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Bauliche Umsetzung von Brandschutz- und Modernisierungsmaßnahmen einer ehemaligen Klosteranlage in Paderborn

Bildung | Paderborn | PLAN BEE architekten
Liborianum Paderborn

Das Liborianum ist ein katholisches Bildungs- und Tagungshaus in Trägerschaft des Erzbistums Paderborn. Eine über 400 Jahre alte Geschichte prägt das im Jahr 2020 neu eröffnete und vollständig renovierte Gebäude im Herzen der Stadt Paderborn.

Inhaltlicher Schwerpunkt ist die Qualifizierung ehrenamtlich und hauptberuflich Engagierter in kirchlichen Arbeitsfeldern. Ebenso wird ein vielfältiges Tagungsangebot in attraktiven Räumlichkeiten geboten. Das Bildungs- und Tagungshaus Liborianum vereint historisches Ambiente mit moderner Ausstattung und aktuellen Bildungs-, Tagungs- sowie Hotelstandard. Das Liborianum gibt der Auseinandersetzung mit gesellschaftsprägenden Themen einen inspirierenden Raum, bringt Innovation und Entwicklung in Zeiten kirchlichen Wandels voran, macht Kirche und Theologie verständlich und greifbar. Über allem steht die respektvolle und wertschätzende Begegnung mit den Gästen des Liborianums.

Leitgedanke der Modernisierung

Wesentlicher Leitgedanke der umfangreichen Modernisierung des ehemaligen Kapuzinerklosters ist die Interpretation kapuzinischer Gestaltungsprinzipien in einem subtilen, zeitgemäß-modernem Interior. Die baulichen Eingriffe erzielen durch partielle Änderungen von Raumzuschnitten, Optimierung von Funktionsverbünden und das durchgehende Farb- und Materialkonzept eine deutliche Steigerung der Nutzungs- und Aufenthaltsqualität für einen zukunftsorientierten Gästehaus- und Tagungsbetrieb.

Gebäudestruktur, räumliche und zeitliche Bauabschnitte

Die Baudurchführung umfasste die Schadstoffsanierung mit erheblichen Eingriffen in die Bausubstanz von 05/2018 bis 09/2019, baubegleitend zu Folgegewerken. Die Organisation abgeschotteter Baubereiche über 5 Etagen in bis zu 7 Abschnitten und der Zugang in Schadstoffbereiche über Schleusen, die baubegleitende Planung mit im Prozess sich ändernden Planungsanforderungen und baulichen Zuständen nach Rückbau und Schadstoffsanierung.

Empfangsfoyer

Die um ein Joch erweiterte Säulenhalle gibt nun genügend Raum zum Eintreten und Orientieren des Gastes und leitet ihn unmerklich auf den zentralen Empfang hin. Somit steht das neue Empfangsfoyer erstmals wieder in einem ausgewogenen Verhältnis zur Größe und Bedeutung des Gesamtgebäudes. Der wie ein Möbel eingestellte Empfangsquader trennt dabei subtil die Gastzone von den administrativen Bereichen und zitiert in seiner Gliederung das mehrfach im Haus wiederkehrende Motiv einer geordnet-zufälligen Flächenteilung.

Kreuzgang, Flure, Treppenhäuser

Die konsequente Reduzierung auf wenige, wertige Materialien auch in den öffentlichen Flächen trägt entscheidend zur Aufwertung und Transposition in die heutige Zeit bei. Der Kreuzgang und die anschließenden Flure verzichten wie selbstverständlich auf jegliche historisierende Farbfassung und machen so die ursprünglich angelegte Raumqualität wieder sichtbar. Der Einbau maximal durchsichtiger Vollglas-Brandschutztüren überwindet die zuvor vorhandene optische Fragmentierung und lässt diese Bereiche als eine Raumfolge erscheinen. Die Innen-/ Architekten wählten einen hellen Feinsteinzeugboden analog zum, für diesen Bautypus traditionellen Solnhofer-Belag, verlegen ihn jedoch in einem differenzierten Bandraster. Kontrastierend erscheinen die modernen Rahmen- und Füllungstüren der Tagungsräume mit ihrer farbigen Interpretation der eigentlich typischen, maserierten Nussbaumtüren. Der Kunstgriff einer Supraporte betont, gliedert und stellt auch hier verloren gegangene Proportionen in den Fluren wieder her.

