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Chilehaus in Hamburg – Elastomerbitumenschweißbahn kam zum Einsatz

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Mit seiner expressionistischen Backsteinarchitektur zählt das zwischen 1922 und 1924 nach Plänen von Fritz Höger errichtete Chilehaus in Hamburg zu den bedeutendsten Architekturentwürfen aus der Zeit der Weimarer Republik. Markanter Blickfang des neun Geschosse hohen, dabei durch zwei Innenhöfe untergliederten Komplexes ist seine dynamisch zugespitzte, assoziativ durch einen Schiffsbug inspirierte Gebäudekante in Richtung Osten, die den Bau schnell zur bedeutenden Stilikone und zu einem der bekanntesten architektonischen Wahrzeichen der Hansestadt werden ließ.

Zwar stellt das Chilehaus kein Bauhaus-Objekt im eigentlichen Sinne dar, doch durch die bewusste Abkehr vom historistischen Stilpluralismus der Gründerzeit und durch die Suche nach einer radikal neuen Ästhetik steht es dennoch in direktem Zusammenhang mit den Auffassungen des Neuen Bauens. Auftraggeber des mächtigen Kontorhauses war seinerzeit der amerikanische Kaufmann Henry Sloman. Dessen erfolgreicher Handel mit chilenischem Salpeter hatte dem Haus nicht nur seinen exotischen Namen gegeben, sondern schuf letztlich auch die finanzielle Basis dafür, dass das Gebäude trotz der damals herrschenden Inflation fristgerecht fertiggestellt werden konnte.

Mit der ungewöhnlichen Gebäudeform einher geht eine große Vielfalt an Dachformen mit unterschiedlichem Gefälle. Die Auswahl reicht von einfachen Satteldächern über Walmdächer und umgekehrte Walmdächer bis hin zu Pult- und Zeltdächern mit wechselnden Gefällen von 1 bis 30° Grad. Ein weiteres charakteristisches Detail der Architektur ist die ausdrucksstarke Gestaltung der rötlich braunen Backsteinfassaden, die städtebaulich eine Brücke zur direkt angrenzenden Speicherstadt schlagen. Mit der Verwendung von bewusst unperfekten Ausschuss-Ziegeln gelang es Fritz Höger dabei, die dynamisch-lebendige Formgebung des Gebäudes weiter zu forcieren und gleichzeitig den handwerklich-individuellen Charakter des Mauerwerks hervorzuheben.

Vielfältige Herausforderungen bei der Dachsanierung

Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte ist das Chilehaus mehrfach saniert worden, zuletzt in den 1990er-Jahren. Als wichtige bauliche Maßnahme wurden seinerzeit auch die insgesamt 5.900 Quadratmeter großen, auf fünf verschiedenen Ebenen bis zu 20 Meter hoch gelegenen Dachflächen saniert. Die eingehende Untersuchung des Bestandes hatte zuvor ergeben, dass der Dachaufbau aus zwei bis drei Lagen Bitumenbahnen bestand, die direkt auf den darunter liegenden Deckenhohlsteinen verklebt waren. Ausgehend von diesem Befund wurde schließlich entschieden, zunächst Blasen, Verkrustungen und allgemeine Alterserscheinungen der vorhandenen Bitumenbahnen zu entfernen und abzustoßen, die bestehende Abdichtung ansonsten aber zu belassen und durch einen herkömmlichen Warmdach-Aufbau zu erneuern.

In einem ersten Arbeitsschritt wurde dazu zunächst der vorhandene Untergrund mit einem Bitumen-Voranstrich vorbehandelt. Direkt darüber befestigten die Dachdecker des beauftragten  Hamburger Dachunternehmens Herbke & Riepenhausen eine einseitig mit einer Elastomerbitumenschweißbahn kaschierte EPS-Klappdämmbahn, anschließend wurde eine Polymerbitumenschweißbahn als Zwischenlage vollflächig aufgeschweißt. Als Oberlage kam eine Elastomerbitumenschweißbahn zum Einsatz.

Eine besondere Herausforderung bei der Sanierung der Dachfläche stellten die zwischen den Fensteröffnungen auf einer Länge von 300 Metern vorstehenden Klinker-Eckpfeiler dar, die sämtlich als Wandanschlüsse ausgebildet werden mussten. Ähnlich mussten auch Geländerstützen und zahlreiche andere Dachdurchbrüche eingearbeitet oder Wand- und Fensteranschlüsse hergestellt werden. Die Verwendung von Bitumenbahnen sorgte dabei in sämtlichen Bereichen für eine einfache praktische Umsetzung, da sich das Material aufgrund seiner hohen Flexibilität gerade bei Durchdringungen und Anschlüssen sehr gut verarbeiten lässt.



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