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Falttechnik für die beste Akustik – Tonstudio Darmstadt

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Mithilfe von Holzwolle-Akustikplatten von Knauf wandelte sich auf dem Campus Dieburg der Hochschule Darmstadt ein nicht mehr funktionsfähiger Regieraum in ein hochmodernes Studio. Studierende aus Architektur und Innenarchitektur arbeiteten Hand-in-Hand mit Stuckateur-Meisterschülern und einem Raumakustiker. Das akustisch wie gestalterisch überzeugende Projekt wurde mit dem Hochschulpreis 2018 ausgezeichnet.

Die Lamellenwände erinnern an einen Equalizer in einem Mischpult. Ein solches zentrales Produktionsmischpult steht mitten im neu gestalteten Tonstudio, das von den Studierenden des Fachbereichs Media im Studiengang Sound and Music Production (B.A.) der Hochschule begeistert genutzt wird. Der alte Regieraum am Hochschulstandort Dieburg war für Aufnahmezwecke unbrauchbar geworden: Die Nachhallzeiten waren schlecht, es gab Schallübertragungen aus Nachbarräumen, Einbauten klapperten und schwangen in bestimmten Frequenzbereichen. Aber auch die Raum- und Lichtgestaltung wies Defizite auf.

Akustische und architektonische Erneuerung

Die notwendige Neugestaltung des Tonstudios bot sich perfekt an als praktisches Übungsfeld in Form einer Semesteraufgabe im Fach „Integraler Ausbau, Master Innenarchitektur“. Unter dem Titel „Akustik im Raum“ formulierten die Studierenden ihre Vision, dass „die Studios nicht nur akustisch auf sehr hohem Niveau funktionieren, sondern auch architektonisch dem Lebensgefühl der Studierenden entsprechen. Hörspiele, Filmvertonungen, Features oder Sound-Design-Projekte können nun unter professionellen Bedingungen entstehen wie die Absolventen sie später auch im Berufsleben vorfinden.“ Die Studierenden sollen in einem modernen Tonstudio in experimenteller Atmosphäre ohne Störungen bei bester Akustik kreativ arbeiten können. Betreut wurde die studentische Projektgruppe aus Architektur- und Mediastudierenden von Prof. Moritz Bergfeld, Prof. Dipl.-Ing. Architektin BDA Kerstin Schultz und Ingenieuren aus dem Bereich Media, Music und Sound Production sowie der Raumakustik.

Interdisziplinäres Projektteam

Ein interdisziplinäres Projektteam sollte sich um die Berücksichtigung der vielfältigen Belange und die Umsetzung kümmern. Dabei konnte die Hochschule Darmstadt auf eine seit Jahren bewährte Zusammenarbeit mit der Bundesfachschule für angehenden Meister im Stuckateurhandwerk an der Johann-Jakob-Widmann-Schule in Heilbronn bauen. Mit von der Partie war auch Raumakustiker Dipl.-Ing. Mario Miscioscia von der Hochschule RheinMain. Er berechnete die Nachhallzeiten und betreute die akustisch optimale Ausgestaltung über das gesamte Semester hinweg. Die für die Akustik- und Raumgestaltung erforderlichen Materialien stellte Knauf kostengünstig zur Verfügung.

Raum-in-Raum-Konzept für akustische Entkopplung

Die Studierenden entwickelten ein Raum-im-Raum-Konzept und planten und entwarfen eine frei geformte, funktionale innere Hülle. Dies ermöglicht es, den Regieraum von den Umgebungsgeräuschen zu entkoppeln und gewährleistet gleichzeitig die differenzierte akustische Arbeit im Innenraum. Sämtliche Wände der neuen Raumhülle stehen in einem Winkel von < 90° zueinander, um Flatterechos auszuschließen. Die leicht schräg gestellte Wand im Eingangsbereich bildet eine Pufferzone mit Sitzmodul und Garderobe. Lamellen aus Gipsplatten an den Trockenbauwänden waren entscheidend, um die hohen akustischen Anforderungen eines Tonstudios erfüllen zu können. „Beim integralen Ausbau werden die Bauphysik und die Gestaltung gleichermaßen berücksichtigt. In einem Tonstudio definieren die Aufnahmezwecke und die Raumqualitäten die Gestaltung“, erläutert Prof. Kerstin Schultz.

