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Terminal 2, Flughafen Berlin Brandenburg (BER)

Verkehr | Berlin | ATP architekten ingenieure
BER Terminal 2

Im Jahr 2017 ging der Auftrag an das Planerteam ATP architekten ingenieure / amd.sigma strategic airport development, das bestehende Konzept für den Neubau eines Zusatzterminals (T2) für 6 Millionen Passagiere/Jahr am Areal des Flughafens Berlin Brandenburg (BER) komplett zu überarbeiten. Es galt dabei, die BGF von 40.000 m² auf ca. 23.000 m² zu reduzieren und den allgemeinen Eröffnungstermin im Oktober 2020 einzuhalten. Heute ist der T2 „ready for take-off”.

ATP / amd.sigma gelang es, das Terminal in Rekordzeit neu zu entwickeln und neu zu planen. Es dauerte nur 8 Monate von der ersten Projektidee über das Raumprogramm bis zum Bauantrag. Insgesamt vergingen vom „First Sketch of Design” bis zum „Handing Over to Operation” im September 2020 nur 36 Monate plus zwei Monate Konzeptfindung. Trotz komplexer Abläufe und vieler später hinzukommenden NutzerInnen-Anforderungen sowie dem strengen Terminplan konnte T2 „in time” schlüsselfertig übergeben werden. Damit ist es eines der am schnellsten errichteten Terminalprojekte Deutschlands.

„Um ein Projekt dieser Größenordnung ´in quality und time´ zu realisieren, ist eine Integrale Planung mit Building Information Modeling (BIM) unverzichtbar“, kommentiert Architekt Niklas Veelken, Geschäftsführer von ATP Berlin, die erfolgreiche Zusammenarbeit eines erfahrenen und breit aufgestellten Planerteams mit einem großen Engagement sehr vieler Beteiligter.

Gestalt

Die architektonische Sprache des T2 bedient sich der Ästhetik des Industriebaus, um die Rolle des Terminals als Funktionsbau klar darzustellen. Der industrielle Ansatz in Form und Inhalt ermöglichte dem Planerteam in kürzester Zeit, ein Konzept zu erstellen, das den Kernprozess maximal unterstützt, nämlich die effiziente und stressfreie Führung von bis zu 2.000 Personen gleichzeitig in Spitzenstunden durch das Gebäude – auf kurzen Wegen und unter Einhaltung aller notwendigen Sicherheitsauflagen. Um dies zu gewährleisten, konzipierte das Planerteam das T2 als „Fast Track“-Projekt mit maximal einfacher Baustruktur und Fassade.

Integrale Planung mit BIM

ATP/amd.sigma setzten bei der Planung und Koordination der Gebäudeausstattung   auf integrale Prozesse, unterstützt durch Building Information Modeling (BIM). Damit war es möglich, sämtliche Vorgaben des Auftraggebers ressourcenschonend und verschwendung-reduzierend in Volumen, Material und Energie planerisch zu bewältigen.

T2 konfrontierte das Planerteam etwa mit der Integration einer Vielzahl von komplexen Systemen der Technischen Gebäudeausrüstung und flughafenspezifischer Ausstattungen (Gepäckförderanlage) – unter Berücksichtigung der Anforderungen der verschiedenen NutzerInnen-Gruppen. Die Planung und Koordination der Ausstattung des Gebäudes erfolgte daher in einem integralen Planungsprozess mit interdisziplinärer Zusammenarbeit aller Planungssparten. Mit umfangreicher eigener Erfahrung im Infrastrukturbau einerseits und im Industriebau andererseits legte das Planerteam großen Wert auf schlanke Prozesse sowie hohe Produktivität in der Umsetzung. Der integrale Planungsansatz von ATP, also die interdisziplinäre und simultane Zusammenarbeit von Architektur, Tragwerksplanung und Technischer Gebäudeausrüstung, ermöglichte es in der kurzen Planungszeit, die primären Strukturen in Verbindung mit den haustechnischen Elementen zu entwickeln und zu verweben.

Auch der komplexen Nutzungsstruktur von T2 wurde mit planerischer Flexibilität begegnet, gerade für die Übersetzung der reibungslosen Abläufe in ein Gebäudekonzept war die Integrale Planung mit BIM unverzichtbar. Diese interdisziplinäre Zusammenarbeit, die ATP als digitaler Vorreiter seit 2012 wie kaum ein anderes Planungsbüro anwendet, bündelte das Know-how aller Beteiligten. So konnte der Abfertigungsterminal kompakt und optimiert als wahres Platzwunder (Verkleinerung des ursprünglich konzipierten Terminals von 40.000 m² auf ca. 23.000 m² bei nur um 20% reduzierter Passagierzahl in der Spitzenstunde) realisiert werden.

