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Umbau und Sanierung einer Wohnung in einer Art déco Villa | IFUB*

Wohnen | Wien | IFUB*
Wohnung S

In Wiens 13. Bezirk bauten IFUB* eine Wohnung in einer Art-déco-Villa aus dem Jahr 1931 mit viel Fingerspitzengefühl um. Bei der Sanierung blieb trotz zeitgemäßer Elemente der Charakter der Räume erhalten.

Dem Wohnen wird ja in Wien eine ganz besondere Bedeutung beigemessen. Davon zeugen nicht nur die unzähligen genossenschaftlichen Wohnungen zur Miete, sondern auch diese aus drei separaten Eigentumswohnungen bestehende Art déco Villa, Baujahr 1931.

Seit 2013 ist das Hochparterre im Besitz des Bauherrenpaars. Die fast durchgehend bewohnte Wohnung war in gutem aber abgenutztem Zustand als das IFUB* mit der Umgestaltung beauftragt wurde. Neben der spannenden Grundsubstanz mussten dabei auch in den letzten Jahrzehnten erfolgte Umgestaltungen aber auch Kindheitserinnerungen und eine starke persönliche Bindung zum Haus bei den gestalterischen Überlegungen berücksichtigt werden.

Eingriffe in die Bausubstanz wurden nur äußerst behutsam vorgenommen und die Grundrissgestaltung größtenteils beibehalten. Besonders aufregend war der Umgang mit den vielen originalen Details und Möbeln, die integriert, neu interpretiert und ergänzt werden wollten.

Wichtigstes Ziel der Nachhaltigkeit war der Erhalt von Bestehendem. Fenster und ein Großteil der Böden konnten erhalten und aufgearbeitet werden. Neben der behutsamen Neugestaltung wurde aber auch die Haustechnik auf den neuesten Stand gebracht.

Lage

Das Haus liegt in einem Villenviertel in Wiens 13. Bezirk. Die gesamte Gegend ist mit Punkthäusern in etwa gleicher Größe und Höhe (3-4 Geschosse) bebaut. An Fassade und Gebäudevolumen wurde nichts verändert.

Grundriss

Der Grundriss wurde nur äußerst behutsam überarbeitet. Neben der Vergrößerung des alten WCs zu einem Duschbad, war die Küche die größte Maßnahme. Durch Entfall zweier Wände konnte aus Vorraum, Küche und ehemaligem Bedienstetenzimmer eine großzügige Wohnküche entstehen. Ansonsten verblieb der Grundriss wie ursprünglich vorgefunden.

Konzept

Wichtigste Inspirationsquelle war die Wohnung selbst. So viele originale Materialien und Einbaumöbel wie möglich sollten zur Erhaltung des ursprünglichen Charakters, aber auch aus Gründen der Nachhaltigkeit erhalten bleiben.

In enger Zusammenarbeit mit den beiden Bauherren wurde eine Vision für die Gestaltung der Räumlichkeiten entwickelt. Auf die Frage, was die Bauherren gestalterisch und architektonisch begeistert, fielen unter anderem Begriffe wie Bonner Bundestag, der Film Metropolis und historische Zugabteile. All diese teilweise ungewöhnlichen Assoziationen standen bei der Entwicklung des zurückhaltenden Gestaltungskonzepts im Hintergrund.

Nachhaltigkeit

Bezieht man die graue Energie der Erzeugung mit ein, so ist das Nachhaltigste meist der Erhalt von Bestehendem. So wurde bei der Umgestaltung größter Wert darauf gelegt, die Bestandssubstanz des Gebäudes lediglich aufzubereiten und wieder zur Geltung zu bringen.

So wurden alte Bestandsbodenbeläge in der Wohnung frei gelegt und saniert und Einbauschränke sowie altes Bestandsmobiliar mit in die neue Gestaltung integriert. Die Bestandsfenster wurden aufgearbeitet, gangbar gemacht und neu abgedichtet. Zum Teil wurden selbst alte Wandfliesen behutsam entfernt und an anderer Stelle wieder neu verlegt.

