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Umbau Feinkost Böhm, Stuttgart

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In Stuttgart und Umgebung ist Feinkost Böhm eine erste Adresse für Wiederverkäufer hochwertiger Gastronomieerzeugnisse. Als der Cash-and-Carry-Handelshof in der schwäbischen Metropole eine kosmetische Behandlung benötigte, um die Optik der Verkaufsflächen wieder dem exquisiten Warenangebot anzupassen, entschieden sich die Verantwortlichen, die Renovierung während des laufenden Betriebes durchzuführen. Dafür engagierten sie das Stuttgarter Architekturbüro Markus Eck Architekten + Ingenieure. Und Markus Eck, der sich als Tausendsassa im Management der unterschiedlichen Gewerke erwies, verwirklichte seine Idee eines wohl geordneten, lebendigen Marktes. Dabei spielte die Fußboden-Gestaltung eine wichtige Rolle. Die Baupartner Schock und Uzin sowie der von beiden unterstützte Verarbeitungsbetrieb Teppich Schmitz aus Köln sorgten dafür, dass nichts anbrannte und der ehrgeizige, knappe Zeitplan exakt eingehalten werden konnte.
Auf einer knapp 60 Meter langen und 3,50 Meter breiten Strecke entstand bei Böhm ein leuchtend orangefarbenes Band aus Cristalite granite Bodenplatten. Markus Eck hatte im Vorfeld bei Schock-Vertriebsleiter Friedhelm Beiteke angefragt, ob es möglich sei, die benötigten 200 m² in der Böhm-Hausfarbe – eben einem kräftigen Orange – zu bekommen. Obwohl die Farbe sich deutlich von allen übrigen Dekoren der Cristalite granite Kollektion unterscheidet, zauberten die Schock-Entwickler umgehend ein Farbmuster herbei, das exakt dem Corporate Design des Feinkost-Anbieters entsprach.
Auch der zweite Wunsch des Architekten ließ sich verhältnismäßig leicht erfüllen – Eck wollte möglichst großformatige Platten und einen entsprechend niedrigen Fugenanteil. Zweieinhalb Meter sowie einen Meter lange und jeweils 50 Zentimeter breite Platten im Wechsel verleihen der farblich intensiven Fläche eine ruhige und ausgesprochen hochwertige Anmutung; zumal es Schock-Anwendungstechniker Andreas Vorbrodt gelang, die Fugenmassen ebenfalls in Orange beizubringen.
Lediglich bei der Plattenstärke erfüllte Schock den Architektenwunsch von sechs Millimetern nicht. Als Friedhelm Beiteke von den tonnenschweren Lasten hörte, die in dem Markt auf Hubwagen mit kleinsten Rädern bewegt werden, entschied er, auf die elf Millimeter starke Plattenvariante auszuweichen. Cristalite granite Bodenplatten halten zwar mehr aus als jeder vergleichbare andere Steinboden, so Beiteke, unkaputtbar aber sind sie nicht.

Dank des sorgsam auf den neuen Schock-Boden abgestimmten Uzin-Verlegesystems verlief die Verlegung völlig problemlos

Zum Glück wies der alte Magnesia-Estrich einen guten Verbund zum Untergrund auf, so dass er nicht – wie von Uzin-Cheftechniker Bernhard Reck ursprünglich befürchtet – entfernt werden musste. Architekt Eck konnte die eine Seite der Straße – hier entstanden neue Eventboxen – mit Rohbeton ausgießen lassen. Auf der anderen Seite – zur bisherigen Verkaufsfläche hin – ließ er den Estrich auf die zu erwartende Aufbauhöhe der Cristalite granite Plattenals schräge Rampe anspachteln. Nachdem der Estrichleger die von Schock geforderten Edelstahl-Profile rund um die 200 m² große Fläche angebracht hatte, war das Bett für die Cristalite-Verlegung bereitet.

Teppich Schmitz-Geschäftsführer Josef Zagolla ließ die Oberfläche des Estrichs zunächst durch einen Subunternehmer kugelstrahlen. Michael Derigs und Frank Neumeister, die beiden Teppich Schmitz-Verleger, frästen anschließend noch Hochpunkte im Estrich ab, um auch wirklich überall die erforderliche Aufbauhöhe zu haben. Um den Magnesia-Estrich vor Feuchtigkeit aus der Spachtelmasse zu schützen, grundierten sie zweimal mit der 2-K-Epoxi-Dichtgrundierung Uzin-PE 460 und quarzten für den Haftverbund satt mit Uzin-Perlsand ab. Dann spachtelten sie die Fläche sorgfältig mit der Nivelliermasse

Uzin-NC 170. Vor dem Verlegen verpassten die beiden Bodenleger der Spachtelmasse mit einer Einscheiben- Maschine noch den letzten Schliff, um Verunreinigungen und mögliche Erhöhungen zu entfernen. Auf dem nach der Spachtelung topfebenen Untergrund klebten die Profi-Bodenleger des Kölner Objekteurs dann die Cristalite granite Platten mit dem 2-K-PUR-Parkettklebstoff Uzin-MK 92 S.