Gipsplatten-Lamellen wirken als Diffusoren der Schallwellen

In Tonstudios ist akustische Neutralität erforderlich. Das bedeutet eine sehr kontrollierte, über alle Frequenzen hinweg gleichbleibend zurückhaltende Akustik – der Nachhall muss kurz sein. Während akustisch wirksame Materialien und Raumelemente wie Knawuf AMF HERADESIGN®-Platten, Knauf Cleaneo Akustik-Lochplatten den Schall absorbieren, wirken die Wandlamellen als Diffusoren der Schallwellen und reflektieren diese gezielt. Eine diffizile Planung und Ausführung, denn allein durch das Variieren der Lamellentiefen und -längen lassen sich unterschiedliche akustische Qualitäten generieren. Die Studierenden konnten die Absorptions- und Reflektionseigenschaften der Akustikmaterialien und Lamellen mittels einer Spezialsoftware simulieren und testen.

Ausarbeitung von Details und Anschlüssen

Bei der Umsetzung des Akustikprojekts waren die Stuckateurmeisterschüler der Bundesfachschule in Heilbronn als erfahrene Praktiker gefragt. „Wir konnten Details wie Anschlüsse, Abhängungen etc. zusammen mit den Studierenden so planen, dass sie gut ausführbar sind. Das war für unsere Meisterschüler genauso lehrreich wie für die angehenden Architektinnen, die sich mehr auf die gestalterischen Aspekte und die Oberflächen konzentriert hatten“, berichtet Mario Appel, wissenschaftlicher Leiter der Johann-Jakob-Widmann-Schule. „Wir sind mit dem Entwurf an die Stuckateure herangetreten und haben zusammen überlegt, wie die Ausführung am sinnvollsten ist, damit sowohl die Optik als auch die Machbarkeit und Umsetzung stimmt“, bestätigt Architekturstudentin Marie Christine Schmidt.

Schließlich wurden von den angehenden Stuckateurmeistern etwa 100 Lamellen aus Knauf Gipsplatten GKF 12,5 mm nach den Entwürfen der angehenden Innenarchitektinnen gefertigt. Die Gipsplatten wurden gefräst und gefaltet, so dass eine doppelte Gipsplattenstruktur entstand. „Jede einzelne Lamelle ist anders was die Knickneigung angeht“, erläutert Mario Appel. Dank der Vorfertigung in den Werkräumen der Meisterschule sowie mit einer mobilen Baustellenfräse konnte eine hohe Präzision erzielt und der Einbau in kurzer Zeit realisiert werden.

Akustikmaterialien an Boden, Wand und Decke

Zwischen die Lamellen kamen 25 mm dicke Holzwolle-Akustikplatten HERADESIGN® macro von Knauf AMF, hinterfüttert mit einer 25 mm starken Dämmschicht aus Holzwolle. Die Holzplatten weisen hervorragende Schallabsorptionswerte und gute Brandschutzeigenschaften auf. Der Wandunterbau besteht aus Metallständerwänden, die mit nicht brennbaren Knauf Diamant Gipsplatten beplankt wurden. Von der Decke wurden die schallabsorbierenden gelochten Gipsplatten Knauf Cleaneo in 12,5 mm mit fugenloser Optik und durchlaufender Lochung abgehängt. Den Boden fertigten Schreiner aus einer Unterkonstruktion aus doppelten OSB-Platten mit einer 80 mm starken Dämmung, darauf kam eine schalldämpfende Verlegematte mit Teppich.

