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Semperpreis 2019 an Christoph Ingenhoven

Kompromisslose Architekturästhetik mit ökologischem Anspruch
Semperpreis 2019 an Christoph Ingenhoven

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»Semperpreis 2019 an Christoph Ingenhoven« – Die Sächsische Akademie der Künste verleiht den Semperpreis 2019 an den Düsseldorfer Architekten Christoph Ingenhoven. Mit ihm wird eine Persönlichkeit ausgezeichnet, deren Gestaltungsauffassung ökologische Aspekte ganzheitlich berücksichtigt und dies zu einer eigenständigen Architektursprache von höchstem ästhetischem Anspruch führt, was an seinen weltweit errichteten Bauten ablesbar ist.

„Der 1960 geborene Christoph Ingenhoven steht wie kein zweiter deutscher Architekt für eine Architekturästhetik, die kompromisslos aus einem besonderen ökologischen Anspruch abgeleitet wird. Seine weltweit realisierten Bauten erfüllen höchste Standards des nachhaltigen Bauens in einer konsequent eigenständigen Architektursprache. Seit der Gründung seines Büros im Jahr 1985 als 25-jähriger Architekt verfolgt Ingenhoven mit seinem Werk stringent den Weg, klima-, ressourcen- und flächenschonende wie auch gleichsam schöne Gebäude entstehen zu lassen“ (aus der Jurybegründung)

Jurybegründung
Der 1960 geborene Christoph Ingenhoven steht wie kein zweiter deutscher Architekt für eine Architekturästhetik, die kompromisslos aus einem besonderen ökologischen Anspruch abgeleitet wird. Seine weltweit realisierten Bauten erfüllen höchste Standards des nachhaltigen Bauens in einer konsequent eigenständigen Architektursprache. Seit der Gründung seines Büros im Jahr 1985 als 25-jähriger Architekt verfolgt Ingenhoven mit seinem Werk stringent den Weg, klima-, ressourcen- und flächenschonende wie auch gleichsam schöne Gebäude entstehen zu lassen.

Neben der Klarheit, mit der Ingenhoven seit über dreißig Jahren seine architektonische Haltung zum Ausdruck bringt, beeindruckt sein für deutsche Architekten ungewöhnlicher globaler Aktionsradius. Ingenhoven hat mit seinen 59 Jahren bereits auf allen Kontinenten der Erde gebaut. Sehr oft erreichen seine Gebäude die höchsten Zertifizierungsstandards der jeweiligen Staaten wie beispielsweise DGNB Platin, LEED Platinum, BREEAM excellent oder Green Star six star. Sein Wirken lässt ihn damit auch zum Botschafter für die deutsche Vorreiterrolle im umweltbewussten Bauen werden.

Ingenhoven beschreitet oft als Erster neue Wege. Sein RWE-Hochhaus in Essen war das erste deutsche Hochhaus mit einer Doppelfassade zur natürlichen Belüftung der Büroräume. Das Gebäude der Europäischen Investment Bank Luxemburg wurde als erstes Gebäude in Kontinental-europa mit dem Zertifikat BREEAM excellent ausgezeichnet. Der Breezé Tower im japanischen Osaka wurde als erstes Doppelfassaden-Hochhaus in Japan nach CASBEE-Kriterien zertifiziert. Das Hochhaus 1 Bligh in Sydney war das erste Bürogebäude in Australien, das im ÖkoStandard Green Star das Zertifikat Six Stars erhielt.

In Ingenhovens über den Erdball verteiltem Werk fällt auf, dass er neben dem Rückgriff auf übliche energetisch-ökologische Standards seine Nachhaltigkeitskonzepte oft aus lokalen Besonderheiten generiert. Im von Wasserknappheit geprägten Sydney spart das Abwasseraufbereitungssystem des Bürogebäudes 1 Bligh täglich 100.000 Liter Frischwasser. Im Swarovski Headquarter am Zürichsee, realisiert nach dem Schweizer Minergie-Standard, wird das Seewasser des Zürichsees zum Heizen und Kühlen verwendet. Das University College Dublin nutzt Windturbinen zur Stromerzeugung.

