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U-Bahnhof Berlin-Pankow

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Spezialaufbau für die Verlegung von Glasplatten

Um die Lebensqualität der Menschen in der Region Berlin auch künftig auf einem hohen Niveau zu sichern, nimmt aufgrund des allgemeinen Verkehrszuwachses der öffentliche Nahverkehr in Berlin eine hohe Bedeutung ein. Wichtige Voraussetzung hierfür ist ein attraktives Verkehrsangebot mit bedarfsgerechter Infrastruktur. Die weitere Entwicklung der Infrastruktur bestimmt künftig die Verlängerung bestehender Strecken im U-Bahnnetz.
Mit der Verlängerung der Linie U2 vom U-Bahnhof Vinetastraße in Richtung Norden zum neuen S- und U-Bahnhof Pankow wurde ein Jahr vor dem 100sten Geburtstag der Berliner U-Bahn eine neue Netzverknüpfung geschaffen.

Baubeginn des U-Bahnhofs Pankow war 1998. Der U-Bahnhof Pankow wurde am 16. September 2000 in Betrieb genommen. Bei der Gestaltung der Station setzten der Betreiber – die Berliner Verkehrsbetriebe – und die zuständige Architektensozietät Figallo, Birkel & Partner auf Helligkeit und Transparenz, die unter anderem auch durch Glasplatten an Wänden und Säulen vermittelt werden sollten.

Besonderheiten und Untergrundaufbau bei Glasplatten
Die Wahl bei der Verkleidung der Wand fiel auf durchgefärbte, weiße Glasfliesen. In den fünfziger und sechziger Jahren wurden Glasplatten und -fliesen wegen ihrer Frost- und Säurebeständigkeit und der leichten Pflegemöglichkeiten häufig für Wandbekleidungen verwendet. Man erhoffte sich Vorteile dadurch, dass wegen des homogene Stoffes Spannungen zwischen Scherben und Glasur entfielen. Hauptproblem damals war jedoch die fehlende Flexibilität der Glasplatten, da sie bei Spannungen im Untergrund rissen.

Trotz der eingangs genannten Vorteile haben Glasplatten auch heute noch das Problem der fehlenden Flexibilität – speziell bei Vibrationen, die durch fahrende U-Bahnwagons entstehen. Aus diesem Grund arbeitete Bernd Burkel, Bauleiter der Firma Fliesen Junck aus Berlin sehr eng und engagiert mit der Uzin-Anwendungstechnik zusammen. Man entschied sich beim Untergrundaufbau für einen vom Beton abgekoppelten Putz, um das Problem der fehlenden Flexibilität in den Griff zu bekommen – einzigartig und einmalig, so die Worte Burkels zu dem Spezialaufbau.

Dazu wurde ungesandete 300er Pappe als Entkopplung auf Betonwände und -säulen aufgenagelt. Mittels Dübeln, Schrauben und Abstandshaltern wurde das Armierungsgewebe angebracht. Armierungs- bzw. Glasfasern haben die Aufgabe, die Gefügefestigkeit zu erhöhen und die Rissbildung zu vermindern.
Der weitere Aufbau beinhaltete einen Zwei-Lagen-Putz, bestehend aus einem Unter- und Oberputz aus Kalkzement mit einer Stärke von 35 Millimetern. Damit umfasste der gesamte Spezial-Aufbau 50 Millimeter. Der von Junck und Uzin entwickelte Aufbau stellt sicher, dass die von den U-Bahnwagons erzeugten Vibrationen keine Schäden an den Glasplatten verursachen.

Insgesamt wurden circa 1.200 m² Glasplatten an Wänden und Betonsäulen verlegt. Die Verlegearbeiten erfolgten auf Gerüsten, teilweise bei engsten Platzverhältnissen.

Verlegt wurden weiße Schudoplack-Glasplatten der Firma Scholl, Kassel im Hannoveranischen Format von 30 x 60 Zentimetern und einer gerillten Rückseite. Bei den Wandflächen, die einer stärkeren Nutzung ausgesetzt sind – beispielsweise bei den Treppenabgängen und den Wartezonen an den Bahnsteigen – wurde neun Millimeter starkes ESG-Sicherheitsglas verwendet, ansonsten entschied man sich für sechs Millimeter normales Glas. Das Einscheiben-Sicherheitsglas ESG weist erhöhte Temperaturwechselbeständigkeit, erhöhte Schlag- und Stoßfestigkeit und eine hohe Biegebruchfestigkeit auf. Der Vorteil beim Einsatz im U-Bahnhof Pankow ergibt sich auch aus der Tatsache, dass sich das ESG-Glas bei einem möglichen Bruch in ein Netz von Bruchstücken auslöst, die überwiegend stumpfkantig sind und somit keine Gefahr für Verletzungen darstellen.

Neben eingangs erwähnten Vorteilen überzeugen Glasplatten vor allem durch ihre Optik, die nach außen vermittelte Helligkeit und den geringen Abrieb. Mit Glas können Helligkeitseffekte erzielt werden, die mit einer keramischen Glasur nicht erreicht werden können.

