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Knauf Brandwand in Karlsruher Logistikhalle, optimaler Brandschutz

Gewerbe | Karlsruhe | Knauf Gips KG
Brandschutz intelligent eingebunden

Seit 2020 nutzt der Reifen- und Felgengroßhändler Interpneu das Logistikzentrum Am Storrenacker 30 in Karlsruhe-Hagsfeld als Lager- und Fertigungszentrum. Der Mieterwechsel machte einen aufwendigen Umbau mit brandschutztechnischer Ertüchtigung inklusive einer über 8 m hohen Brandwand erforderlich. Im Mittelpunkt stand dabei deshalb das Brandwandsystem W131.de von Knauf.

Das insgesamt 32.000 m² große Logistikzentrum entstand zwischen 1997 und 2007 in vier Bauabschnitten direkt an der A5. Interpneu betreibt hier seit 2020 sein zentrales Felgenlager sowie die Komplettradmontage mit einer Kapazität von bis zu 400.000 Felgen und Kompletträdern. Beliefert werden unter anderem Autohäuser in ganz Deutschland und den Nachbarstaaten. In den Jahren zuvor war das Logistikzentrum von einem Kosmetikanbieter genutzt worden. Um den Komplex an die Anforderungen des neuen Mieters anzupassen und technisch auf den aktuellen Stand zu bringen, waren verschiedene Baumaßnahmen erforderlich, darunter der Einbau einer über 8 m hohen Brandwand.

Industriebaurichtlinie angewendet

Der verantwortliche Architekt Hans Mayer (Karlsruhe) beschreibt die brandschutztechnischen Anforderungen im Zuge des Umbaus: „Bauabschnitt 1 und 2 wurden seinerzeit tragwerkstechnisch getrennt voneinander mit 50 cm Abstand errichtet, aber als ein Brandabschnitt gebaut. Da die Fläche mehr als 10.000 m² (ca. 15.000 m²) beträgt, musste die Brandlast gesondert nachgewiesen werden. Für die neue Nutzung durch Interpneu war dies nicht praktikabel. Das Brandschutzkonzept sah vor, Bauabschnitt 1 und 2 brandschutztechnisch in F90 zu trennen, um den Regelfall der Industriebaurichtlinie* (bis 10.000 m²) anwenden zu können.“

Zulassung bis 9 m Wandhöhe maßgebend

Zu Beginn der Planung war relativ schnell klar, dass eine Lösung mit Beton oder Mauerwerkswänden einen unverhältnismäßig hohen Aufwand für die bereits bestehende Gründung des Tragwerks bedeutet hätte und auch den Rahmen für die Bauzeit gesprengt hätte. Es wurde deshalb frühzeitig eine Möglichkeit gesucht, bei der sich das vorhandene Tragwerk mit den Stützen und Pfetten aus Stahl in die Konstruktion der Brandwand integrieren ließ. Die lichte Höhe der Stützen von 8,20 m bildete dabei den Maßstab. Architekt Hans Mayer: „Auf der Suche nach einer tragwerkstechnisch einsetzbaren Wand mit einer Zulassung über 8,00 m Höhe kam von Knauf der Vorschlag, das neu entwickelte Trockenbau-System W131.de mit Diamant Steel-Beplankung einzusetzen, das für Höhen bis zu 9 m zugelassen ist. Damit hatten wir einen geeigneten Lösungsansatz.“ Ausgeführt wurde die Brandwandkonstruktion durch das Fachunternehmen Lechnauer & Reuther (Westheim).

Brandwand mit Diamant Steel-Beplankung

Mit dem System W131.de in EI 90-M-Qualität ist es möglich, eine schlanke Brandwand mit nur 2 x 12,5 mm Beplankung je Seite zu bauen. Speziell hierfür entwickelte Knauf die Diamant Steel GKFI 12,5 + 0,4, eine mit 0,4 mm Stahlblech kaschierte Diamant-Platte. Neben der brandschutztechnischen Wirkung erhöht sie die Wirtschaftlichkeit und schafft deutliche Montagevorteile bei der Ausführung. Der Arbeitsgang der losen Blechmontage entfällt, Konstruktion und Materialeinkauf vereinfachen sich. Da die Überlappung der Bleche nicht erforderlich ist, entsteht eine besonders ebene Oberfläche. Tobias Hieb (Lechnauer & Reuther): „Wir hatten in der Vergangenheit schon öfter das System W131.de von Knauf verarbeitet, der Einsatz der Platte Diamant Steel war für uns aber neu. Gegenüber der konventionellen Montage einer Brandwand ist die Konstruktion mit Diamant Steel aus unserer Sicht vorteilhaft, wenn es auch speziell bei diesem Bauvorhaben viele Herausforderungen zu meistern galt, die zeitaufwendig waren.“ Als praktikabelste Art der Verarbeitung der Diamant Steel Platte habe sich der Einsatz einer Kreissäge mit Metallblatt und Absaugeinrichtung erwiesen.