Beste Akustik und gelungene Gestaltung

Eine integrierte und durchdachte Licht- und Farbgestaltung soll langes konzentriertes Arbeiten mit Klängen unterstützen und mit der Anordnung der technischen Bedienelemente zu einem überzeugenden und inspirierenden Gesamtkonzept zusammenfinden, so die Zielbeschreibung. Die Cleaneo-Akustikdecke ist daher mit einer deutlichen Schattenfuge von den Wänden abgelöst. Ein umlaufendes LED-Band unterstützt die graphisch lineare Wirkung der Lamellen, die an den Ausschlag eines Equalizers erinnern sollten. Gelbe Farbe an den Flanschen der Lamellen schimmert als feiner Strich durch und simuliert einen Lichteinfall von hinten. Eine kontrastreiche Farbgestaltung des Kubus in Petrol, das für Raumtiefe sorgt und kontrastierend zum Signalgelb steht, unterstreicht das Spiel von Hülle und Form.

Ein herausforderndes und lehrreiches Projekt

Funktional wie auch gestalterisch begeistert das hochmoderne Tonstudio als gelungenes Gemeinschaftsprojekt aller Beteiligten. Neben einer spannend inszenierten Gestaltung wurde eine klanglich hervorragende Raumqualität erreicht. „Die Raumakustik ist ein wichtiges Lernfeld in der Weiterbildung zum Stuckateurmeister und so konnten wir den Stoff an einem absolut realen Projekt üben und umsetzen. Das detailreiche Projekt war sehr interessant, speziell und futuristisch und forderte konstruktives Denken und Kreativität, was den meisten Spaß gemacht hat und es war eine super Herausforderung in Bezug auf die Raumakustik“, freut sich Mario Appel. Allein für die Neugestaltung des Regieraums war eine Gruppe von zehn seiner Schüler ca. 13 Tage im Einsatz – nicht nur im Hinblick auf die interdisziplinäre Zusammenarbeit eine fruchtbare, sondern auch eine wirtschaftlich sinnvolle Maßnahme für die Hochschule. Auch Prof. Kerstin Schultz ist begeistert: „Die Zusammenarbeit mit den Stuckateuren war grandios. Die Meisterschüler waren bei Sonderdetails sehr gefragt.“

Ausgezeichnet mit Hochschulpreis

Für den Entwurf und die Umsetzung der Neugestaltung des Regieraums am Campus Dieburg wurden die beiden Studentinnen Marie-Christine Schmidt (Wolf) und Vanina Dyankova beim Hochschulpreis 2018 der Hochschulinitiative Moderner Aus- und Leichtbau mit einem von drei Hauptpreisen ausgezeichnet.


Bauherr: Hochschule Darmstadt
Konzept: Nicole Leitel, Valtin Jacobus, Kirsten Müller, Jana Nahrgang, Daniela Binnes, Carina Vollrath, Jonas Stock, Marie-Christine Schmidt und Vanina Dyankova
Entwurf und Umsetzung: Marie-Christine Schmidt und Vanina Dyankova
Betreuung: Prof. Moritz Bergfeld und Prof. Dipl.-Ing. Architektin BDA Kerstin Schultz und anderen, Hochschule Darmstadt
Trockenbau und Akustikarbeiten: Meisterschüler der Bundesfachschule für Stuckateure an der Johann-Jakob-Widmann-Schule, Heilbronn mit Mario Appel (wissenschaftlicher Leiter), Alexander Lang und Andreas Gehrig (technische Leiter)
Raumakustik: Dipl.-Ing. Mario Miscioscia, Hochschule RheinMain
Ausführung Trockenbau- und Akustikarbeiten: Meisterschüler der Meisterschule Heilbronn
Produkte: HERADESIGN® Holzwolle-Akustikplatten von Knauf AMF, Knauf Akustik-Lochplatten Cleaneo SF, Knauf Universalplatten Top GKF 12,5 mm, Knauf Diamant GKFI 12,5 mm



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