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DER OPERNPLATZ – WIEDERHERSTELLUNG EINES GROSSSTÄDTISCHEN ENSEMBLES

In den Städten der Bundesrepublik Deutschland wurden während des Zweiten Weltkriegs nicht nur viele für die Geschichte des Landes wichtige Bauwerke zerstört, sondern vor allem auch die Einmaligkeit historisch wertvoller Orte, Plätze und Straßen. In Frankfurt am Main hatte lediglich der im 19. Jahrhundert entstandene Opernplatz als Platzraum die Zerstörungen einigermaßen überstanden, auch wenn das prachtvolle Opernhaus selbst nur als ausgebrannte Ruine übriggeblieben war.

In der Wiederaufbauphase wurde dieser letzte noch vorhandene historische Platzraum mit dem Abriss sämtlicher Häuser, die die westliche Platzwand des Opernplatzes bildeten, endgültig zerstört. An ihrer Stelle entstand in den 1960er Jahren eine Hochhausbebauung mit Solitärbauten und Pavillons nach der städtebaulichen Idee der „Stadtlandschaft“ mit Fassaden aus Glas und Aluminium, die ein Drittel des angrenzenden Rothschildparks überbaute und ihn damit von der Stadt abschirmte.

Mit dem Abriss dieser Bauwerke und dem Neubau des OpernTurms ist für die Stadt Frankfurt am
Main die große Chance entstanden, diesem repräsentativen Platz des 19. Jahrhunderts wieder seine ursprünglich einfassende Form als großstädtisches Ensemble zurückzugeben. Dieses Ensemble ergab sich auch aus der einheitlichen, gelbbeigen Steinverkleidung der einzelnen Hausfassaden am Platz, in deren Mitte das Opernhaus aus gelbem Sandstein stand. Hier setzt das neue Bebauungskonzept an. Es entsteht eine Blockrandbebauung aus gelbem horizontal kanneliertem Naturstein, die die Höhe und Materialität der ursprünglichen Bebauung aufgreift. Sie ergänzt die bestehende Opernplatzbebauung und formuliert wieder einen zusammenhängenden Platzraum. Im Sinne des typisch städtischen Stilelements aus dem 19. Jahrhundert sind in der Blockrandbebauung zweigeschossige Arkaden mit Läden und Gastronomie geplant, womit die Westseite des Opernplatzes wieder ihre einstige Vitalität zurückgewinnen wird.

REKULTIVIERUNG DES ROTHSCHIlDPARKS NACH ALTEN PLÄNEN

Der Rothschildpark wird in seiner ursprünglichen Gestalt saniert und rekonstruiert. Mit dem Bau des OpernTurms wird die Hälfte seines Grundstücks, eine zuletzt versiegelte Fläche von 5.500 m2, als Grünfläche an den Park zurückgegeben. Der fast vergessene Park öffnet sich damit wieder großzügig zur Innenstadt. Die Grünfläche lässt wertvolles Regenwasser versickern und trägt dazu bei, dass in der Innenstadt weniger Wärmeinseln entstehen, da sie Hitze besser absorbiert. Darüber hinaus werden 30.000 m2 des gesamten Parks neu gestaltet und bepflanzt.

KLASSISCH ELEGANTE HOCHHAUSARCHITEKTUR

In klassischer Form ist der Turm in einen Sockel mit einladender, viergeschossiger Eingangshalle, in einen Mittelteil mit Büronutzung und in einen markanten Kopf mit der „Stadtloggia“ unterteilt. Die Eingangshalle hat eine Höhe von 18 Metern und ist mit ihren Proportionen einmalig in Deutschland. Die vier tiefen vertikalen Einschnitte in der Kubatur verleihen dem Hochhaus seine elegante Proportion.

Anders als die für Hochhäuser üblichen Glasfassaden hat der OpernTurm eine Fassade aus Naturmaterialien, ein heller portugiesischer Kalkstein, der mit der Alten Oper und der vorhandenen Randbebauung am Opernplatz harmoniert. Die Natursteinfassade erhält einen hohen Glasanteil. Die vertikale Ausrichtung der Fensterflächen bewirkt die Leichtigkeit und das Aufstrebende der Steinfassade. Die Außenhaut ist fein konturiert durch Lisenen, senkrecht auskragende Mauerstreifen zwischen den Fenstern. Sie sorgen für Schattenwurf und damit für eine plastische Wirkung der Hochhausfassade.

