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Neubau eines 4-Sterne Hotels am Ufer der Lahn

Hotel | Bad Ems | 4a Architekten
Wie ein Flusskiesel

Passend zur Aufnahme der Kurstadt Bad Ems in das Welterbe „Great Spa Towns of Europe“ im Jahr 2021 entstand am westlichen Stadteingang von Bad Ems ein neuer Kurbereich: Direkt neben der Emser Therme am Ufer der Lahn wurde ein Thermenhotel errichtet. Die Verbindung von Hotel und Therme mit einem gläsernen Bademantelgang schafft Synergien und bietet ein vielseitiges Wellnesserlebnis. 

Formal greift der langgestreckte Baukörper für das 4-Sterne-Hotel die schmale Grundstücksform zwischen Viktoriaallee und dem Ufer der Lahn auf. Gestalterisch bezieht er sich auf die benachbarte Emser Therme, die bereits im Jahr 2012 von 4a Architekten realisiert und mehrfach erweitert wurde. Im ersten Step kam eine Flusssauna hinzu, anschließend wurde der Saunabereich im ersten Obergeschoss erweitert. Hier dockt nun auch der Bademantelgang an, der eine bauliche Verbindung zwischen dem neuen Emser Thermenhotel und der Emser Therme schafft. So gelangen die Hotelgäste geschützt in den Thermenbereich und wieder zurück ins Hotel.

Das Emser Thermenhotel umfasst auf vier Geschossen insgesamt 84 Doppelzimmer, alle mit schönem Panoramablick auf die Lahn und das umgebende Bergland. Im Erdgeschoss befinden sich die Lobby, ein Restaurant mit großzügigen Außenflächen, eine Bar mit Loungebereich sowie Seminarräume, die flexibel kombiniert werden können. Ein Highlight ist die SkyLounge im Dachgeschoss. Sie wurde als Solitär auf dem Dach platziert und bietet mit weitläufigen Freiflächen einen herrlichen Blick auf die Dachlandschaft von Bad Ems und den umgebenden Naturraum.

Um dieses umfangreiche Raumprogramm auf schmalem Grundstück neben der Emser Therme zu realisieren, wurde der Neubau entlang der Lahn ausgerichtet. Dabei weist der langgestreckte Baukörper im Grundriss keine harten Kanten auf und fügt sich geschmeidig in das Gelände ein. Und auch die einzelnen Gebäudevolumen haben weiche und teils abgerundete Formen. Wie bei der benachbarten Emser Therme war der Flusskiesel das zentrale Gestaltungselement für das Hotelgebäude.

Das Erdgeschoss schiebt sich flächig unter dem viergeschossigen Volumen für die Hotelzimmer hervor. Diese sind allesamt für eine schöne Aussicht zur Lahn hin ausgerichtet. Sämtliche Nebenräume orientieren sich in vorwiegend geschlossenen Volumen zur Straßenseite und bilden einen schützenden Rücken zur Viktoriaallee. Das Zusammenspiel der unterschiedlichen Gebäudevolumen mit teils unterschiedlichen Oberflächen verleihen dem Neubau ein bewegtes Erscheinungsbild im Stadtraum.

Für maximale Aufenthaltsqualität sind die Zimmer auf allen vier Ebenen nach Süden ausgerichtet und geben mit großflächigen Verglasungen den Blick auf die Lahn frei. Auch im Erdgeschoss sorgt die großflächige Transparenz im Restaurant- und Loungebereich sowie den Seminarräumen nach Süden zur Lahn für Wohlfühlatmosphäre. Vorgelagerte Terrassenflächen laden in den Sommermonaten zum Aufenthalt im Freien ein. Eine Besonderheit ist das offen gestaltete Treppenhaus, das mittig im Gebäude liegt. Ein Luftraum erstreckt sich vom Foyer bis zur vierten Etage und lässt durch die großflächige Verglasung über alle Geschosse viel Tageslicht ins Gebäude und insbesondere die Hotelflure fallen. Über den Bademantelgang im ersten Stock steht den Hotelgeästen das gesamte Bäder- und Wellnessprogramm der benachbarten Emser Therme zur Verfügung.

