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Textile Architektur für Roma-Tower

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Schon von weitem fällt er auf – der Roma-Tower im bayerischen Burgau. Wie ein riesiger, metallener Bambusstock überragt er das Firmengelände des süddeutschen Sonnenschutzspezialisten. Das Besondere: In der Dunkelheit erscheint der Turm 'lebendig'. Mehr als 1.000 LEDs tauchen ihn in ein sphärisches Licht und machen Animationen möglich. So entsteht die Illusion einer Bewegung. Zusätzlich setzen vier Projektoren das Gebäude in Szene. Es erscheint als magische Leuchtskulptur, die sowohl vom Burgauer Ortszentrum als auch von der nahen Bahnlinie München-Stuttgart bis hin zur A8 zu sehen ist.

Ursprünglich diente der Turm im Burgauer Gewerbegebiet als Sägespänelager eines Holztürenherstellers. Nach dessen Aufgabe des Standortes kaufte Roma das Gelände. Die monolithische Symmetrie des weißen Silos passte jedoch nicht zum Erscheinungsbild des neu entstandenen Gebäudeensembles. So entwickelte sich in Zusammenarbeit mit dem österreichischen Systemanbieter für textile Architektur Typico unter Führung von Thomas König die Idee: Der Tower sollte durch eine Fassadenverkleidung eine amorphe Form erhalten – quasi als kontrastierendes Pendant zum neuen, riegelförmigen Ausstellungs- und Veranstaltungszentrum 'Forum' sowie zu den kubischen Produktionshallen und Bürogebäuden des Sonnenschutzherstellers. Bambus, der im Garten und den Innenräumen als immer wiederkehrendes Gestaltungselement zu finden ist, diente als Inspiration.

Eine dreidimensionale Membranbespannung hüllt jetzt den zylinderförmigen Stahlbetonbau ein. Diese windet sich helixförmig in acht Umrundungen bis zur 26 Meter hohen Spitze. Dazu wurden 240 Edelstahl-Konsolen montiert, welche die Kederschienen für die Aufnahme der Membran fixieren. Beim Gewebe fiel die Wahl auf ein beschichtetes Fassadennetz, das einerseits Wind und Wetter standhält, andererseits durch seine semitransparente, geschlossene Beschaffenheit einen silberfarbigen Kokon um den 'Dome' bildet. Faltenfreie Optik gelang durch millimetergenaue Konfektionierung. Die unterschiedlichen Auskragungen der Führungen – oben 60 cm, unten 15 cm – bilden die Wachstumsringe des Bambus. Insgesamt wurden rund 500 Meter der Laufschienen sowie 485 m² Membran verbaut. Die hohe Anzahl an Leuchtdioden sorgt für eine symmetrische Ausstrahlung des Bauobjekts. Sie sind einzeln adressier- und über einen DMX-Driver ansteuerbar. Mit Hilfe von Programmen, die der Stuttgarter Grafikdesigner Benedikt Groß eigens für das Objekt erstellt hat, kann eine kinetische Fassade simuliert werden. So lassen sich dynamische Effekte, wie beispielsweise Windböen auf der textilen Oberfläche, erzeugen.

Durch die hochwertige Ausführung hat sich das ehemalige Silo in ein Wahrzeichen verwandelt. Künftig soll es auch für Ausstellungen und Events genutzt werden. Obendrein ist auf dem Dach des Turms eine Aussichtsplattform geplant, die über eine Wendeltreppe im Inneren erreichbar sein soll. Von hier aus wird sich dem Besucher ein einmaliger Blick über das gesamte Firmengelände bis ins nahe Mindeltal eröffnen.

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