandseitigen Unterkonstruktion dienen. Weiß kaschierte Mineralwolle verstärkt den Reflexionseffekt und verbessert darüber hinaus die Akustik.

Lindner übernahm zudem die anspruchsvolle Aufgabe der Brandschutzertüchtigung. Die montierten Brandschutzverkleidungen der Stahl- und Holzträger in bis zu 10 m Höhe und über 1.100 m² gewährleisten nicht nur alle Brandschutzanforderungen, sondern sind auch optisch ein Highlight. Zudem wurde das bereits vorhandene Trapezblechdach brandschutztechnisch ertüchtigt und umfasst eine Gesamtfläche von 500 m². Somit können die zukünftig angesetzten Politiker-Meetings im Saal G guten Gewissens stattfinden. Durch das umfangreiche Portfolio konnte Lindner für den Kunden noch diverse weitere Brandschutzarbeiten ausführen: Zum einen diverse Leistungen im Bereich des Neubaus sowie die Ertüchtigung von Bestandsschachtwänden im Bereich des Belvederes mit einer Fläche von 550 m². Ferner wurden T90-Holztürelemente mit Stahlzarge und elektromechanischer Feststellung mit integrierter Rauchschutzzentrale fachgerecht ausgeführt. Diese Türelemente kommen aus der eigenen Türenproduktion in Ostrov.

Im neuen Belvedere, in den Foyers des Bestandsbaus und in verschiedenen Sälen finden sich Bodensysteme bzw. Boden-Sonderkonstruktionen von Lindner – meist in FLOOR and more® bzw. FLOOR and more® arena ausgeführt. Im Belvedere, im 2. OG, wählte man FLOOR and more® comfort mit integrierter Fußbodenheizung, teils mit Rampenkonstruktion und mit einer Aufbauhöhe bis zu 1.600 mm. Die Höhe ergab sich u. a. wegen einer Installationsdichte von bis zu 80 %. Der 130 m lange (Glas-) Anbau musste sowohl im Raum selbst mit Brandschutztüren separiert als auch im Bodenaufbau mit entsprechenden Brandabschottungen versehen werden. Hier war ebenfalls eine Lindner Sonderlösung gefragt: Der Hohlraum musste genauso brandschutztechnische Auflagen erfüllen bzw. mit einer Hohlraumüberwachung ausgestattet sein. Alternativ wurde dem Kunden vorgeschlagen, mit einer Brandschutzfüllung bzw. Hohlraumbeflockung zu arbeiten, da hier bereits bei anderen Bauvorhaben gute Erfahrungswerte vorlagen. Als Oberbelag wählte man einen Naturstein mit 50 mm im Dickbettverfahren verlegt. Da die Natursteinplatten im Vergleich zum Hohlboden eine andere Durchbiegungstoleranz haben und Haarrisse zu vermeiden waren, zog man das Fachbüro Mehmke für ein Natursteingutachten zu Rate. Auch statisch brachte der Bodenaufbau Herausforderungen mit sich, weshalb für ein Gewicht von ca. 100 kg/m² massivere Rechteckrohre für die Unterkonstruktion eingesetzt wurden. Hier konnte in der Planung auf die Expertise und Erfahrung der Lindner Anwendungstechniker und Fachplaner gesetzt werden.

Flexible (Sonder-) Lösungen sind überall im CCH zu finden – sowohl im Raumkonzept als auch in den Ausbauten. Beispielsweise wurde von Lindner im Saal 1 eine flexible Bühnenkonstruktion ausgeführt: 30 m breit, über 17 m tief und mit einer Gesamtfläche von ca. 370 m², die in vier Plattformen aufgeteilt ist, von denen drei Bühnenteile bis zu 1,20 m höhenverstellbar sind. Auf der Vorbühne sind Stuhlreihen integriert, die entfernt bzw. runtergefahren werden können. Im Parkettbereich bzw. Mittelrang befindet sich ebenfalls eine flexible Bestuhlung mit integrierter Belüftung im Druckluftboden. Hierfür mussten extra Abschottungen für die Kabelinstallationen eingebaut werden.

Da im denkmalgeschützten Saal Z die Stuhlreihen im Parkett nicht gerade, sondern leicht konkav zur Bühne hin angelegt sind, haben die Bodenplatten verschiedene Abmessungen und mussten jeweils einzeln gestapelt und nach exaktem Plan aufgebaut werden. Dies galt auch für die Bodenauslässe, für die ein externer Vermesser hinzugezogen wurde.

Da ein Großteil des Congress Centers Bestandsgebäude ist, waren hier ebenso unterschiedliche Bodenaufbauten und Höhenniveaus zu finden. Im Übergang von dem alten Foyer zum neuen Belvedere mussten teilweise Höhen von 300 bis 1.600 mm ausgeglichen werden, was entweder durch Treppenaufbauten oder Rampenkonstruktionen bzw. Trockenbaukonstruktionen gelöst werden konnte.

Auch der Geschäftsbereich Ausbau Nord war mit Trockenbauarbeiten und Brandschutzverkleidungen beteiligt. Hier kam der Bauherr, die Sprinkenhof GmbH, während der Bauphase auf Lindner zu, diese zusätzlichen Leistungen und Gewerke zu übernehmen.

Was zunächst als kleinere Einzelaufträge als Submission für Boden und Wandbekleidungen mit ersten Beratungen 2015 ins Haus kam, konnte nach ca. 30 Monaten Bauzeit erfolgreich als gemeinsames Projekt für Boden, Objektdesign und der Niederlassung Ausbau abgeschlossen werden.

Süße Verführung

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