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Neubau Laborgebäude C424 BASF Coatings GmbH in Münster

Forschung | Münster | pbr Planungsbüro Rohling AG
Metall als Konsequenz

Auf dem Werkgelände in Münster setzt das neue Laborgebäude der BASF Coatings GmbH mit seiner klaren Formensprache und der metallenen Fassade einen markanten Akzent. Der Entwurfsgedanke, die Fassade für einen Hersteller von Oberflächenbeschichtungen für metallische Untergründe mit einem metallischen, individuell lackierten Material zu gestalten, war eine logische Konsequenz. pbr Architekten Ingenieure zeichnet für die Architekturplanung verantwortlich.

Das neue Laborgebäude ersetzt das im Jahr 1979 an der nordöstlichen Ecke des Werkgeländes der BASF in Münster-Hiltrup errichtete Laborgebäude, das zuletzt nicht mehr den Anforderungen an moderne Forschungsarbeit entsprach. Innerhalb von nur 24 Monaten Bauzeit entstand ein viergeschossiger Neubau mit Staffelgeschoss als Technikzentrale entstanden. Dieser folgt der orthogonalen Blockfeldstruktur des Werkgeländes, orientiert sich an der historisch bedingten Gebäudeformation im Norden des Geländes und ermöglicht zugleich den freien Blick auf die Hauptstraße hin zu den umliegenden Fabrik- und Lagergebäuden sowie Freiflächen.

Das Laborgebäude dient insbesondere zur Entwicklung von Autoreparaturlacken und Innovationen über den Lack hinaus. Für BASF ist der Neubau ein weiterer Baustein in der Positionierung als weltweites Innovationszentrum von BASF Coatings. Hierüber ergänzt BASF eine Serie globaler technischer Neuerungen, wie das „LeanLab“, das BASF im Jahr 2018 am Standort Münster in Betrieb genommen hat. Ferner leistet die BASF mit dem neuen Laborgebäude einen Beitrag dazu, bis 2050 das Ziel der Netto-Null-CO2-Emissionen zu erreichen. Denn das Laborgebäude ist für die Entwicklung und Formulierung nachhaltiger Produktlösungen, wie zum Beispiel die umweltfreundlichsten Autoreparaturlacke der Wasserbasislackreihen von BAS von großer Bedeutung. Neben der Herstellung nachhaltiger Produkte wird am Standort Münster kontinuierlich in eine effizientere Energienutzung für die Produktion investiert und der Einsatz erneuerbarer Energien gesteigert. So erfolgt die Wärmeversorgung der neuen Labore durch die Nutzung der Restwärme der werkseigenen Rückstandsverbrennungsanlage, die über die Fußbodenheizung angegeben wird. Bei zugekauftem Strom handelt es sich außerdem um 100 Prozent ökologisch aus Windkraft gewonnenem Strom, so dass im Vergleich zum Vorjahr ca. 4.000 Tonnen CO2 allein in Münster eingespart werden.

Klare Kante

Der freistehende Baukörper besteht aus zwei identischen Gebäudeteilen, die durch einen in ihrer Mitte angeordneten und aus der Flucht zurückspringenden Bau miteinander verbunden sind. Dabei präsentiert sich der Neubau selbstbewusst und zurückhaltend zugleich. In der Reduktion liegt die Stärke des Entwurfs, dessen klaren Formensprache sich auf das Wesentliche konzentriert. Unterstrichen wird das architektonische Konzept durch die Wahl zweier Fassadenmaterialien: Rhythmisch angeordnet, schaffen Glas und Aluminiumbleche transparente Flächen neben geschlossenen, die trotz oder gerade wegen des Kontrasts sehr gut miteinander harmonieren. Der aus der Flucht zurücktretende Verbindungsbaukörper ist in Gänze als filigrane Pfosten-Riegel-Konstruktion ausgeführt und lässt großzügige Einblicke in das Treppenhaus mit seinen gestalterisch hervorgehobenen blauen Treppenläufen zu. In der Dämmerung und bei Nacht wird das Treppenhaus durch eine individuell steuerbare Beleuchtung akzentuiert, so dass auf Wunsch eine weithin sichtbare Fernwirkung erzielt werden kann. 