Die Möglichkeiten beim Heizsystem waren stark eingeschränkt. So war die alte Heizung unbrauchbar geworden, aber auch die Möglichkeiten zum Einsatz regenerativer Energien aufgrund der Situation als Wohnungseigentümergemeinschaft nicht möglich. So wurde letztlich die effizienteste Art der konventionellen Energieerzeugung gewählt. Eine Gasbrennwerttherme versorgt neue Heizkörper und Fußbodenheizung und ist für die Warmwasserversorgung zuständig.

Die Küche

Die alte Küche wurde durch Rückbau zweier Wände mit einem Vorraum und dem ehemaligen Bedienstetenzimmer zur neuen Küche erweitert. Davon zeugen noch die Übergänge in den Bodenbelägen.

Der neue Einbauschrank mit Spülnische ist, wie der alte erhaltene Einbauschrank, voll in die raumbildenden Wände integriert. Details wie das schwarze Stahlgestell tauchen auch in der Kücheninsel wieder auf. Unter dem luftigen Hängeregal kann gekocht aber auch gesessen und gegessen werden.

Das Bad

Das „große“ Bad ist nach wie vor eigentlich relativ klein. An den ursprünglichen Abmessungen wurde auch nichts verändert. Durch eine bessere Ordnung und den wandfüllenden Spiegelschrank wird der gefühlte Raum jedoch nahezu verdoppelt. Besonderer Kniff hier: Die bestehende Tür in die Bibliothek wurde auf Wunsch der Bauherren erhalten – ist jedoch nun eine Geheimtür im linken Spiegelschrank.

Die Gestaltung folgt denselben Prinzipien wie auch Küche und Duschbad. Zurückhaltende Oberflächen in Kombination mit schwarzen Stahlgestellen bringen Ordnung und Klarheit in die Räume. Zur Sauberkeit trägt der dunkle Boden aus Terrazzo bei, der sich nahtlos einfügt und mit eigenem Bodenablauf versehen, sehr einfach reinigen lässt.

Das Duschbad

Das frühere WC der Wohnung wurde erweitert und zusammen mit dem ehemaligen Flur in ein gut geordnetes, langgestrecktes Duschbad verwandelt. Der leicht versetzte ehemalige WC-Raum wurde dabei zur Duschnische umgewandelt.

Der helle Terrazzo mit den hell verputzten Wänden lässt den schmalen, langgestreckten Raum großzügig und freundlich wirken. In beiden Bädern wurde an den Wänden ein gekämmter Putz mit angenehmer Haptik ausgeführt. Dieser wurde kurz unterhalb der Decke abgesetzt und geht dort in Glattputz über. Das neue Schalterprogramm wurde passend zum Bestand ausgewählt.

Das Entrée

Betritt man heute die Wohnung durch das Entrée, so wird einem sofort ein Gefühl von Großzügigkeit vermittelt. Denn der zentrale Eingangsraum wurde ohne große Umbauten durch einfache Maßnahmen optisch erweitert.

Einerseits verlängern gegenüberliegende Spiegel den Raum in die Unendlichkeit. Andererseits sorgen die hellgrauen Wände zusammen mit der weißen zusätzlich erleuchteten Decke für eine Überhöhung des Raums. Die Materialität von Messingknöpfen und -griffen der alten Eingangstür taucht bei den speziell für diesen Raum gestalteten Garderobenmöbeln wieder auf.

Besonders dezent: Hinter und in all den Spiegeln und Schränken des Entrées versteckt sich nun die grunderneuerte Haustechnik. Zentral erreichbar, maximal platzsparend und gleichzeitig absolut unsichtbar.

Wohnzimmer, Bibliothek, Esszimmer

Die Wohnräume wurden nur sehr dezent neu gestaltet. Die alten Tapeten mussten weichen, jedoch wurde die ehemalige Bordüre wieder aufgegriffen. Als schwarzes Lichtband trennt die neue Bordüre die weiße Wand und die hellgraue Decke. Bei angeschaltetem Licht verkehrt sich der Farbunterschied ins Gegenteil. Die bereits im Bestand vorhandenen Hohlkehlen an der Decke wurden erhalten.


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