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Dust and Data

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13. Internationales Bauhaus Kolloquium

Im Jahr 2016 wird das 13. Internationale Bauhaus-Kolloquium der Bauhaus-Universität Weimar unter dem Titel ›Dust and Data‹ sowohl die bald einhundertjährige Geschichte des Bauhauses an den ursprünglichen Wirkungsstätten Weimar, Dessau und Berlin, als auch die Geschichte seiner internationalen Rezeption und Migration reflektieren. Es wird aber auch das vierzigjährige Jubiläum des Bauhaus-Kolloquiums, das durch seine Geschichte inzwischen selbst zu einer historiographischen Institution, einem Barometer in einer sich verändernden politischen und kulturellen Landschaft geworden ist, zum Anlass nehmen, um über neue Methoden der Geschichtsschreibung und der Produktion und Analyse von Architektur nachzudenken.

Auf dem 13. Internationalen Bauhaus-Kolloquium werden gemeinsam mit dem Young Bauhaus Research Colloquium, das durch einen Call for Papers international zu Vortragsbeiträgen aufgerufen hat, international namhafte Architekten, Künstler, Historiker, Theoretiker, Medienwissenschaftler und Forscher zu den vier Themenkomplexen Objekte, Archive, Migration und Data neue Projekte und Methoden ihrer Praxis vorstellen.

Konferenzthema ›Dust and Data‹

Die Architektur- und Kulturtheorie beschäftigt sich derzeit verstärkt mit den Medien und Werkzeugen der Geschichtswissenschaften und damit verbunden auch mit unserer Fähigkeit, die uns umgebenden und übermittelten Geschehnisse in ihrer Bedeutung zu erfassen und zu verstehen. Die objektorientierte Philosophie versucht, Objekte nicht nur ontologisch zu analysieren, sondern sie auch auf ihre Rolle als Agenten der Geschichte und in gegenwärtigen Ereignissen zu untersuchen. Den Objekten oder auch Dingen wird in diesen Betrachtungen eine Handlungsfähigkeit, sogar ein Geltungsanspruch neben Subjekten und Textüberlieferungen zur Analyse der Geschichte zugesprochen. Wenn sich Dinge jedoch in ihrer spezifischen Ereignishaftigkeit, Materialität und Performativität in neuen Bedeutungszusammenhängen lesen lassen, fordern sie eine historiographische Neuordnung, die sich wiederum auf Gebrauchs- und Sammlungspraktiken sowie Kriterien der Erhaltung und Analyse von materiellen Dingen, wie Bauwerke, Artefakte oder Dokumente, auswirken.
Hier sind die Erfahrungen der Disziplinen gefragt, die sich traditionellerweise mit dem Erhalt von Dingen beschäftigen. Doch welche Auswirkungen haben diese neuen Lesarten auf die zeitgenössische Praxis der Architektur? Während die Materialität der Dinge selbst einen neuen Inhaltsgehalt verspricht und die Dinge als mitteilend, agierend und sogar sprechend verstanden werden können, werden sie auf der anderen Seite durch Codes, Algorithmen, Netzwerke und Datenbanken ersetzt, das heißt abstrahiert und entmaterialisiert. Die Herausforderung historischer Forschungen ist es somit, Objekte zugleich auf ihre Materialität und Fähigkeit des Handelns, als auch auf ihre Muster und Funktionsweisen in Netzwerken und digitalen Datenverbindungen hin zu untersuchen. Letzteres erlaubt uns, komplexe Handlungsabläufe, Migrationsbewegungen und historische Verbindungen nachzuvollziehen, die in der Architekturgeschichte unsichtbar und unbekannt geblieben wären.

Das 13. Internationale Bauhaus-Kolloquium wird die Herausforderung an die heutigen Geschichtswissenschaften reflektieren, sich zum einen auf die Materialität der Dinge und die Deutung der in sie eingeschriebenen Informationen einzulassen und zum anderen sie zu entmaterialisieren und in komplexe Datenbanken zu übersetzen. Architekten, Gestalter, Historiker, Theoretiker, Medienwissenschaftler, Künstler und Kuratoren werden sich über die veränderten Wahrnehmungen des Objektes und historiographische Probleme auf dem Gebiet der Architektur, Kunst und Kultur austauschen. Es soll diskutiert werden, inwiefern Orte des Sammelns, Speicherns und Archivierens kontinuierlich ihre historischen Ordnungssysteme in Frage stellen und inwiefern die neuen Möglichkeiten von Big Data, komplexe Ereignisse bis hin zu Migrationsprozessen zu verarbeiten und zu steuern, eine kritische Verschränkung von Mensch und Maschine erzeugen.

Ausgangspunkt und zentrale Fallstudie dieses Kolloquiums ist die Geschichtsschreibung des Bauhauses und die Geschichte des Bauhaus-Kolloquiums selbst. Die Geschichte des Bauhauses ist eine Geschichte der Migration: seiner Architekten, Künstler, seiner Dokumente, Objekte und selbstverständlich auch seiner Ideen, die sich nach 1933 in alle Welt verstreuten. Einige Protagonisten des Bauhauses gründeten Schulen in Ost und West, wie das Chicagoer New Bauhaus, das Black Mountain College, die Hochschule für Gestaltung in Ulm, Schulen im Ural, Afrika oder Lateinamerika, die sich den politischen und fachlichen Orthodoxien ihrer Zeit entgegenstellten und Raum für freies Denken und Imagination boten.

So wie das Bauhaus und seine Rezeptionsgeschichte, ist auch die Architektur ein Medium, das komplexe geopolitische Transformationen im globalen Maßstab lesbar macht. Diese Befragung der Architektur ist umso wichtiger in einer Zeit, in der Flüchtlinge und Migranten Europa in Zahlen erreichen, wie sie seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges nicht mehr verzeichnet wurden. Architekten und Theoretiker sind somit dazu aufgefordert, Konzepte wie Identität, Stadt und Wohnen sowie den Erhalt von Gebäuden und Denkmälern zu erweitern und zu hinterfragen.

Die Anmeldefrist für beide Veranstaltungen endet am 23.Oktober 2016.

Young Bauhaus Research Colloquium:
Mittwoch, 26. Oktober bis Donnerstag, 27. Oktober 2016
Ort: Hauptgebäude, Bauhaus-Universität Weimar, Geschwister-Scholl-Straße 8, 99423 Weimar

13. Internationales Bauhaus-Kolloquium:
Donnerstag, 27. Oktober bis Samstag, 29. Oktober 2016
Orte:
Audimax in der Universitätsbibliothek und Hauptgebäude der Bauhaus-Universität Weimar (siehe Programm)

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