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Neu entwickeltes „Arets-Glas“ für Campus Hoogvliet in Rotterdam

SAINT-GOBAIN GLASS Deutschland GmbH
Neu entwickeltes „Arets-Glas“ für Campus Hoogvliet in Rotterdam

Neu entwickeltes „Arets-Glas“ für Campus Hoogvliet in Rotterdam
Christoph Seelbach Fotografie für Saint-Gobain Glass
Bewegung in Glas

Der nach Plänen des Architektenbüros Wiel Arets errichtete Campus Hoogvliet in Rotterdam bietet viel Raum für Entwicklung und Bewegung. Themen, die sich leitmotivisch auch in der Fassadenverglasung wiederfinden. Das Besondere daran: Die Gussgläser mit ihren abstrahierten Efeumotiven wurden in Zusammenarbeit von Wiel Arets Architekten und Saint-Gobain Glass speziell für dieses Projekt entwickelt.

„Herr Arets, wir haben noch gar keinen Namen für das Glas“. Als Manfred Brunner, Vertriebsleiter im Saint-Gobain Glass Werk in Mannheim, diese Feststellung bei der abschließenden Besprechung mit allen Beteiligten trifft, ist das Glas bereits produziert – und ein spannender und intensiver Entwicklungsprozess liegt hinter den Architekten und den Glasherstellern. In grenzüberschreitender Zusammenarbeit ist ein exklusives Design für die Fassadenverglasung des im Frühjahr 2014 eröffneten Campus Hoogvliet in Rotterdam entstanden. Das Glas schmückt sich mit stilisierten Efeuranken und Blättern, die zugleich dezent und ausdrucksstark sind. Entworfen vom niederländischen Architekturbüro Wiel Arets und umgesetzt von den Saint-Gobain Glass Unternehmen Sas Glas, Niederlande, Saint-Gobain Glass Benelux, Belgien, sowie dem Saint-Gobain Glass-Werk Mannheim, versetzt das im Wortsinn einzigartige Glasdekor die glatten Gebäudefronten scheinbar in Bewegung und verleiht ihnen Dynamik.

Ensemble mit Bewegungsspielraum
Der Campus Hoogvliet ist ein aus sechs Gebäuden bestehendes Ensemble, das Raum für Lernen, Arbeiten, Leben und Wohnen bietet. Die kubischen Baukörper gruppieren sich auf einer Asphaltfläche, die den Gebäuden visuell Halt gibt und die die Grenzen des Campus markiert. Jedes Gebäude wird von einem geschosshohen Sichtschutz umgeben, der die orthogonal sich verästelnden Gebäudekörper in eine jeweils rechteckige Gesamtform bindet und dabei räumlich definierte Freibereiche ausbildet. Ein weißes Fassadenband bildet den oberen Abschluss der halböffentlichen Freibereiche und kennzeichnet den Übergang zu den öffentlichen Arealen. Die Verglasung ist ohne Vor- oder Rücksprünge in die Fassaden integriert und bildet mit ihnen jeweils plane Flächen. Zum Campus Hoogvliet gehören ein Wohnheim, eine Sicherheitsakademie, ein Kunststudio, ein Sportzentrum und zwei Schulen. Die Angebote der verschiedenen Einrichtungen richten sich an Schüler und Studierende ebenso wie an Anwohner. So soll die 300 Zuschauer fassende Doppelsporthalle als größtes der sechs Gebäude nicht nur für den Hochschulsport, sondern auch für lokale Events und Sportvereine zur Verfügung stehen. Auf dem Dach befindet sich außerdem ein Basketballfeld, das über eine ausladende Freitreppe erschlossen wird und einen Blick über das gesamte Campus-Gelände bietet.

Individuelle Entwicklung
Die außergewöhnliche Wirkung der Fassadengläser mit den stilisierten Efeuranken beruht auf der Kombination aus dem im Gussglas eingeprägten Motiv und dem anschließenden in zwei unterschiedlichen Techniken erfolgten Druck. Das Glasdekor ist die Fortsetzung des Efeumusters der Betonfassaden. Für Wiel Arets ließ sich sein Entwurf am besten in Gussglas realisieren: „Für viele unserer Projekte ist Bewegung eine Schlüsseleigenschaft im Interiorbereich und Gussglas spiegelt diese Philosophie vom Innen- auf den Außenbereich wider, wenn auch sehr subtil“, so der Architekt.

