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Sanierung des Restaurants „Le Panoramic“ in Schnepfenried/Frankreich

Knapp GmbH Österreich
Sanierung des Restaurants „Le Panoramic“ in Schnepfenried/Frankreich

Ganz schön schräg ging es zu beim Umbau des Restaurants in Schnepfenried. Extra schwere Dachlasten und verwinkelte Anschlüsse erforderten eine spezielle Verbinderlösung: Mit dem Schwerlastverbinder MEGANT® konnten alle Herausforderungen bewältigt werden.

Ganz schön schräg ging es zu beim Umbau des Restaurants in Schnepfenried. Extra schwere Dachlasten und verwinkelte Anschlüsse erforderten eine spezielle Verbinderlösung: Mit dem Schwerlastverbinder MEGANT® konnten alle Herausforderungen bewältigt werden.

Wenn es Winter wird im Südelsass, beginnt die Hochsaison in Schnepfenried. Das kleine familiäre Skigebiet lockt mit fast 300 m Höhenunterschied (12 km Piste) auf 1010 bis 1258 m Höhe. Beschneiungsanlagen erlauben es, die Skisaison auf mittlerweile 110 Tage auszudehnen. Während dieser Zeit gehört die Gegend Wintersportlern ebenso wie Genießern. Jene finden sich zwischen den einzelnen Abfahrten, aber auch danach oder anstelle des Wintersports im sogenannten Panoramarestaurant am Berg ein, um sich auszuruhen, zu speisen, oder einfach nur die Landschaft zu bestaunen.

Bis vor kurzem war insbesondere letzteres nur eingeschränkt möglich, da – ungeachtet des Namens Panoramarestaurant – lediglich auf der Nordseite des Gebäudes ein Aussichtsbalkon vorhanden war. „Das Restaurant war in den 70er Jahren als Urlaubsdomizil für Mitarbeiter der französischen Post gebaut worden“, erzählt Thomas Weulersse, Architekt bei Ateliers d-Form, das die Sanierung des Restaurants geplant und gesteuert hat. Vor etwa sechs Jahren hatte schließlich der Staat das Anwesen erworben, das zu diesem Zeitpunkt nach mehr als 30 Jahren Betrieb schon lange nicht mehr den heutigen Ansprüchen genügte. Eine Außendämmung fehlte, auch die Heizung musste dringend modernisiert und erneuert werden. Zudem war in dem Baukörper neben einem Restaurant auch eine Wohnung integriert, die Raum beanspruchte, aber nicht mehr benötigt wurde, während der Gastronomiebereich angesichts der vielen Gäste zu klein geworden war.

Mehr Raum für Gäste und freie Aussicht

Ein Umbau hat nun alle diese Mängel beseitigt und den bieder anmutenden Bestand in ein pfiffiges Highlight im Schnee verwandelt. Im Erdgeschoss des Hauses entstanden Räumlichkeiten für Sanitäter und die Polizei. Auch eine Skivermietung ist hier untergebracht. Daneben liegen die Sanitäranlagen sowie das Lager der Küche. Das obere Stockwerk steht ganz im Zeichen des Gastes. Der ehemalige Nordbalkon wurde in das Gebäude integriert, sodass auf diese Weise mehr Sitzplätze gewonnen werden konnten. An der Süd-, West- und Ostfassade entlang zieht sich ein umlaufender Balkon, der die Gäste an sonnigen Tagen dazu einlädt, ihr Mittagessen draußen zu genießen. Die komplette Außenfront ist großflächig verglast, der Blick in die Schneelandschaft von überall möglich. Bar, Küche und Tresen, Aufzug und Treppen rückten in die Mitte des Obergeschosses. Der hier zentrierte, ellipsenförmige Kern bietet Platz für alle Funktionen, die dem Service und der Erschließung des Restaurants dienen. Bis zu 700 Menschen können im großzügigen und gleichzeitig in viele kleine Zonen gegliederten Gastronomiebereich gemütlich speisen. Geschicktes Innenraumdesign macht es möglich, dass sich die Besucher jedoch auch dann nicht verloren fühlen, wenn mal weniger Andrang herrscht.

Auch von außen ist die 70er-Jahre-Architektur moderner Kreativität gewichen. Die ursprünglich vertikal strukturierte regelmäßige Holz-Aluminium-Fassade ist einer lebendigen Version mit schräger Verglasung gewichen. „Das neue Dach nimmt die Schrägen auf und führt sie in der dritten Dimension weiter“, informiert Weulersse. Dazu vereinfachten und verstärkten die Planer das ursprüngliche Satteldach und setzten darauf drei Spitzgauben. „Seit dem Umbau gibt es keine waagerechte Traufe mehr auf dem neuen Dach, keinen rechtwinkligen Ortgang, nichts ist schlicht und geradlinig. Alles war daher bei den Bauarbeiten etwas komplizierter als sonst üblich“, lacht Mininger, der als Ingenieur des Holzbauunternehmens Dattler die Zimmererarbeiten für das Panoramarestaurant leitete.

Fast 8 Tonnen Last pro Verbinder

Die hohen Lastanforderungen aufgrund der in Schnepfenried vorliegenden Schneelasten sowie die Dachschrägen stellten enorme Ansprüche an die Verbinder zwischen den Dachbindern und deren Auflagern. „Fast 8 Tonnen Last ruhen auf jeder Befestigung“, verrät der Holzbaufachmann: „Derartiges Gewicht können normalerweise nur vom Schlosser sonderangefertigte Verbinder aufnehmen. Diese lassen sich in der Regel aber nicht unsichtbar verankern, sodass man später Bohrungen und Verschraubungen sieht.“ Weil die Architekten aber nicht sichtbare Anschlüsse gefordert hatten, musste nach einer Alternative gesucht werden.

