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Röntgenschutz bleifrei

Knauf Gips KG
Röntgenschutz bleifrei

Mitte 2012 nahm im Klinikum Chemnitz Deutschlands wohl modernste Zentrale Notaufnahme den Betrieb auf. In den Röntgenräumen sorgt in weiten Bereichen die bleifreie Strahlenschutzplatte Knauf Safeboard dafür, dass keine gefährliche Strahlung nach außen dringt. Trennwände und Vorsatzschalen ließen sich mit der Spezialplatte deutlich einfacher und schneller erstellen als mit bleikaschierten Werkstoffen.

Das neue Notfallzentrum des Klinikums Chemnitz am Hauptstandort Flemmingstraße 2 gilt als derzeit modernste Notaufnahme in Deutschland. Rund 13,4 Millionen Euro ließen sich die Stadt Chemnitz und das Land Sachsen das Bauwerk mit 1.283 m² Nutzfläche kosten. Es war notwendig geworden, weil sich die Patientenzahlen in den beiden bisherigen Chemnitzer Notaufnahmen sowie einer zweiten Rettungsstelle der Stadt in den letzten zehn Jahren fast verdoppelt hatten. Allein 2011 suchten rund 41.000 Menschen diese Einrichtungen auf. Neben Platz mangelte es beiden Notaufnahmen auch an einer zeitgemäßen medizintechnischen Ausstattung.

Der sie ersetzende Neubau integriert unter anderem vier Behandlungsräume, die spezifisch für Behandlungen im Rahmen der Augenheilkunde, der HNO-Heilkunde, der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie sowie der inneren Medizin ausgestattet sind. Dazu kommen zehn Untersuchungs- und Behandlungs¬räume, drei Schockräume für die Erstversorgung, drei Eingriffsräume, ein Gipsraum und ein Röntgenraum.

Sowohl bei der Einrichtung, als auch bei der Bautechnik des neuen Notfallzent-rums setzt das Klinikum Chemnitz auf modernste Technologie und hochwertige Baumaterialien. So wurden die in Trockenbautechnik erstellten Innenwände jeweils mit zwei Lagen Knauf Diamantplatten beplankt, um extrem robuste Wände der Brandschutzqualität GKFI nach DIN 18180 mit idealen Ober-flächenqualitäten zu garantieren. Sie alle entsprechen aufgrund der hohen akustischen Qualität der darin verbauten Diamantplatten problemlos der Schall-schutzanforderung von 54 dB.

Bis zu drei Lagen Safeboard
Besonderes Augenmerk legten die Planer der Notaufnahme auf die Qualität der Wände der Röntgenräume, da in diesen Räumen eine hohe Strahlung vorherrscht, die nicht nach außen dringen darf. „Seitens des Architekten waren bestimmte Bereiche mit einem Bleigleichwert von 0,5 bis 3,5 bei einer Röhren-spannung von 125 kV vorgegeben“, erklärt Mike Georgi, Inhaber der Baugeschäfts Mike Georgi, das mit der Ausführung der Trockenbauarbeiten betraut war. „Diesen Wert konnten wir in weiten Teilen mit einer Konstruktion erreichen, die aus einer Lage 12,5 mm Diamantplatten in Kombination mit bis zu drei Lagen Knauf Safeboard besteht.“ Bisher kamen in solchen Bereichen Konstruktionen mit Blei als Strahlenschutz zum Einsatz. Die bleifreie Strahlenschutzplatte Safeboard lässt sich jedoch einfacher und damit schneller verarbeiten als bleikaschierte Platten. Knauf bietet zwei bevorzugte Lösungen an, die Bleigleichwerte von mindestens 1,0 mm bzw. 2,0 mm erreichen. Um bei entsprechender Röhrenspannung einen Bleigleichwert von mindestens 2,0 zu erreichen, kommt beispielsweise die Konstruktion „Safeboard 2,0“ mit zwei Lagen Safeboard plus einer dritten Lage Diamant auf jeder Wandseite zum Einsatz. Neben den Vorzugslösungen gibt es viele weitere Konstruktions-varianten, die sich anhand einer Tabelle je nach gefordertem Bleigleichwert und Röhrenspannung leicht ablesen lassen.

Die Wände, die einen Bleigleichwert von 2,0 oder mehr aufweisen, hinterlegte die Firma Mike Georgi im Klinikum Chemnitz mit Bleifolie. Die Ziegelwände erhielten eine zweilagige Vorsatzschale mit 12,5 mm Diamantplatten. Zwischen den Platten garantiert eine Einlage aus 2 mm dicker Bleifolie, dass keine Röntgenstrahlung nach draußen dringen kann. Insgesamt verbauten die Trockenbauer so zwischen September 2011 und Januar 2012 rund 12.000 m² Diamantplatten und 800 m² Safeboard und erstellten damit 2.700 m² Wand-flächen und 600 m² Vorsatzschalen.

Insbesondere die Vorsatzschalen erforderten bei der Verarbeitung hohe Auf-merksamkeit, da „die extrem aufwändige Leitungsdurchführung berücksichtigt und sehr viele Wechsel eingebaut werden mussten. Denn die technische Ausstattung der Räume war sehr hoch“, erinnert sich Frank Bergert, der als Bauleiter das Objektes bei Georgi betreute. In diesem Zuge war es auch nötig, mit verschiedenen Gewerken Hand in Hand zu arbeiten, um etwa die DIN-gerechte brandschutztechnische Qualität einer Durchführung zu gewährleisten.

Wände, die mit Schiebetüren bestückt sind, führten die Handwerker als Doppelständerwände aus. Die inneren Wände setzten sie im Bereich der Lauf-wege der Schiebetüren so weit zurück, dass diese selbst in diesen schlanken Bereichen noch einer W112-Wandkonstruktion entsprechen.

In mehreren Räumen erforderte die Planung zudem den brandschutztechnisch korrekten und staubsicheren Einbau von extrem empfindlichen Uhren in die Wandkonstruktionen. Zu diesem Zweck konzipierte der Trockenbauer eine spezielle Einhausung, die nach Abstimmung mit den Planern in Serie gefertigt wurde. „Diese Einhausung ist so verstärkt, dass die damit bestückte Wand trotz der Schwächung im Bereich der Uhr der DIN-Norm entspricht“, erklärt Mike Georgi.

Um eine hohe Oberflächenqualität zu gewährleisten, überzogen die Monteure die Wände zuletzt mit drei Spachtellagen, die jeweils geschliffen wurden. Der Maler mischte zudem der Grundierung seines ebenfalls dreilagigen Schichtauf-baus Farbe bei, „sodass wir Fehlstellen, die man beim Schleifen normalerweise nicht sieht, noch nacharbeiten und unsere Leistung qualitätsgerecht übergeben konnten“, berichtet Trockenbauer Georgi. Auf diese Weise konnten die Hand-werker die Qualität der Spachtelung von der ursprünglich geforderten Stufe Q2 auf fast Q3 erhöhen. Und damit dazu beitragen, dass die neue Notaufnahme in Chemnitz nicht nur technisch, sondern auch optisch eine führende Position in Deutschland einnimmt.

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