Die Herausforderung bei der Umsetzung des Entwurfs bestand darin, ein dreidimensionales Bild in der Verglasung selbst zu erschaffen. Angesichts der Dimensionen des Projekts und der dabei eingesetzten Menge an Glas wurde entschieden, in Zusammenarbeit mit Saint-Gobain Glass ein neues Strukturglas zu entwickeln. Eine logische Entwicklung für Wiel Arets: „In der Ausrichtung unserer Arbeit bekommt Glas immer mehr eine zentrale Funktion. Mit der Bibliothek der Universität Utrecht/ Niederlande haben wir begonnen, mit emailliertem Glas zu experimentieren, später entwickelte es sich zu Strukturglas weiter – und nun macht es die Fassaden des Campus Hoogvliets aus.“

Ein wesentlicher Faktor bei der Entwicklung der Verglasung war die Zusammenarbeit aller Beteiligten vom Entwurf bis zum fertigen Produkt. So wandten sich die Architekten mit ihrem Anliegen direkt an Sas Glas in den Niederlanden. „Wir arbeiten häufig mit Saint-Gobain Glass zusammen, da das Unternehmen unsere besonderen Bedürfnisse und die Art, wie wir Glas designen, erfüllen und ausführen kann“, so Wiel Arets. In gemeinsamen Gesprächen wurden zunächst die Rahmenbedingungen von Entwurfsmöglichkeiten und industrieller Anwendung abgesteckt und Lösungen gesucht, inwiefern die Grenzen der Reliefstruktur durch die Anpassung von Form und Tiefe der Glasstruktur in der Verglasung ausgelotet werden können. „Der Transfer vom Entwurf zur Walze und zum Glas erforderte viel Einfühlungsvermögen der verschiedenen beteiligten Person und sorgte für eine positive Dynamik innerhalb der Arbeitsgruppe“, beschreibt Paul Roman von Saint-Gobain Glass den Arbeitsprozess. Die Gussglasherstellung erfolgte im Saint-Gobain Werk in Mannheim. „Bei einem ersten Treffen in Mannheim war schnell klar, dass unser Know-How die Bedürfnisse der Kunden am besten erfüllen wird. Das Campusgelände ist mit viel Grün und Bäumen ausgestattet und die Fassade sollte sich in das atmosphärische Gesamtbild des Geländes ideal einbringen. Über die Struktur, nebeneinander angeordnete Vertiefungen wechselnder Breite, sollten sich aus der Entfernung gesehen Muster von Blättern ausbilden“, so Christian Tüllmann, Fertigungsleiter im Saint-Gobain Glass-Werk Mannheim.

Tiefer Eindruck
Für die Fertigung des Glases wurde eine neue Prägewalze bestellt, bei der die Struktur des Motivs durch ein Ätzverfahren auf die Walze aufgebracht wurde. Die individuell angepassten Walzen verleihen der fließenden Glasmasse dann ihre Form. Nicht einfach war es, die geforderte Strukturtiefe des Glases zu erreichen. Ein erster Anfahrversuch blieb zunächst erfolglos, weil die Walze anscheinend keinen ausreichenden Öffnungswinkel zum Entformen der Glasmasse aufwies. Nachdem das Team in Mannheim das Problem erkannt und behoben hatte, wurde die Walze am 01. August 2011 erfolgreich angefahren und unter den kritischen Augen des Architekten und der Weiterverarbeiter des Glases eine Produktionsabstimmung festgelegt: 14.718 m² des Gussglases in den Abmessungen 2,104m x 4,350m
(B x L) bei ca. 10 mm Glasdicke und 1,0 – 1,3 mm Prägetiefe wurden daraufhin in Mannheim gefertigt.

Bei Sas Glas in Sas van Gent erhielt das Glas anschließend seine charakteristische Optik. Mittels eines Siebdruckverfahrens mit einem Roller-Sieb, dem sogenannten Kiss-Print, wurden zunächst die höchsten Punkte des Gussglases mit Emaillefarbe bedruckt und danach vollständig mit einer Emailleschicht in einer anderen Farbe versiegelt. Eine weitere Besonderheit: Das fertiggestellte Glas wurde nach dem Aushärten und der Heißlagerung (Heat-Soak-Test) umgedreht, so dass nun durch die nicht mehr plane, sondern wasserwellenartige Oberfläche aufgrund der Tiefe des Glases sowohl relief- als auch Farbnuancen sichtbar werden. Das Glas setzt damit einen Kontrapunkt zur klar gegliederten Struktur des Gebäude-Ensembles und verhilft ihm zu seiner außergewöhnlichen Ausstrahlung. Der kraftvolle Dekorentwurf von Wiel Arets hat sich in einem faszinierenden Glasprodukt manifestiert. Deshalb gebührt dem Architekten auch das Namensrecht, meinte Manfred Brunner und schlug vor, das Glas „Arets-Glas“ zu nennen. Unter diesem Namen steht es ab sofort für eine „einzigartige Anwendung für ein einzigartiges Projekt“, ist auch Paul Roman vom Ergebnis überzeugt.

Wiel Arets
Wiel Arets wurde 1955 in Heerlen geboren und machte 1983 sein Diplom an der Technischen Universität Eindhoven. 1984 gründete er in Heerlen das Büro Wiel Arets Architect & Associates, das 1996 nach Maastricht umzog. Er lehrte weltweit an verschiedenen Akademien und Universitäten, unter anderem in London, Wien und New York, zurzeit hat er den Lehrstuhl Berlage an der Technischen Universität von Delft inne. Zu seinen wichtigsten Werken gehören die Kunst- und Architekturakademie in Maastricht, der Hauptsitz der Rentenkasse AZL in Heerlen und die Bibliothek der Universität Utrecht.

 


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