Sie fand sich im Schwerlastverbinder MEGANT der Knapp GmbH. Das System setzt sich aus drei Bestandteilen zusammen: Grundplatten aus hochfestem Aluminium mit Befestigungsbohrungen von 45 und 90 Grad, innen konisch geformten und mit Befestigungsbohrungen versehenen Spannbacken aus Aluminium und aus Gewindestangen mit Beilagscheiben und Sechskantmuttern. Mit seiner Hilfe lassen sich Haupt- und Nebenträger passgenau verbinden, ohne dass individuelle Anpassungen vorgenommen werden müssen. Bei diesem Schwerlastverbinder können die Monteure die Binder zudem sowohl von oben, als auch von unten einhängen. Die Montage wird sehr erleichtert durch die Einhängevorgänge mit nur geringer Hubhöhe von 2 Zentimeter. Nicht zuletzt lassen sich mit MEGANT auch schräge Anschlüsse an Holz und Beton in teils flachen Winkeln ab 40 Grad hervorragend bewältigen. Dabei ist die Montage nicht schwerer als die eines Möbelbausatzes.

Vormontage in der Werkstatt

Nach der Vordimensionierung durch das kompetente Technik-Team von Knapp und entsprechender Beratung durch den Gebietverkaufsleiter der Knapp GmbH in Frankreich, Joel Fruhauff, setzten die Holzbauer MEGANT 400/100 mm ein. Zudem wurden RICON S 290/80 mm verbaut. Dies sind ähnlich konzipierte Verbinder, die jedoch für eine normale Belastung ausgelegt sind und somit an statisch weniger beanspruchten Stellen eingesetzt wurden. Auch bei der Pfosten-Riegel-Konstruktion der Holz-Alu-Fassade arbeiteten die Handwerker mit RICON und montierten das Gerüst mit Hilfe von RICON 120/40 mm. „Durch die so standardisierten Verbindergrößen waren lediglich drei Varianten übrig und wir konnten sehr zügig arbeiten“, freut sich Mininger, „zumal zur Montage handelsübliches Werkzeug genügte.“

Vormontiert wurden die Verbinder bereits in der Werkstatt, in der auch die Binder abgebunden wurden. „In diese haben wir an der Abbundmaschine Vertiefungen gefräst, sodass die Verbinder auf der Baustelle komplett unsichtbar montiert werden konnten“, erinnert sich der Ingenieur. Vier Monate lang arbeiteten im Schnitt drei Mitarbeiter von Dattler am Panoramarestaurant, um die beauftragten Arbeiten – den Dachstuhl, die Fassade sowie neue Bodenbeläge – zu montieren. Allein 772 m2 Dach mussten sie in dieser Zeit realisieren. Weil die Arbeiten erst im Juli 2012 begonnen hatten und das Restaurant bereits an Weihnachten wieder eröffnen sollte, war ein hohes Arbeitstempo angesagt, um das 11 Mio. Euro teure Sanierungsprojekt rechtzeitig fertigstellen zu können. „Da war es sehr gut, dass die Montage der MEGANT so schnell ging. Rund fünf Minuten pro Verschraubung genügten, sodass wir pro Verbindung nur rund eine Viertelstunde Zeit für die Montage benötigten“, zieht Mininger Bilanz. Die neue Dachdeckung bilden eine Abdichtungsbahn auf Mineralfaserdämmung, Holzpaneele und eine zusätzliche Dämmschicht aus Zellulose, eine Trennlage sowie auf der Unterseite des Daches montierten Gipsplatten, die die Brand- und Schallschutzanforderungen des Restaurants abdecken.

Die geschlossenen Fassadenbereiche zwischen der Pfosten-Riegel-Glaskonstruktion sind außen mit Holz verkleidet. Windpappe dahinter dient der Winddichtheit. 10 cm Holzfaserplatten, eine 28 cm dicke in die Holzkonstruktion eingeblasene Zellulosedämmung, eine weitere Lage aus OSB-Platten sowie eine letzte Lage aus 4 cm Steinwollplatten zwischen Lattung und der Innenraumbekleidung aus Holz vervollständigen die Konstruktion.

Den ersten Winter hat das renovierte und umgebaute Gebäude bereits überstanden. Mit Bravour: Bauherren wie Gäste sind überzeugt von der neuen Optik, die moderne Lebendigkeit in das alteingesessene Schnepfenried gebracht hat. „Statt nur gen Norden kann man jetzt endlich ringsum auf die Berge blicken“, lacht Weurlesse: „Damit wird das Panoramarestaurant seinem Namen nun wirklich gerecht. “

Schnepfenried

Schnepfenried ist ein kleines, familiäres Skigebiet auf 1010 bis 1258 m Höhe mit ca. 12 km Piste. Ursprünglich war das Gebiet in zwei Zonen aufgeteilt, deren Skilifte von zwei unterschiedlichen Familien betrieben wurden. In den 90er Jahren erwarben mehrere Kommunen gemeinsam die Anlagen, um sie zu optimieren und weiter zu betreiben. Im Zuge dieses Vorhabens wurden die Skilifte renoviert und Schneekanonen errichtet, sodass die Skisaison von bis dahin 70 Tagen auf rund 100 bis 110 Tage verlängert werden konnte. Parallel dazu haben die Kommunen in den Gebäudebestand investiert. Neben einem Tickethäuschen entstand eine Maschinenhalle. Zuletzt wurde das sogenannte Panoramarestaurant am Berg renoviert und umgebaut.


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