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Edelstahl Oberfläche als Spiegel auf der Hofseite des Fouquet’s

Hotel | Paris (FRA) | Aperam Stainless Services & Solutions Germany GmbH
Ein monumentaler Spiegel auf der Hofseite des Fouquet’s

Inmitten des Goldenen Dreiecks im 8. Bezirk von Paris ist das 5* Hotel Fouquet’s Barrière Paris eng mit der bewegten Geschichte der Fouquet’s Brasserie verbunden. 1899 kaufte Louis Fouquet, ein Limonadenhersteller, einen Gasthof für aus Longchamp zurückkehrende Kutscher und taufte ihn auf den Namen The Criterion-Fouquet’s Bar, eine zu dieser Zeit modische Anglisierung, ähnlich dem berühmten Bistro Maxim’s (in der rue Royale). Dieses Café in einem Haussmann-Gebäude aus dem Jahr 1863 an der Avenue des Champs-Elysées war während des Ersten Weltkriegs bei Fliegern und Kampfpiloten sehr beliebt.

1913 trat der Gastronom Léopold Mourier die Nachfolge von Louis Fouquet an und verwandelte das Bistro in eine Luxusbrasserie, welche ganz Paris anzog und sich in den 30er Jahren zu einem beliebten Ort für Kinostars entwickelte. In den 50er Jahren machten Filmemacher der Nouvelle Vague wie François Truffaut und Jean-Luc Godard es zu ihrem regelmäßigen Treffpunkt. Dieser mystische Ort wurde 1976 vom Gastronom Maurice Casanova gekauft und ist seit daher Veranstaltungsort des Mittagessens der César-Nominierten und des Gala-Dinners im Anschluss der Preisverleihung. Das Fouquet’s, das 1988 drohte, in ein Einkaufszentrum verwandelt zu werden, konnte dank des öffentlichen Protests von Persönlichkeiten aus der Unterhaltungsbranche und des Eingreifens des Kulturministers Jack Lang gerettet werden, der 1990 seine Innenausstattung unter Denkmalschutz stellen ließ.

Das 1998 von der Hotelgruppe Barrière übernommene Fouquet’s wurde 2006 mit einem vom Architekten Edouard François entworfenen und von Jacques Garcia dekorierten gleichnamigen Hotel ergänzt. Von 2017 bis 2019 wurde das Pariser Büro VEI beauftragt, dieses bemerkenswerte Bauwerk in seinem ursprünglichen Zustand zu restaurieren.

Anpassung an geltende Normen

Die 81 bestehenden Zimmer erhielten ein neues Aussehen und die Innenräume des Hotels wurden umstrukturiert und auf den aktuellen Sicherheitsstandard eines der Öffentlichkeit zugänglichen Gebäudes gebracht. Für den Komfort wurden vorgeschriebene Elemente hinzugefügt, wie z.B. die Installation von Rampen für Personen mit eingeschränkter Mobilität, die Einrichtung eines Aufzugs und Schachtnetzes sowie die Renovierung von Fenstern, die eine leistungsstarke Schalldämmung bieten. VEI hat das Hotel um 19 Zimmer erweitert und auf den drei oberen Stockwerken (plus Dachgeschoss) Suiten über der Brasserie eingerichtet, die einen unvergleichlichen Blick auf den Arc de Triomphe bieten, wobei im ersten Stock die Empfangsräume untergebracht sind. Es sei darauf hingewiesen, dass zwei der sieben bestehenden Gebäude, die an dieser Erweiterung beteiligt sind und sich in der Avenue des Champs-Elysées 97 und 99 befinden, im Rahmen des Bebauungsplans einem „Schutzgebiet von Paris“ unterliegen.

Ein Kulturerbestatus, der die Erhaltung und Aufwertung der architektonischen und strukturellen Merkmale der Gebäude, wie z.B. des Quaders, der Gesimse usw., ermöglicht. In Bezug auf die Organisation der Flächen verfügt das Hotel über einen einzigen Eingang (Avenue George V) und eine Halle, der die verschiedenen Flügel vereint und verteilt. Der Komplex mit 100 Zimmern verfügt über fünf Essbereiche, darunter eine Brasserie, drei Bars und ein Café mit privatem Innengarten, sowie ein Hallenbad, eine Sauna, einen Whirlpool und einen Kinder- Fitnessraum. Darüber hinaus entwickelte VEI ein kreatives Projekt, das sich auf zwei gezielte Eingriffe bezog, von denen eine die Ecke des neu gestalteten Gebäudes betraf, in der das Ochsenauge des Firsts vergrößert wurde.

Ein spielerischer, spiegelpolierter Bildschirm aus Edelstahl

Der andere Eingriff betrifft den Innenhof im Herzen des Blocks, der, von Lüftungskanälen umgeben, aufgewertet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Die Idee der Architekten war es, eine Wandattrappe zu schaffen, welche die Giebelwand (Norden) bedeckt und zwei Gebäude miteinander verbindet. Diese „zeitgenössische Installation» zeigt eine 18 m hohe und 10 m breite Riesenleinwand, die den Hof vergrößert, Licht einfängt und Reflexionen erzeugt. Diese ebene und haltbare Spiegelwand besteht aus 27 Verbundplatten mit einer Höhe von 6 m und einer Breite von 1,50 m, die in drei Streifen mit einem spitzen Muster angeordnet sind. Jedes Modul wurde maßgefertigt und besteht aus zwei Aperam-Edelstahlblechen – mit einer 1,5 mm dicken, spiegelpolierten 316L-Edelstahlfläche aus Meca 8ND – und einem Kern aus thermoplastischem Schaumstoff.

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Diese Bleche wurden per Laser geschnitten und auf jede Seite der starren Platte geklebt. Vor dem Einbau des Spiegels hat das Büro Smac den Hof gescannt und ein ausgefeiltes 3D-Modell erstellt, um die Abmessungen der Edelstahlmodule zu definieren und zu erfassen. Das Tragwerk besteht aus vertikalen IPE 120-Profilen, die auf den alten Plattenstützen der Zwischenwand verankert sind. Auf diesen Stützen sind Pfetten verschraubt, die zum Verklammern der auf Stoß montierten Edelstahlmodule verwendet werden. In dem Wissen, dass von Konstrukteuren und Unternehmen viel Vorarbeit geleistet wurde, um eine effiziente Installation ohne Anpassung der Komponenten vor Ort zu gewährleisten. Die nicht richtungsgebundene Spiegelpolitur (Meca 8ND) ist frei von jeder Spur von Politur und reflektiert perfekt die gegenüberliegende Fassade… eine verblüffende Art und Weise, den Eindruck einer Verdoppelung der Oberfläche des Hofes zu erwecken. Diese Wand ist vollkommen widerstandsfähig gegen die städtische Atmosphäre und leicht zu pflegen. Sie wird die Zeit überdauern, ohne ihren Glanz zu verlieren oder Falten zu bekommen.

Diese bereichernde Zusammenarbeit zwischen Architekten und Industriellen, in Form des Duos Vous Êtes Ici Architectes-Euro-Shelter, wurde für dieses Projekt mit dem ersten Preis 2019 der sechsten Ausgabe von Duo At Work ausgezeichnet.

Bautafel

Ort: paris, Frankreich
Architekten: Maison Edouard François
Produkte: Werkstoff: 316L/1.4404, Oberfläche: Uginox Meca 8ND® Non Directional Super Mirror Finish, Dicke: 1.5mm (Infos unter: www.uginox.com)

 

Schulgebäude Miriam Makéba



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