Individuelle Anpassung an Tragwerkskonstruktion

Die W131.de-Brandwand im Karlsruher Logistikzentrum wurde an einer Stelle geplant, an der die Tragwerke der Halle getrennt waren. „Herausfordernd war für uns, dass die Wand ja nicht ‚eine Wand‘ war, sondern aus einzelnen Segmenten bestand, die jeweils zwischen Stahlstützen stehen und somit erst als Ganzes zur eigentlichen Brandwand wurde“, erläutert Tobias Hieb, „an den Stützen und Trägern waren zuvor Schweißarbeiten notwendig, damit die Wand konform angeschlossen werden konnte. Diese wurden durch einen von uns beauftragten Schlosser durchgeführt.“ Eine weitere Herausforderung für das Team von Lechnauer & Reuther resultierte aus der durch die Positionierung der Brandwand resultierende Entscheidung, noch eine zweite Wand in vorgesetzter Bauweise mit verlorenem Ständerwerk zu errichten.

Je Hallentragwerk eine eigenständige Brandwand

Alexander Baisch, Verkaufsleiter Technik und stellvertretender Vertriebsleiter für die Sparte Trockenbau im Verkaufsgebiet Süd bei Knauf, erläutert diese spezielle Konstruktion: „In Abstimmung mit dem verantwortlichen Brandschutzsachverständigen wurde daher eine Lösung konzipiert, die je Hallentragwerk jeweils eine eigenständige Brandwand vorsah. So würde in einem Brandfall die jeweils dem gegenüberliegenden Hallentragwerk zugehörige Brandwand das Schutzziel erfüllen. Als alternative Lösung wäre eine Ertüchtigung des kompletten Hallentragwerkes möglich gewesen, was jedoch mit dem damit verbundenen immensen wirtschaftlichen Aufwand nicht in Frage kam. Da die zwei zu erstellenden Brandwände mit einem geringen Abstand von zirka 20 – 30 cm direkt voreinander gebaut werden mussten, war lediglich die Ausführung der ersten Brandwand in gewöhnlicher Bauweise (2 x 12,5 mm Beplankung je Seite) möglich. Die Beplankung der zweiten Brandwand, die der bereits erstellten Brandwand zugeneigt war, konnte auf Grund des nicht zugänglichen Hohlraums zwischen den Wänden nur von der abgeneigten Seite her montiert werden. Hierzu wurde im Wandhohlraum eine Ständerkonstruktion als ‚verlorene‘ Unterkonstruktionsebene erstellt, die ein Montieren der Gesamtkonstruktion von einer Seite zuließ. Das Prinzip sieht hierbei vor, dass während der Montage quasi zwei Vorsatzschalen zu einer Brandwand kombiniert werden.“

Inklusive aller Planungsschritte und laufenden Detailklärungen, an denen auch der zuständige Knauf Gebietsleiter Peter Kull beteiligt war, dauerten die Trockenbauarbeiten in der Logistikhalle rund neun Monate. Das Team von Lechnauer & Reuther war für die Montage der Brandwand zeitweise mit bis zu sechs Mitarbeitern vor Ort.

Erster geprüfter gleitender Deckenanschluss

Erstmalig wurde beim System W131.de mit Diamant-Steel auch ein gleitender Deckenanschluss brandschutztechnisch geprüft. Bei Deckendurchbiegungen über 10 mm muss der obere Wandanschluss die Bewegung aufnehmen, was bei Brandwänden aufgrund der hohen statischen Anforderungen eine besondere Herausforderung darstellt. Bei der Ausführung in der Logistikhalle in Karlsruhe wurde dem System entsprechend nach oben unter die Pfetten ein gleitender Deckenanschluss mit gleitendem Wandsteckwinkel an jedem zweiten Ständer eingebaut.

Die brandschutztechnisch notwendige Weiterführung der Wand über Dach erfolgte mit einer Sonderkonstruktion aus 2 x 12,5 mm Diamant Steel-Beplankung je Außenseite und Knauf Fireboard Platten auf den Innenseiten zwischen den beiden Brandwänden. Die Außenverkleidung erfolgte mit Titanzink. Über Dach wurde der Zwischenraum zwischen den beiden Tragwerken mit einer überlappenden, schiebenden Verbindung aus Titanzink nicht kraftschlüssig überdeckt.

* Als Industriebaurichtlinie wird die Muster-Richtlinie über den baulichen Brandschutz im Industriebau (M-IndBauRL) bezeichnet. Darin sind die Mindestanforderungen an den Brandschutz von Industriebauten festgelegt.

Bautafel

Bauvorhaben:
Interpneu Logistikzentrum

Nutzer:
Interpneu Handelsgesellschaft mbH

Planung:
Architekturbüro Hans Mayer, Karlsruhe

Trockenbau:
Lechnauer & Reuther, Westheim

Fachberatung:
Peter Kull, Alexander Baisch, Knauf Gips KG

System:
Knauf Brandwand W131.de Diamant Steel GKFI

Hallenfläche:
15.000 m², geteilt in 10.000 + 5.000 m²
Lichte Höhe Brandwand:
8,20 m
Fläche Brandwand gesamt:
1.120 m²

 

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