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AGC Interpane: Glasbeschichtung für Thierry Boissel

Interpane Glas Industrie AG
AGC Interpane: Glasbeschichtung für Thierry Boissel

Kunst trifft Industrie

Ausstellung „Poesie aus Licht, Glas und Farbe“ / Perfekte Verbindung: Glaskunst und industrielle Hightech-Beschichtung

Thierry Boissel ist der wohl renommierteste Glaskünstler der Gegenwart. In seiner aktuellen Ausstellung „Poesie aus Licht, Glas und Farbe“ (Linnich, 11. April bis 30. August 2015) sind auch einige Kunstwerke zu bestaunen, für die teilweise industrielle Fertigungsverfahren verwendet wurden: AGC Interpane (Plattling) beschichtete mehrere Einscheibensicherheitsgläser (ESG), die zuvor bei der Glasmalerei Peters komplexe Maskierungsfolien erhielten, mit „ipachrome design“. Der Lichtreflexionsgrad des chrombasierten Mehrfachschichtsystems, das üblicherweise in der Glasarchitektur oder im Interieur Verwendung findet, ist vergleichbar mit dem eines herkömmlichen Silberspiegels. Trotzdem ist das Glas nicht blickdicht, sondern transmittiert rund vier Prozent des Lichts. Die Wirkung der Exponate zwischen Durchsicht und Spiegelung, Muster und Maskierung ist erstaunlich: Der Raum wird zum oszillierenden Gesamtkunstwerk.

Der gebürtige Franzose Thierry Boissel lebt und arbeitet seit 1991 in München und leitet an der Akademie der Bildenden Künste die Studien- und Experimentierwerkstatt für Glasmalerei, Licht und Mosaik. Spätestens nach seinem prägenden Studium bei Ludwig Schaffrath stellte Boissel die Glasmalerei in den Mittelpunkt seines künstlerischen Schaffens, fasziniert vom Material, den Bearbeitungsmöglichkeiten und der Vorstellung „Licht“ zu gestalten. Wer bei Glasmalerei nur an traditionelle Arbeiten mit Bleiverglasungen denkt, irrt – Boissel experimentiert vor allem mit industriell gefertigtem ESG, setzt Schmelzverfahren und ein selbst entwickeltes Verfahren der thermischen Verformung ein, um reliefartige Strukturen zu erzeugen. Das Ergebnis dieser Technik ist zum Beispiel eine gläserne Trennwand, die er für die Kirche St. Agatha in Altenhundem/Lennestadt erschuf: Ins Glas eingeschmolzene Punkt- und Streifenraster lassen lebendige Straßenszenen unterschiedlicher Tiefe und Intensität erscheinen. Je nach Winkel der Betrachtung und dem situativen Lichteinfall sind die abgebildeten zeitgenössischen Figuren mal deutlich, mal weniger deutlich zu sehen. Das Deutsche Glasmalerei-Museum in Linnich – übrigens das einzige seiner Art in Deutschland – zeigt einen Ausschnitt aus dieser Arbeit – das Probestück „Zeitzeugen“ von 2011.

Doch Boissel arbeitet nicht nur mit Schmelzverfahren, sondern auch mit komplexen Maskierungen und Spiegelungen, in diesem Fall sogar in Zusammenarbeit mit industriellen Partnern. Für das Exponat „Farbgedichte“ (Couleurs de poèmes, 2011) wurden in leuchtenden Email-Farben große runde Farbkörper auf Floatglas aufgetragen. Das Exponat platzierte Boissel frei hängend im Raum, so dass die Farbkörper zu schweben scheinen. Die Anordnung der Farbkleckse folgt einem Code: Jede Farbe ist einem Buchstaben zugeordnet. Durch die Anordnung tritt das Wort neben die Farbe und die sinnlichen Wahrnehmungen verschmelzen – der Erlebnisraum wird erweitert. Den „Schattenwurf“ bildet ein dazugehöriges Exponat, das in einer Ecke des Raums aufgestellt wurde – eine Glasscheibe, auf der sich die Schatten der bunten Farbkörper als Spiegelung wiederfinden. Diese Schatten sind eine der „ipachrome design“-Teilbeschichtungen, die nach sorgfältiger Maskierung (Glasmalerei Peters) von AGC Interpane am Standort Plattling im industriellen Magnetron-Sputterverfahren aufgebracht wurden – in örtlicher Zusammenarbeit mit dem Künstler.

Eine nicht minder spektakuläre Erfahrung für den Betrachter dürfte eine weitere (T)rauminstallation Boissels sein: Exklusiv für die Ausstellung in Linnich kreierte Boissel einen rundum komplex und mathematisch exakt gemusterten Raum in Schwarz und Weiß, bei dem es unter Einbeziehung von beidseitigen ipachrome-Spiegelungen um die Interaktion von Licht, Wand, Exponaten und Raumwahrnehmung geht. Besonders im Vorbeigehen, bei sich veränderndem Lichteinfall und Betrachtungswinkeln, ergeben sich immer neue Wahrnehmungen. Der Raum beginnt durch die Wechsel aus Durchsicht und Spiegelung zu oszillieren. Boissel schuf innerhalb dieses Exponats zusätzlich einen wahren Kontrast-Anker, der den Betrachter ins Hier und Jetzt zurückbringt: Ein Randbereich des Exponates ist durch Heißverformung mit einem Relief versehen, das im Wechsel zwischen Durchsicht und klassischem Schwarzlot die gleichen Muster wiedergibt. Die Kombination mit Reliefs ist Teil vieler Exponate. Hier wurde geschickt weitergedacht: Das Museum wird Führungen für blinde Menschen anbieten, die die Exponate so auch „ertasten“ können – großartige Kunst zum Anfassen.

Details und weitere Bilder zur Ausstellung finden Interessierte auf www.glasmalerei-museum.de oder auf www.boissel.de.



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