Für die Verfugung hatten sich die Anwendungstechniker Andreas Vorbrodt von Schock und Erich Blank von Uzin etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Während Vorbrodt die pastöse Dispersionsfugenmasse auf Basis Styrol-Acrylat-Copolymer mit colorierten Sanden nach einemFarbmuster exakt auf die gewünschte Farbnuance hatte abstimmen lassen, hatte Blank sich um die Verfugungstechnik gekümmert. Er erläuterte den Bodenlegern das Befüllen der Uzin-Handspritzpistole sowie die Arbeit damit:
Zunächst füllte er die Fugenmasse in ein exakt passendes Gebinde um. Nachdem er die Griffe der Druckplatte in die vorgesehenen Gewinde geschraubt hatte, setzte er die Druckplatte auf das befüllte Gebinde, schob die Kolbenstange der Uzin-Handspritzpistole nach vorne in den Zylinder und setzte diesen auf die Öffnung in der Druckplatte. Anschließend drückte er die Druckplatte leicht in das Gebinde ein und öffnete den Sperr-Riegel. Indem er die Kolbenstange zurückzog, saugte er das Fugenmaterial in den Zylinder. Nun brauchte er nur noch die beiliegende Kunststoffdüse in den Schraubverschluss des Zylinders einzudrücken und beides auf den Spritzzylinder aufzuschrauben – fertig war die befüllte Handpistole. Je nach Fugenbreite und Handhaltung wird die Kunststoffdüse etwas schräg abgeschnitten.
Die beiden Verarbeiter hatten bereits nach wenigen Fugenmetern genau begriffen, wie sie die Düse der Handspritzpistole auf die offenen Fugen aufsetzen und durch Pumpen die Fugenmasse herausdrücken mussten, um das Material satt und hohlraumfrei in die Fuge einzuspritzen. Das leicht aus der Fuge herausquellende Material streiften sie oberhalb der Fugenoberkante ab und verwendeten es zur weiteren Verfugung nochmals. Schnell entwickelten sie eine aufeinander abgestimmte Teamarbeit und verfugten die 200 qm im Rekordtempo.

Alle vier Meter entlang der Längskante der Platten sowie an den Übergängen zu den Schlüter-Profilen ließ Vorbrodt die Verarbeiter Silikonfugen einbringen. Hierzu hatte er das normale Fugenmaterial zusätzlich elastifiziert. Optisch stört somit nichts den leuchtend orangen Gesamteindruck. Nur wer sich auf den Boden begibt und an den Fugen fühlt, merkt den Unterschied.

Auch in punkto Bauschluss- bzw. Erstreinigung schließlich hatten die Baupartner Schock und Uzin an alles gedacht. Vorbrodt hatte Kärcher-Verkaufsleiter Andreas Vaas zu der Baustelle gebeten. Dieser brachte einen Dampfreiniger sowie einen Bodenreinigungs-Automaten mit. Mittels des Dampfreinigers – unter Zugabe eines alkalischen Spezialreinigers ins heiße Reinigungswasser – konnte die abgebundene Fugenmasse in der Fläche erweicht und mit dem Reinigungsautomaten rückstandsfrei aufgenommen werden.

Orange Straße dient als Orientierungshilfe und gibt idealen Präsentations-Laufsteg ab
Um einerseits den anderen Gewerken aus dem Weg zu gehen und andererseits die äußerst eng gesetzte Zeitvorgabe einhalten zu können, hatten die Bodenleger vorwiegend nachts gearbeitet. So erledigten sie die komplette Verlegung in zwei aufeinander folgenden Nächten. Verarbeiter Michael Derigs lobte: Das ist ein Architekt, der sich wirklich um seinen Bau kümmert. Und auch der Architekt erwiderte das Kompliment: Die Verleger haben hier wirklich eine tolle Leistung vollbracht und mir sehr geholfen, den Zeitplan einzuhalten, betonte er.
Obwohl für einen Architekten jung, blickt der 33-jährige Eck bereits auf acht Jahre Erfahrung seines dreiköpfigen Teams zurück.

Auf der Eröffnungsfeier des renovierten Marktes, die planmäßig am 10. März starten konnte, durfte Eck erleben, wie gut seine Konzeption einer Laufstraße in leuchtendem Orange gelungen war. Böhm denkt daran, den Eventbereich inklusive Bistro vom Markt abzutrennen und für Modenschauen oder aber auch Automobil-Präsentationen zu vermieten. Im täglichen Betrieb indes dient das orange Band der Sympathie den Kunden zur schnellen Wegeführung und klaren Orientierung – wie von Markus Eck geplant.

Es geht mir darum, dass der Kunde sich sofort zurecht findet, hatte Eck zu Beginn der Verlegearbeiten gesagt. Wiederverkäufer müssten die gewünschte Ware auf dem schnellsten Wege finden können. Dank Schock, Uzin und Teppich Schmitz ist diese Idee bei Feinkost Böhm nunmehr Wirklichkeit geworden.

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