Nicht nur formal greift der Neubau das Thema des Flusskiesels auf, auch im Innenraum prägen natürliche Formen und Farben maßgeblich das Hotelambiente. Fließende Strukturen, gedeckte Farbwelten und viel Holz ziehen sich durch das gesamte Gebäude – und immer wieder in die Gestaltung eingebunden ist die Form des Flusskiesels: bei eingestellten Raumvolumen, in der Formgebung von Nischen und Thekenelementen und auch in der Deckengestaltung. Die durchgängig dunkle Farbgebung der Decke im Erdgeschoss und in den Flurbereichen erzeugt ein Gefühl von Geborgenheit in diesen eher weitläufigen Bereichen. In Kombination mit warmen Materialien wie Holz an Wand und Boden sowie Naturstein, samtigen Textilien und goldenen Tapeten entsteht eine Atmosphäre zum Wohlfühlen. Für das sinnliche Raumerlebnis wurde ein Mix aus hochwertigen Materialien mit besonderer Optik und Haptik ausgewählt, die Wärme ausstrahlen und ein Wohlgefühl erzeugen.

Besonders einladend ist der Loungebereich, der unmittelbar gegenüber vom Eingang und dennoch durch das Treppenhaus abgeschirmt liegt. Mit offen gestalteter Bar, lockerer Möblierung, einem Kamin sowie einem Bücherregal als Raumteiler und gemütlichen Sitznischen entsteht eine Wohnzimmeratmosphäre zum Wohlfühlen. Eine Glastrennwand und Vorhänge schirmen entweder den Lesebereich vom angrenzenden Foyer ab – oder ermöglichen ankommenden Gästen bereits an der Rezeption erste Blicke in das einladende Ambiente. Das Restaurant grenzt unmittelbar an den Loungebereich an und ist ebenfalls offen und weitläufig gestaltet – mit dunklen Decken, Holzlamellen und samtigen Textilien. Ein eingestellter Glaskubus in Kieselform zoniert den Raum und bietet durch Vorhänge die Möglichkeit, diesen Bereich vom Restaurant abzuschirmen. Der Tagungsbereich des Hotels liegt abgeschirmt hinter der Rezeption in Richtung Therme. So können Events und Tagungen in einer ruhigen Umgebung stattfinden. In den Abendstunden lädt insbesondere die SkyLounge auf dem Dach des Hotels zum Verweilen ein. Geprägt von lässigem Ambiente, das insbesondere von weiß lasiertem Holz, einem hellen Bodenbelag und den bunten, unter der dunklen Decke gespannten Schnüren definiert wird, öffnet sich die Bar mit langgestreckter Theke und Loungebereich nach Süden. Die großzügige Dachterrasse bietet nahezu Outdoor-Feeling mit einem Rundumblick auf Stadt, Fluss und Bergland – und einen Himmel, der hier oben ganz nah zu sein scheint.

Drei Parameter standen bei der Gestaltung des Emser Thermenhotels im Fokus: Den Gästen ein Ambiente zum Wohlfühlen und Entspannen zu bieten, Hotel und Therme als stimmiges Gebäudeensemble zu entwickeln und nicht zuletzt eine wirtschaftliche Betriebsweise zu ermöglichen.


Objektdaten

Standort: Viktoriaallee 24, 56130 Bad Ems

Bauherr: Emser Therme GmbH
Architekt: 4a Architekten
Planung: Katharina Dippon, Hyemee Kim, Jonas Straß (Projektleitung)

Tragwerksplanung: Fischer + Friedrich Ingenieurgesellschaft für Tragwerksplanung mbH, Fellbach
Bauphysik: Kurz und Fischer GmbH, Winnenden
Lichtplanung: Licht Kunst Licht AG, Bonn
HLS: Kannewischer Ingenieurgesellschaft mbH, Baden-Baden
Elektroplanung: BHP-FFM Ingenieurgesellschaft mbHm Frankfurt a.M.

Bauzeit: 4/2020 bis 11/2021
BGF: ca. 7.070 m²
BRI: ca. 28.000 m³
Lph. HOAI: 1 bis 8



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