Changierendes Fassadenbild

Der Fassadengestaltung lag der Gedanke zu Grunde, die Fassade für BASF, einen Hersteller von Oberflächenbeschichtungen für metallische Untergründe, ebenfalls mit einem metallischen und speziell lackierten Material auszugestalten. Hierfür wurden Blech-Coils mit durch eigens entwickelten Speziallacken versehen und durch einen Fassadenhersteller zu den individuell gewünschten Fassadenblechen geformt und gekantet. Der leicht schimmernde Speziallack lässt je nach Blickrichtung und Sonnenstand ein changierendes Fassadenbild zu. Sechs unterschiedliche Silbertöne kommen auf der rund 2.000 qm großen Fassadenfläche zum Einsatz. Die unterschiedlich farbigen Bleche wurden bewusst an der Fassade platziert, um leichte Farbverläufe zu entwickeln und die Nuancierung des Erscheinungsbildes zu verstärken. Auf diese Weise zeugt das Gebäude von hoher gestalterischer sowie von materieller Qualität, ohne dass dieses überhöht wirkt.

Flexibel und kommunikativ

Im neuen Laborgebäude wird neben Forschungsarbeiten an Auto- und Reparaturlacken ebenfalls an neuen Anwendungsmöglichkeiten in der Oberflächenbeschichtung geforscht. Für effiziente Arbeitsabläufe, bei denen sowohl der interdisziplinäre Austausch zwischen den Forscherteams als auch Rückzugsmöglichkeiten für konzentriertes Arbeiten Berücksichtigung finden, sorgt eine flexible Grundrissgestaltung. Diese sichert ferner eine mögliche Umnutzung sowie Erweiterbarkeit des Gebäudes. Besucher und Mitarbeiter betreten den Neubau über den vollständig verglasten Verbindungsbaukörper. Der eingestellte Treppenraum zieht sich an dieser Stelle als „blauer Faden“ durch das gesamte Gebäude und ermöglicht die Erschließung aller Bereiche. Ferner sichert ein ebenfalls im Verbindungsbaukörper angeordneter Aufzug die barrierefreie Erschließung.

Das Bauteil B, das sich nach Süden hin orientiert, nimmt im Erdgeschoss die übergeordneten und öffentlichen Bereiche wie das Besprechungszentrum auf. Im rückwärtigen Bereich befinden sich Personalumkleiden, Pausen- und Lagerräume. Die darüber liegenden Geschosse zeichnen sich größtenteils durch eine ähnliche Aufteilung aus. Während sich die Labore, Büros und Auswerteräume an den Fassadenseiten befinden und auf diese Weise bestmöglich mit Tageslicht versorgt werden, wurden die zum Betrieb der Labore notwendigen Nebenräume und technischen Anlagen in den Mittelzonen angeordnet. Zentral angeordnete Kreativ- und Pausenräume werden teamübergreifend genutzt und fördern die Kommunikation und den Austausch. 116 Laborarbeitsplätze sowie 44 Büroarbeitsplätze verteilen sich so auf einer Nutzfläche von rund 5.600 qm.

Gutes und gesundes Raumklima

Im nördlichen Labortrakt des dritten Obergeschosses wurde ein zusammenhängender Großraum mit Spritzkabinen integriert, so dass der in diesem Bereich stark erhöhte Bedarf an Frisch- und Abluft direkt über die darüber liegende Technikzentrale erfolgen kann. Diese wurde als Stahlkonstruktion mit wärmegedämmten Sandwichelementen ausgeführt und besitzt eine lichte Raumhöhe von 3,50 Metern. Insgesamt sorgen 36 Lüftungsanlagen mit einem Volumenstrom von ca. 380.000 m³/h im gesamten Gebäude für ein gutes und gesundes Raumklima. In jedem Bauteil wurde eine eigenständige Lüftungsanlage integriert, welche die mechanische Förderung von schadstoff-, geruchs- und wärmebelasteter Raumluft gewährleistet. Eine separate Abluftanlage sorgt ferner dafür, dass geruchs- und gefahrenstoffbelastete Luft über Kassettenfilter abgeführt wird. Zur exakten Einhaltung der vorgegebenen Temperatur und Feuchte in den Prüfräumen kommen separate Klimageräte zum Einsatz.


Riegel aus Beton



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