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Haus des Wassers

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Haus des Wassers

Sanierung, Umbau und Erweiterung des Wasserwerks Rote Hohl

> Transparenz
Der Bauherr, die Technischen Werke Kaiserslautern, ist ein modernes Versorgungsunternehmen, eines von etwa 900 in Deutschland. Die TWK innovieren und professionalisieren sich ständig aufgrund der permanenten Wettbewerbssituation. Als verantwortlicher Teilnehmer der Gesellschaft ist es ein Anliegen der TWK transparent und offen zu sein. Die unbedingt notwendige Sanierung des Wasserwerks Rote Hohl nahe zur Stadt Kaiserslautern bot eine hervorragende Chance um die angestrebte Professionalität, Innovation und die Bemühung um Nachhaltigkeit tatsächlich sichtbar zu machen.

> Kontext
Der Pfälzer Wald bietet den Bewohnern und den Besuchern der Region reizvolle Ausflugsziele. Neben dem Kulturraum des Waldes selbst, sind das Biosphärenhaus in Fischbach und das Haus der Nachhaltigkeit in Trippstadt weitere touristische Attraktionen im Reservat. Diese Häuser tragen zum Bewusstsein für die Umwelt und ihrer Ressourcen bei. Das Wasserwerk Rote Hohl versorgt nach der Sanierung weiterhin mit Trinkwasser und vermittelt als Haus des Wassers Informationen über die lebensspendende Ressource Wasser, seiner Gewinnung, Aufbereitung und Verteilung verschiedenen Interessentengruppen. Darüber hinaus bietet das Haus des Wassers Raum für Ausstellungen, Seminare und Veranstaltungen.

> 2 in 1
Die Paarung Wasseraufbereitung und die Wissensvermittlung über das Primärgut Trinkwasser bietet sich sicherlich an, stellt aber auch eine große Herausforderung dar. Das Wasserwerk Rote Hohl nimmt innerhalb des regionalen Wasserverbundnetzes eine Schlüsselrolle ein. Öffentlichen Zugang zu einem Ort, der die Trinkwasserversorgung der Stadt Kaiserslautern und der Region 24 Stunden pro Tag, 7 Tage pro Woche, 365 Tage pro Jahr leistet, zu gewähren, ist keine einfache Aufgabe. Denn der Bürger erwartet eine gesicherte Qualität des Trinkwassers. Dieses Bedürfnis nach Sicherheit bzw. nach einem gesichertem Produkt wurde sowohl unter technischem als unter baulichem Gesichtspunkt Programm des Gebäudes.

> Augenschein
Die äußere Erscheinung des Gebäudes sollte den Sicherheitsanforderungen, aber auch den neuen öffentlichen Ansprüchen genügen. Innerhalb des bestehenden Gebäudes konnte eine räumlich angemessene Eingangssituation nicht realisiert werden. Das Bestandsgebäude wurde um einen Eingangsraum mit einem großzügigen Vordach ergänzt. Die Silhouette des Neugebauten ist niedrig ausgebildet, um den Blick auf den Wald zu wahren. Am Ende der Zufahrt bietet das große Vordach Schutz vor Regen und Wind. Eine helle Tür in hellem Sichtbeton vermittelt den Eingang. Eine neue Wand, einheitlich mit Aluminiumtrapezblech beplankt, stellt sich vor den Bestand. Die Farbe der Fassadenbekleidung ist dunkel gewählt. Sie wirkt geschlossen und konnotiert Sicherheit. Zum einen betont die Farbe die klare Form, zum anderen fügt sich das Gebäude in die Atmosphäre des Waldes. Von innen wahrgenommen entlarvt sich die Fassade als perforiert und bietet Sicht nach außen. Der Bestand ist nur im Bereich des Vordachs sichtbar. Die Bestandswand ist hell-gras-grün angestrichen und wird damit zum Teil des Hangs nebenan: Das Haus des Wassers ist verwurzelt in seinem Umfeld. Nachts zeigt sich die Wand von außen perforiert und illuminiert den Außenbereich. Vier Riesen mit roten Augen gleich überwachen die Kameramasten den leuchtenden Körper. Obwohl am Tag verschlossen, wirkt das Haus des Wassers in der Dunkelheit der Waldnacht offen und bildet einen hochgeschützten, zauberhaften Lichtraum aus.

> Anbindung der Bereiche
Im Zuge der technischen Planung des Wasserwerks von ARCADIS Consult wurden bestehende Räume frei geräumt und somit verfügbar. Das Potential einer dieser Räume wurde schon früh von den TWK erkannt. Molter Architekten schlug ein Raumkonzept vor, dass nicht nur diesen einen Raum aufwertete, sondern auch die anliegende Räume aktivierte. Essenz des Konzeptes ist es, die ursprünglich abgeschlossenen Räume in Beziehung zu setzen. Bewegungsflüsse werden durch Durchbrüche in der Vertikalen wie in der Horizontalen möglich. Auch die technischen Bereiche des eigentlichen Wasserwerks wurden am öffentlichen Bereich angebunden durch eine technisch blaue Stahlröhre. Türen, die gewöhnlich bündig einen Raum abschließen, rücken in das Rauminnere. Die Hierarchie der Räume verändert sich, neue Nutzungsmöglichkeiten bieten sich an. Es wurde zunächst möglich das Wasserwerk in ein Haus des Wassers zu verwandeln. Möbel und Podeste können unterschiedlich benutzt werden. Zum einen weisen sie Ausstellungsgegenständen im Raum ihren Platz zu und zum anderen eignen sie sich zum Sitzen.

> Bündnis
Zurzeit hat die Architektur ihr kritisches Vermögen fast gänzlich verloren. Meistens traut Architektur sich nur selbst-referenziellen Themen wie Form oder Konstruktion anzugehen oder sich auf Themen wie Nachhaltigkeit und Umwelt zu beschränken. Themen wie Schutz und Sicherheit erzeugen vielleicht eine komplexere, mehr angemessene Form der Kontextualität: Tatsächlich konstruierte (Beton) oder Hightech (Elektronik) Sicherheit an sich ist unfähig, unseren gesellschaftlichen Bedarf an psychologischer Sicherheit zu vermitteln. Bei dem Projekt Haus des Wassers funktioniert die Vermittlung von Sicherheit über die Zeichen der Architektur und erzeugt die Basis des Nebeneinanders von Aufbereitung des Trinkwassers und gesellschaftlicher Präsenz: angemessene Architektur voller bildhafter Kraft in unsicheren Zeiten.

Weitere Informationen:

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