Die standortübergreifende, BIM-basierte Zusammenarbeit im ATP-Netzwerk von ATP Berlin und ATP Frankfurt mit amd.sigma ermöglichte es, den anspruchsvollen Bau unter Einhaltung aller Vorgaben in acht Monaten bis zum Einreichen des Bauantrags zu planen.

Die besondere Arbeitsweise von ATP architekten ingenieure, unsere integrale und standortübergreifende Zusammenarbeit hat sich wieder als Goldstandard für Großprojekte wie das T2 erwiesen. Sie ersparte uns Verschwendung von Zeit, Ressourcen sowie von Bauvolumen und sie sorgte für einen reibungslosen Workflow. Integrale Planung ist und bleibt zukunftsweisend.Architekt Boyan Kolchakov, Gesamtprojektleiter ATP Berlin

Planerteam

Lutz Weisser, Geschäftsführer der amd.sigma, sieht die kurze Planungszeit als Ergebnis perfekter Kooperation von Beginn an: „Aufgrund der langjährigen Erfahrung der Terminalarchitekten bei amd konnten wir gleich zu Beginn innerhalb nur weniger Tage erste Lösungsvorschläge als Diskussionsgrundlage mit dem Auftraggeber entwerfen. Innerhalb von drei Wochen entwickelten wir über Variantenuntersuchungen die finale Lösung. Die Erfahrung der Flughafenplaner ermöglichte es, noch vor einer Erfassung der Nutzerbedarfe ein Layout zu entwickeln, das alle Prozesse und wesentlichen Bedarfe abbildete.”

Weisser, Spezialist in Flughafenberatung und Gesamtkonzeption von Projekten, war gemeinsam mit seinen erfahrenen TerminalarchitektInnen verantwortlich für die Prozessanordnung und den Grundriss des T2. Im Generalplanerteam fanden sich auch Brandschutz- und Signage-Planer  genauso wie das marktführende Planerbüro für die Gepäckförderanlage (suisseplan).

Als Integraler Planer verantwortete ATP architekten ingenieure im Planerteam das äußere und innere Gestaltungskonzept sowie die Prozessführung Planung mit Architektur, Tragwerksplanung und Technischer Gebäudeausrüstung (TGA), erbracht in standortübergreifender Zusammenarbeit innerhalb des ATP-Netzwerks von Berlin bis Frankfurt.

Gebäudebeschreibung

Mit Sichtbeton und freien Raumdecken orientiert sich die Architektur am Industriebau. Die resultierende Ausführungsqualität ist prägend für das Innenraumkonzept der Hallenwelt des T2. So bilden etwa die Check-in-Schalter aus weißem, widerstandsfähigem Mineralwerkstoff puristische Eyecatcher in der Abfertigungshalle, während dunkelgraue Gitterroste als visuelle Elemente und Sichtschutz fungieren.

Die Wegführung ist passagierfreundlich, übersichtlich und intuitiv. Das Farbkonzept wurde zur Abgrenzung zwischen den unterschiedlichen Nutzungs- und Raumbereichen entwickelt und entspricht dem Signage Concept des Flughafens Berlin Brandenburg. Zusätzlich leitet ein rotes Metallband auf 3,5 Metern Höhe durch das gesamte Gebäude.

Maximale Flexibilität stand bei der Planung im Fokus: Damit die Halle für die Sicherheitskontrolle den neuesten Anforderungen der Flughafensicherheit angepasst werden kann, wurden die Räume größtenteils stützenfrei konzipiert. Die zwei geschlossen verglasten Übergänge zum Pier Nord erhielten ein Stahltragwerk, das als Brücke die zwischen dem T2 und dem Pier Nord liegende Straßentrasse stützenfrei überspannt.

Die vorgehängte Fassade aus silbereloxierten, geschliffenen Aluminiumpaneelen schafft einen Gegenpol zu den Sichtbetonflächen des Hauptterminals. Bewusst wird jede Art der optischen Anbiederung vermieden. Das Planerteam ATP / amd.sigma wählte Aluminium als Material aus der industriellen Ästhetik, es wirkt einfach und dennoch hochwertig und verwandelt das Terminal in eine silberschimmernde Box. Alle Türen und Fenster sind flächenbündig in die Oberfläche integriert, wodurch eine ununterbrochene Homo­genität entsteht.


PROJEKTDATEN

Bauherr: Flughafen Berlin Brandenburg GmbH
Ort: Berlin
Baubeginn: Sommer 2018
Fertigstellung: 9/2020

Planerteam: ATP/amd.sigma strategic airport development

Integrale Planung (ARCH, TWP, TGA): ATP architekten ingenieure, Frankfurt, Berlin, Nürnberg

Externe Planungspartner: suisseplan Ingenieure AG Logistik, VIA Beratende Ingenieure, Voigt-Ingenieure, Gruner GmbH, GDLA Landschaftsarchitekten, moniteurs GmbH


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