HOHE FLEXIBILITÄT DURCH STÜTZENFREIE RÄUME

Der Rohbau wurde in Stahlbeton- bzw. Stahlbetonverbundbauweise hergestellt. Die Lastabtragung der Decken erfolgt über den mittigen Kern und über Stützen, die in die Fassadenebene integriert sind. Der Innenraum ist damit vollkommen stützenfrei und ermöglicht eine hervorragende Flexibilität bei der Grundrissgestaltung.

EINSPARUNG VON 20% DER KÜHLENERGIE DURCH DIE STEINFASSADE

Gleichzeitig wird die Fassade des Bauwerks damit um über 50% geschlossen, was mit der hoch effizienten Verglasung den Energieeintrag reduziert und somit die Notwendigkeit des Einsatzes mechanischer Kühlung. Durch die Vorsprünge in der Fassade in Form von vertikalen Lisenen zwischen den Fenstern entsteht zudem eine konstruktive Verschattung. Im Vergleich zu einer Ganzglasfassade spart die OpernTurm-Steinfassade daher 20% Energie für die Kühlung einer Büroetage.

DER OPERNTURM LIEGT 23% UNTER DEM GEFORDERTEN ENERGIEWERT (ENEV 2007)

Energieausweis
Sehr gute Energiewerte des OpernTurms unterbieten die geforderten Energiesparvorhaben nach der EnEB 2007 um 23%. Dies spart jährlich 1.800 Tonnen Kohlendioxid.

Beleuchtung
Der Einfall von ausreichend Tageslicht und dessen Steuerung, individuell schaltbare Beleuchtung und der Einsatz von energiesparenden Beleuchtungsmitteln reduzieren den Energieverbrauch.

Heizung
Der OpernTurm ist an das Fernwärmenetz angeschlossen. Fernwärme ist ein Nebenprodukt der Stromerzeugung, verbraucht nur die Hälfte der Primärenergie und mindert den Schadstoffausstoß um die Hälfte.

Kältetechnik
Eine Hybrid-Heiz-/Kühldecke kühlt nachts den Betonkern des Gebäudes und spart 30% der Energie gegenüber konventionellen Kühldecken. Bei den Kältemaschinen werden Turbocor-Kompressoren mit konventioneller Kompressor-Technologie kombiniert. Dies erhöht die Effizienz und reduziert den Stromverbrauch. In den Wintermonaten werden die Kältemaschinen komplett durch „freie Kühlung“ ersetzt.

Lüftung
Zu überwiegenden Anteilen der Bürobetriebszeit wird eine freie Fensterlüftung ermöglicht. Auf eine Zwangsbe- und entlüftung kann in diesen Zeiten verzichtet werden. Über die Zufuhr von Frischluft kann zu jeder Tages- und Jahreszeit individuell und eigenverantwortlich entschieden werden, ohne automatisierte zentrale „Übersteuerung“. Die freien Lüftungsquerschnitte wurden gemäß den Forde-rungen der Arbeitsstättenrichtlinien untersucht und liegen über den Mindestwerten. Das Klimakonzept der Lobby wurde durch CFD-Simulationen (Computational Fluid Dynamics) optimiert, wodurch weitere Energie gespart wird.

Recycling
Der gesamte Bauschutt wurde wiederverwertet und der Einsatz von recyceltem Material wie etwa Aluminium unterstützt. Transportemissionen wurden so gering wie möglich gehalten: So wurden etwa wieder verwendbare Stahl-Transportrahmen oder 100% wiederverwertbare Polyethylenfolie eingesetzt.

DER OPERNTURM WIRD DAS LEED-GOLD ZERTIFIKAT ERHALTEN

Der OpernTurm wird als einer der ersten Bürohochhaus-Neubauten Europas nach dem US-Umweltstandard LEED-Gold zertifiziert (Leadership in Energy and Environmental Design).

FACHPLANER:
Tragwerksplaner: Technisches Büro Züblin und
Grontmij | BGS Ingenieurgesellschaft mbH
Ingenieure für TGA: TechDesign Gesellschaft für Technische Ausrüstung und Energietechnik mbH
Elektro-Ingenieure: Ebener & Partner AG Planungsgesellschaft für Elektotechnik
Fassadenberater: Emmer Pfenninger Partner AG
Bauphysik: vRP Ingenieurbüro für Bauphysik von Rekowski und Partner
Brandschutz: BPK Brandschutz Planung Klingsch GmbH
Lichtplanung: LichtVision
Landschaftsplanung: Gräfin Adelheid von Schönborn

Weitere Informationen:

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