Ebenso zählt ressourcenschonender Materialeinsatz zum Kanon der Ingenhoven’schen Nachhaltigkeitskonzepte. So sind mehrere Projekte nach dem Prinzip „Cradle to Cradle“ konzipiert. Beim Lufthansa Aviation Center am Frankfurter Flughafen setzte Ingenhoven für die Fassaden nach dem Forest Stewardship Council zertifizierte Hölzer ein. Begrünungen sind ein Markenzeichen seiner Architektur. Grüne Plätze und Höfe, begrünte Atrien, Dachgärten, bepflanzte Loggien oder begrünte Fassaden ziehen sich durch das architektonische Werk seit dem viel beachteten 2. Preis im Jahr 1991 für die Commerzbank-Zentrale in Frankfurt.

Die stetige Suche nach einer noch wirksameren Berücksichtigung ökologischer Aspekte im Gesamtkonzept, der Ausführungsplanung und Realisierung seiner Gebäude beeindruckt im Ingenhoven’schen Oeuvre. Oft können die Bauten als Demonstrationsobjekte verstanden werden. Dabei liegt allen Projekten eine Gestaltungsauffassung zugrunde, die das Streben nach Einfachheit, Logik, Schlüssigkeit bei gleichzeitig hohem ästhetischem Anspruch ablesbar werden lässt. Möglichst natürliche Belichtung und Belüftung, Synergie zwischen technischen Systemen und Gebäudeumfeld, weg von reiner Energieeffizienz hin zu Effektivität von Systemkopplungen aus vielen die Nachhaltigkeit bestimmenden Faktoren. Die Bauten zeichnen sich ästhetisch durch ein leichtes, elegantes, mitunter perfektionistisches Erscheinungsbild aus und wurden bereits mit vielen nationalen und internationalen Architekturpreisen gewürdigt. Ingenhoven begreift seine Bauten als umfassend und bis ins Detail gestaltete Lebensräume. 

Auch zwei jüngste Werke sind bereits prämiert worden. An völlig unterschiedlichen Orten entstanden zeigen sie beide das Bestreben Ingenhovens, neue Wege zu gehen. Das Rathaus in Freiburg im Breisgau ist als Plusenergiegebäude konzipiert, das mehr Energie erzeugt als es verbraucht. Die heutigen technischen Möglichkeiten werden eingesetzt, um weit über die gesetzlichen Anforderungen hinauszugehen – ein öffentlicher Bau wird zum Vorbild. 

In Singapur entstand mit dem Marina One ein riesiger Büro-, Wohn- und Geschäftskomplex, dessen Besonderheit nicht so sehr in der üblichen Nachhaltigkeitszertifizierung, sondern vielmehr im für Singapur untypischen Konzept der baulichen Verdichtung besteht. Die Baumasse wird an den Rändern des Baufeldes konzentriert, um die freie Mitte als „grünes Herz“ auszubilden. Auch hier verfolgt Ingenhoven die Übererfüllung: Die Grünflächen betragen ein Vielfaches mehr als in Singapur behördlich gefordert – und sind als Mehrwert das identitätsstiftende Element des Gebäudekomplexes. Beide Bauten, so unterschiedlich sie sein mögen, bieten eine Zukunft an, wie das Leben der Menschen weitergehen könnte.

Mit der Verleihung des Semperpreises 2019 an Christoph Ingenhoven wird ein herausragender deutscher Architekt gewürdigt, dessen beeindruckendes architektonisches Oeuvre auf einem ganzheitlichen Denken im nachhaltigen Bauen basiert und dessen Verständnis vom Umgang mit den natürlichen Ressourcen vorbildhaft ist, was sich weltweit in seinen errichteten Bauten manifestiert.

Wann: 26.09.2019 in der Sächsischen Akademie der Künste, Dresden
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