Tagungsräume

Eine Ausweitung der Tagungsraumbereiche trägt dem gestiegenen Bedarf an unterschiedlich großen Raumangeboten Rechnung. Ein formal und farblich durchgehendes Gestaltungskonzept liegt allen Tagungsräumen zugrunde. Neben den kleinen und mittleren bieten vor allem die größeren Räume zusätzliche Elemente, die als eingestellte und ablesbare Einbauten die Grenze zwischen Möbel und Architektur verschwimmen lassen.

Aula

Die Gestaltung der Aula ist analog zum Konzept der Flure geprägt durch eine Rückführung auf ihre originäre architektonische Qualität. Dazu trägt u.a. der Rückbau des Bühnenraumes und der Verzicht auf üppige Fensterdekoration bei. Es entsteht mit den nun wieder vollständig sichtbar werdenden Fensterachsen der Längsseiten ein hellerer und eindeutig gegliederter Saal. Der Einbau zweier hoher Wandscheiben an den Kopfseiten fokussiert den Blick auf die dortigen Funktionen als Eingangsportal bzw. Podiumswand, mit jeweils integriertem Stauraum für Bestuhlung und Veranstaltungstechnik. Die Gestaltung der umlaufenden Decke reduziert auf angenehme Weise den optischen Anteil der historischen Kassettendecke und verdeckt in den Randbereichen die notwendige Lüftungstechnik und Sonnenschutzanlage. Mithilfe des präzise geplanten Beleuchtungskonzepts kann nahezu jede gewün­schte Lichtsituation entsprechend der Raumnutzung erzeugt werden.

Restaurant Domblick

Die Formensprache des ehemaligen Speisesaals wird bei den wesentlichen innenarchitektonischen Elementen aufgegriffen und erzeugt in ihrer Struktur eine eindeutige Zonierung. Die daraus resultie­renden unterschiedlichen Sitzangebote bewirken eine deutliche Steigerung der Aufenthaltsqualität, umgesetzt durch eine stark reduzierte Materialität mit nuancierter und flexibler Beleuchtungslösung. Es entsteht ein optimal funktionierendes Gastrononmielayout mit kurzen Servicewegen und klarer Trennung von Buffet- und Gastbereich.

Gästezimmer

Sämtliche Einzel- und Doppelzimmer erhalten mit der Modernisierung eine, dem Anspruch des Gastes gemäße, moderne Ausstattung. Durch den Entwurf dieses skalierbaren Möblierungssystem kann das Konzept auch in allen anderen Gästezimmern trotz unterschiedlichster Raumgeometrie umgesetzt werden. Alle Bäder werden entsprechend den aktuellen Hotelstandards modernisiert.


Geschichte Liborianum

1612     Gründung des Kapuzinerklosters / 1613 Baubeginn / 1615 Fertigstellung
1616     Zerstörung durch Brandeinwirkung / 1617 Neuerrichtung 2ter Klosterbau
1673     Abbruch des 2ten Klosterbaus / 1675 Fertigstellung 3ter Klosterbau
1834     Aufhebungsdekret des Klosters; Nutzungen als Emeritenanstalt, Domschule, Kinderwohnheim, Seminarium Liborianum
1945     Teilzerstörung, anschließender Wiederaufbau
1979     Auflösung Seminarium Liborianum, Umbau zu einer Erwachsenen-Bildungsstätte


Projekt: Bauliche Umsetzung von Brandschutz- und Modernisierungsmaßnahmen einer ehemaligen Klosteranlage in Paderborn
Bauherr: Erzbistum Paderborn, Domplatz 3, 33098 Paderborn
Architektur: PLAN BEE architekten Partnerschaft mbB Bee & Reckeweg, Paderborn
Planung Innenarchitektur: Ludger Schwarze-Blanke, Innenarchitektur + Design Bad Lippspringe

Flächen:
Gesamt: ca. 6.370 m²
Seminarbereich: ca. 1.260 m²
Hotelbereich: ca. 2.560 m²
Institutsbereich: ca. 450 m²
Kirchenbereich: ca. 130 m²
NF/VF: ca. 1.980 m²

Kosten KG 300+400: 13,2 Mio € brutto
KG 300: 7,65 Mio €
KG 400: 5,50 Mio €
LPH: 1-9



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