Die Verlegung von Glasplatten
Bei dem Verlegeaufbau wurde mit Grundierung, Dünnbettmörtel und Fugenmörtel gearbeitet. Die verwendeten Produkten der Firma Uzin entsprachen den Anforderungen, da sie bei der Haftung von Glas, das normalerweise keine saugenden Eigenschaften aufweist, dauerhafte Funktionstüchtigkeit gewährleisten und die Kriterien und Anforderungen nach Haltbarkeit und Reinigungsbeständigkeit vollständig erfüllen.

Die Grundierung des Spezial-Aufbaus erfolgte mit Fliesengrund, einem lösemittelfreien Produkt, das auf den oberen Randzonenbereich des Untergrundes verfestigend wirkt, wasserfest und wassersperrend ist, so dass dem Klebemörtel nicht über den stark saugenden Untergrund das Anmachwasser entzogen wird. Diese Schutz- und Haftgrundierung ist geeignet als Grundierung zum Schutz feuchtigkeitsempfindlicher Untergründe sowie zur Bindung der haftungsfeindlichen Reststäube auf den Oberflächen. Als geruchsneutrale Haftbrücke schließt er die Poren des Untergrundes, bindet Staub und schützt vor schädlicher Wassereinwirkung zum Untergrund und zu schnellem Entzug des benötigten Mörtelanmachwassers.

Floating-Buttering-Verfahren
Anschließend wurden die Glasplatten hohlraumfrei im Floating-Buttering-Verfahren in das aufgekämmte Mörtelbett eingelegt. Einer der Vorteile, die das Dünnbettverfahren bietet, ist die schnelle Arbeitsweise. Diese erreicht man am besten dann, wenn man den Dünnbettmörtel auf den Untergrund aufträgt. Durch das Aufkämmen entstehen Stege, in welche die rückseitig gerillten Glasplatten gut eingeschoben werden können (Floating-Verfahren). Beim Buttering-Verfahren wird der Dünnbettmörtel auf die Rückseite der Glasplatten aufgetragen. Die Glasplatten werden dann mit leichter Drehbewegung in das Mörtelbett eingelegt und angedrückt (Buttering-Verfahren). Wenn man – wie bei schlecht saugenden Glasplatten – auf eine besonders hohe Haftfestigkeit der Beläge angewiesen ist, kommt eine Kombination von Floating- und Buttering-Verfahren zum Einsatz. Demnach wird der Dünnbettmörtel sowohl auf den Untergrund als auch auf die Rückseite der Glasplatten aufgetragen. Das Ansetzen bzw. Verlegen erfolgt dann durch Zusammenfügen der beiden Schichten in noch plastischem Zustand.

Der verwendete Dünnbettmörtel Fliesurit Extraflex von Uzin ist speziell für eine hohe Beanspruchung und großformatige Platten entwickelt worden. Der pulverförmige Werktrockenmörtel enthält helle Spezialzemente, mineralische Zuschlagstoffe und Additive, weist eine hohe Flexibilität und Verformbarkeit und eine sehr hohe Haftzug- und Scherfestigkeit auf. Er ist wasserfest sowie frostbeständig und für Kleberbettdicken bis 10 Millimeter geeignet.

Der graue Fugenmörtel Flexfuge von Uzin eignet sich für das schnelle und spannungsausgleichende Verfugen auch bei Glasplatten. Flexfuge kommt insbesondere in Bereichen mit hoher Beanspruchung durch Nässe und Temperaturwechsel zum Einsatz und ist für Fugenbreiten von fünf bis 20 Millimeter an Wand und Boden geeignet. Dieser schnell hydraulisch erhärtende Fugenmörtel härtet rissefrei, wasser-undurchlässig und frostbeständig aus.

Der Verlegebetrieb Fliesen Junck
Die Firma Fliesen Junck aus Berlin wurde sowohl mit der Erstellung des Untergrundaufbaus als auch mit der Verlegung der Glasplatten beauftragt.

Die Fliesen Junck Fachbaumarkt GmbH wurde vor über 30 Jahren – damals noch als reiner Verlegebetrieb – gegründet. Heute sind 70 Mitarbeiter, davon 40 Verleger in Berlin, beschäftigt. Fliesen Junck vertreibt und verlegt keramische Beläge und Naturstein überwiegend im regionalen Raum. Für Endverbraucher wurde ein Showroom in den Fachbaumarkt integriert. Neben der Verlegung und dem Handel hat Fliesen Junck noch ein weiteres Standbein in Form einer Werkstatt, in der Natursteine nach Vorgaben von Kunden und Architekten zugeschnitten werden. An die 70 Prozent des Umsatzes macht der Verlegebetrieb im Objektgeschäft. Referenzobjekte von Fliesen Junck sieht man überall in Berlin. So war das Unternehmen beim Umbau des Auswärtigen Amtes in Berlin mit der Renovierung der gesamten Sanitäranlagen beauftragt.

Weitere Informationen erhalten Sie bei Uzin Utz AG, Katrin Raumer, Referentin Marketing / Public Relations, Telefon 07 31 / 40 97 – 2 11, Telefax 07 31 / 40 97 – 1 08 oder per E-Mail: raumer@uzin.de

Weitere Informationen:

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