Neubau Lycée Français de Vienne und Umbau Studio Molière

StandortWien
AdresseLiechtensteinstrasse 37A, 1090 Wien, Österreich
GebäudetypKulturbauten
Baujahr2016
BauzeitraumPlanung Ende 2012 | Baubeginn März 2015 | Fertigstellung Schulbau Mai 2016 - Studio Oktober 2016
Baukosten4 800 000 €

Die kulturelle Funktion „Theater“, dessen besondere Lage und Organisation in einem Gebäude historischen Ursprungs und die Identität des Schulneubaus stehen im Mittelpunkt des Entwurfs.

Der Versuch, die alte Reitschule im 19. Jhdt. großzügig zu öffnen, spiegelt sich im neuen Schulgebäude wider und wird auf einem zeitgemäßen Niveau realisiert. Dieses Spiel der Gegensätze - der verschiedenen Technologien – Bauweisen, Materialien und Energietechnik) - drückt sich –nicht zuletzt - auch in der Spiegelung des alten Gebäudes in der Fassade des Schulneubaus aus. Dieser Effekt dreht sich bei Dunkelheit um, wenn das Schulgebäude das alte Studio mit beleuchtet.

Der Schulbau
Das Studio-Gebäude und seine Fassade respektierend, befindet sich das neue Schulgebäude im Südwesten, um einen neuen gestalteten Freiraum abgerückt. In seiner Fassade spiegelt sich die historische Fassade des Studio-Gebäudes, wodurch dieser Ort seinen besonderen Charakter erhält.
Diese Besonderheit wird durch die Orientierung des Gebäudes und der darin enthaltenen Funktionen, die reduzierte Detaillierung seiner Fassadenkonstruktion, sowie die lichttechnische Inszenierung dieser Atmosphäre auch in der abendlichen Stimmung unterstrichen.
Die Schule ist in einem klar Ost/West-orientiertem Baukörper organisiert. Die horizontale Erschließung der Klassenräume wendet sich dem Studio-Gebäude zu, wodurch dieses in mehreren Höhen von den Schülern erlebt werden kann. Der Eingang befindet sich unmittelbar gegenüber dem bestehenden Ausgang des Studio Moliere.

Das Studio Molière
Der neue Eingangsbereich ist von der Gebäudeflucht abgerückt in das Gebäudevolumen „eingestellt“, um dem Besucher mit einem überdeckten Vorplatz Raum zur ersten Orientierung und zum Verweilen, bzw. Warten auf andere Besucher zur Verfügung zu stellen. Durch das Entfernen der beiden bestehenden Decken erhält dieser Raum eine Großzügigkeit, die dem Besucher bereits hier die besondere Funktion ankündigt.
Nach dem Durchschreiten des Empfangsbereichs vermittelt das Foyer dem Besucher einen weiteren Eindruck der angekündigten Großzügigkeit der Gebäudestruktur. Der Raum ist bis zur Dachdecke geöffnet, die freigelegten hohen Spitzbogenfenster lassen sowohl am Tag, aber auch abends vor Beginn der Vorstellungen viel Licht in das Foyer. Der 7,60 m hohe Raum kündigt den dahinter liegenden Saal an. Er „vermittelt“ aber auch als Verbindungsglied zum neuen Schulneubau und – in weiterer Folge dem Schulbestand.
Der Saal, dessen strukturelle und materielle Konzeption - aus ökonomischen Gründen - unverändert bestehen bleibt, beschließt diese großzügige Raumfolge und führt sie in eine intime Theateratmosphäre über.

Hertha Hurnaus http://www.hurnaus.com/


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