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Moderne Berufsschule ermöglicht zukunftsfähige Ausbildung

Bildungs- und Forschungsstätten
Moderne Berufsschule ermöglicht zukunftsfähige Ausbildung

Die Um- und Neubaumaßnahmen auf dem Gelände der Berufsschule im Kreis Pinneberg sind abgeschlossen. Vom düsteren „Kasselerbau“ aus den 1970er Jahren ist jetzt nichts mehr zu sehen. Der Entwurf für die Berufsschule stammt von der pbr Planungsbüro Rohling AG. Das Architektur- und Ingenieurbüro wurde vom Generalunternehmer Ed.Züblin AG beauftragt. Neben der Architekturplanung erbrachte pbr auch die Tragwerksplanung. Die Neustrukturierung wurde im Rahmen einer Öffentlich-Privaten-Partnerschaft (ÖPP) realisiert. Die Bausumme betrug 24 Millionen Euro.

Ziel der Neugestaltung der Beruflichen Schulen des Kreises Pinneberg war die Errichtung einer funktionsfähigen Schule mit individuellen Nutzungen und Funktionsbereichen, die Identität stiftet und ein hohes Maß an Aufenthalts- und Lernqualität für Schüler und Lehrer bietet. Die Einbeziehung der vorhandenen Bebauung und der während der gesamten Bauphase stattfindende Schulbetrieb stellten besondere Herausforderungen an den Entwurf und die Realisierung der Baumaßnahmen. Auf einer Gesamtfläche von 22.400 m2 ist ein Gebäudeensemble entstanden, das sich aus einem Neubau für den Fachbereich Gewerbe KFZ, einem neu errichteten Hauptgebäude und dem bestehenden Verwaltungs- und Schulgebäude aus dem Jahr 1995 zusammensetzt.

 Da sich die neuen Baukörper in den Kontext der bestehenden Bebauung einfügen sollten, erforderte der Entwurf für das Gebäudeensemble eine zeitgemäße Architektur mit regionaler Charakteristik. So wählten die Architekten der pbr AG für die Fassadengestaltung des Hauptgebäudes eine Materialkombination aus rotbuntem, ortstypischen Ziegelstein für den Sockel und pastellroter Faserzement-Vorhangfassade für die beiden Obergeschosse. In den Obergeschossen wurden die Fenster als durchlaufende Fensterbänder ausgebildet, während für das Erdgeschoss Einzelfenster in abwechselnd angeordneten Grundformaten gewählt wurden. Der Neubau für den Fachbereich Gewerbe KFZ erhielt in allen Geschossen eine Fassadenbekleidung aus rotbuntem Ziegelstein.

Das dreigeschossige Hauptgebäude wurde in Form eines Atriums errichtet und damit logisch in den städtebaulichen Kontext eingebunden. Um dem Gebäude eine klare Orientierung zuzuweisen und eine Sichtbeziehung vom angrenzenden Wald zum Pausenhof herzustellen, wurde im Atrium ein 16 m breiter, zweigeschossiger Durchgang eingerichtet. Größtenteils ist der Baukörper in zweibündiger Grundrissstruktur konzipiert. Dabei steht das Erdgeschoss u.a. den übergeordneten Nutzungen wie Pausenhalle, Fachraum Musik, Speiseraum sowie dem Fachbereich Ernährung und Hauswirtschaft und dem Gewerbe Bau zur Verfügung. Auch der Fachbereich Sozialpädagogik ist hier in der Nähe des Haupteingangs situiert, um lange Wege für die Kindergartengruppen zu vermeiden. Alle Verkehrswege im Hauptgebäude sind bewusst offen konzipiert, so dass an den Flurenden und in den Fluraufweitungen je nach Bedarf offene Bereiche generiert werden können. Diese bieten durch eine natürliche Belichtung attraktive Lern- und Aufenthaltszonen. Mittels einer wettergeschützten und behindertengerechten Brücke wurden das Hauptgebäude und das Bestandsgebäude aus dem Jahr 1994 im ersten Obergeschoss miteinander verbunden.

 Die zweigeschossige Pausenhalle des Hauptgebäudes stellt mit ihrer raumhohen Verglasung, einer Galerie und den offenen Komforttreppen den zentralen Aufenthaltsraum für die Schüler dar. Von hier aus können sowohl die einzelnen Fachbereiche als auch die Verwaltung erschlossen werden. Aufgrund ihres Zuschnitts und des fest integrierten Musikraums ist die Pausenhalle als multifunktionaler Raum, insbesondere für Veranstaltungen optimal geeignet. Unmittelbar an die Pausenhalle angeschlossen sind die Speiseräume und die Lehrküche. Beide Räume können durch eine mobile Trennwand je nach Bedarf zusammengeschlossen als große Mensa oder getrennt als einzelne Räume genutzt werden. Ebenso ist der innenliegende Pausenhof unmittelbar von der Pausenhalle aus erreichbar.

Der Neubau für den Fachbereich KFZ wurde an der Stelle der ehemaligen KFZ-Werkstatt errichtet und über eine gläserne Fuge mit Treppenhaus an das bestehende Schul- und Verwaltungsgebäude aus dem Jahr 1995 angeschlossen. Hier befindet sich der neue Eingang für die Fachbereiche Gewerbe KFZ, Gewerbe Metall und Berufsvorbereitungsjahr. Der Neubau für den Fachbereich KFZ wurde bewusst zwischen dem bestehenden Schul- und Verwaltungsbau und dem Werkstattgebäude aus dem Jahr 2004 platziert, um die Funktionsbereiche Metall und KFZ in räumlicher Nähe zueinander anzuordnen. Auf diese Weise konnten lange Wege zwischen den häufig kooperierenden Fachbereichen vermieden werden.


Standort: Pinneberg
Bundesland: Schleswig-Holstein
Land: Deutschland
Baujahr: 2015


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