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Die Neue Staatsgalerie

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Mit dem Bau der Neuen Staatsgalerie wurde 1984 der lang ersehnte Ersatz für das im Zweiten Weltkrieg zerstörte Kronprinzenpalais am Schlossplatz, die einstige Dependance des Museums geschaffen.

Stirlings extravagante Architektur, die bedeutende Sammlung der Moderne und das anspruchsvolle Ausstellungsprogramm haben dazu geführt, dass sich in Stuttgart eines der meistbesuchten Museen in Deutschland befindet.

1977 schrieb die baden-württembergische Landesregierung einen beschränkten internationalen Wettbewerb für die Erweiterung der Staatsgalerie, sowie den Neubau eines Kammertheaters aus.

Mit der Entscheidung für das Büro James Stirling, Michael Wilford & Associates, London, geriet die Landeshauptstadt in eine breite, kontroverse Architekturdebatte:
Eine dem Funktionalismus verpflichtete Architekturtradition, die sich in Stuttgart v.a. mit der Errichtung der Weißenhofsiedlung etabliert hatte – und die aus Großbritannien eingeführte Postmoderne mit der Vorliebe für Stil-Collagen prallten aufeinander.

Weltweite Beachtung erreichte der Stirling-Bau durch die internationalen Pressestimmen zur Eröffnung am 9. März 1984. Als der erste repräsentative Bau der Nachkriegsmoderne in der Bundesrepublik bezeichnet, ging er als geniale Lösung in die Architekturgeschichte ein und war Impulsgeber für Stirlings nachfolgende Museumsbauten.

Der in unmittelbarer Nähe zur Alten Staatsgalerie gelegene und mit dieser auf Galerieniveau durch eine Brücke verbundene Neubau überzeugte die Jury wegen seiner terrassenartigen Einbindung in die Hanglage, der originellen Führung eines öffentlichen Fußweges durch die Museumsanlage und der Integration der vorhandenen historischen Bausubstanz der Alten Staatsgalerie.

Auffällig ist der Bruch von außen und innen: Die schrille, postmoderne Fassade mit ihrer provokanten Farbigkeit steht im Kontrast zu der Organisation und Gestaltung der Ausstellungsräume, die im Stil des repräsentativ-monumentalen Museumstyp des 19. Jahrhunderts gehalten sind.

Die streng u-förmige Anordnung der Galerieräume, die im Zentrum des Museums gelegene offene Rotunde (eine verfremdete Anlehnung an Karl Friedrich Schinkels Altes Museum in Berlin), kolossale Säulenordnungen, Giebel und Steinfassaden inszenieren die Funktion des Museums als öffentliches Gebäude.
Die Leistung Stirlings liegt in dem Zusammenschluss dieser historischen Elemente mit dem modernen Formenspiel der funktionalistischen Architektur. Charakteristisch hierfür sind u.a. die geschwungene Glasfassade des Foyers mit ihrer giftgrünen Rahmung und das knalligfarbene Dickrohr-Brüstungsgeländer, das die Rampe zum Eingang betont.

Durch die Vielschichtigkeit der Formen und ihrer Widersprüche gewinnt das Museum an Dynamik und scheint gerade deshalb als Haus für die Kunst unseres Jahrhunderts vorherbestimmt. cs

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