Gesundheit | Innsbruck | Bodamer Faber Architekten BDA,
Pflegeheim Pradl in Innsbruck

©Norbert Freudenthaler, Innsbruck

Bewährte Adresse schafft Identität
Der Größe des Projektes begegnen wir mit einem inneren Urbanismus. Die neue Eingangshalle an der Nahtstelle zwischen Neubau und Verwaltungsbereich ist als öffentlicher Ort gedacht, der die Vernetzung mit dem umliegenden Wohnquartier und die Durchwegung des Areals gewährleistet. Daran anschließend verbindet ein räumliches Band die unterschiedlichen Objekte. Es entsteht eine Vernetzung der Objekte durch die Abfolge von Hallen, Treppenanlagen und inneren Adressen, welche die einzelnen Nutzungen wie Häuser in der Stadt verorten.

Projektidee
Das Seniorenwohn- und Pflegeheim wird als 4-geschossiges Gebäude nordwestlich der neuen Eingangshalle behutsam in die bestehende Topographie eingebettet. Hierbei wird besonders auf die baukörperliche Maßstäblichkeit der benachbarten kleinteiligen Wohnbebauung Rücksicht genommen, indem der Neubau einen respektablen Abstand hält und mit seiner gefalteten Gebäudestruktur nicht als allzu große Baumasse erscheint.

So entsteht im Inneren eine kleinteilige Wohnlandschaft, die den Bedürfnissen und Gewohnheiten der künftigen Bewohner besonders entgegenkommt.

Betrieb
Die Haupterschließung erfolgt direkt, kurzwegig und ohne Umwege in Verlängerung der bestehenden Erschließungsstraße. Sie erhält eine dem Hause angemessene repräsentative Vorfahrtsmöglichkeit, die im Wesentlichen der schon bestehenden Vorfahrt entspricht. Die Vorfahrt endet an einem großzügigen überdachten Vordachbereich, welcher zugleich die barrierefreie Erschließung überdeckt. Dieses Vordach fungiert als baukörperliche Klammer zwischen dem bestehenden Verwaltungsgebäude mit den Häusern B bis D und dem Neubau Haus A.

Der bestehende Windfang im Verwaltungsgebäude wurde zurückgebaut und mit einem Büro überplant. In der Fuge zwischen Alt- und Neubau wurde ein transparenter Gebäudeteil eingefügt.

Die neue, luftig gehaltene Eingangshalle mit seinen vor- und nachgelagerten Rampen, Treppen- und Sitzstufen verspricht eine hohe Aufenthaltsqualität.

Das Haus mit seinen 120 Pflegeplätzen wird in 4 Stationen organisiert.

Hierbei wird je Ebene eine Station mit 2 Wohngruppen angeordnet, welche wiederum in 2 kleinere je 5-8 Bewohner-Kleingruppe unterteilt ist. Diesen Kleingruppen sind Fluraufweitungen zugeordnet, die in Verbindung mit den gemeinsamen Wohn-/Essräumen den Bewohnern ein vielfältiges Aufenthaltsangebot bietet.

Im Schwerpunkt des Gebäudes, an der Nahtstelle zwischen zwei Wohngruppen ist der Pflegestützpunkt untergebracht. Hier ist die gemeinsame Mitte der Station, hier treffen sich die Bewohner zum Mittagessen, hier kreuzen sich alle Wege.

Alle Verkehrsflächen sind natürlich belichtet, von hier ergeben sich Ein- und Ausblicke in die Landschaft und in die Nachbarschaft.

Allen Bewohnern stehen geschützte Freibereiche in Form von Loggien ganzjährig zur Verfügung. Alle Bewohner können einen vergleichbar ungehinderten Ausblick aus ihren Zimmern genießen. Das Untergeschoss mit seinen Ver- und Entsorgungsräumen und der Tiefgarage mit 55 Stellplätzen wird behutsam in den Hang integriert und ist kaum wahrnehmbar. Die grüne Böschungskante entlang der Egerdachstraße bleibt als Grünraum erhalten und wird durch den Wegfall des bestehenden Wirtschaftshofes gestärkt.

Konstruktion, Gestaltung und Materialisierung
Das innenräumliche Konzept sieht vor, das gesamte Haus A als ein Kontinuum miteinander in Beziehung stehender Wohn- und Erfahrungsräume zu sehen. Durch die fein abgestufte Hierarchisierung von öffentlichen, halböffentlichen und privaten Bereichen im Inneren wie auch im Äußeren wird eine kommunikative Atmosphäre geschaffen, die Individualität und Gemeinschaft gleichermaßen zulässt.

Die äußere Fassadenabwicklung wird durch eine sandfarbene Putzfassade mit einem horizontalen Besenstrich geprägt. Die Lochfassade wird durch große und nahezu quadratische Fensteröffnungen klar strukturiert. Die großzügigen Fensteröffnungen werden zusätzlich durch bronzefarbene Metallrahmen hervorgehoben, somit erhält das Gebäude seinen prägnanten Charakter. Die nichttragende hochwärmegedämmte Fassade wird dem Anspruch an ein Passivhaus gerecht. Die Fenster sind als Aluminiumfenster mit 3-fach Isolierverglasung konstruiert, der äußere Sonnenschutz ist als Alu-Raffstore ausgeführt.

Im Inneren sind vor allem natürliche Materialien (Holz, chemikalienfrei, usw.) verarbeitet worden, um u.a. den Anforderungen der ÖGNB-Zertifizierung gerecht zu werden.

Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit
Die zentrale Erschließung und die hochwertige und robuste Fassade ergeben einen langfristigen Gebrauchswert und tragen zur sozialen Akzeptanz bei. Die Einfachheit und Kompaktheit des Baukörpers, sowie das damit verbundene optimierte Verhältnis von Oberfläche zu Raumvolumen lässt niedrige Wärmeenergieverbräuche erwarten. Unterstützung findet sich hierbei in der angestrebten, hochwirksamen Wärmedämmung. Gleichzeitig wird durch innenräumliche Strukturen sowie Transparenz in der Fassade viel Tageslicht auch in zentral gelegene Bereiche geleitet, so dass künstliche Belichtung auf ein notwendiges Maß reduziert wird.

Das Gebäude wurde als Passivhaus geplant und von der Österreichischen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen nach der ÖGNB-Zertifizierung mit 926 von 1000 Punkten ausgezeichnet. Somit ist das „Haus Pradl“ das erste Wohn- und Pflegeheim in Österreich mit dieser hohen Zertifizierung.

Aus ökonomisch-wirtschaftlichen Gründen wurden die Nasszellen für alle 120 Pflegezimmer im Werk seriell vorproduziert, fertig auf die Baustelle geliefert und eingebaut.

Standortadresse:
Wohnheim Pradl
Dürerstraße 12, 6020 Innsbruck

Baujahr: 2017



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