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[Einleitung]
Kunst am Bau
Blickfang für die Öffentlichkeit
Für den einen ist es ganz klar definiert, für den anderen noch lange nicht: Kunst am Bau. Was heißt das eigentlich? Wo fängt Kunst am Bau an? Und wo hört die Grenze zu Kunst am Bau auf? Eine Antwort auf diese Fragen ist schwierig. Die Grenzen scheinen zu verwischen, aber in einem sind sich alle einig: Kunst am Bau ist ein Beitrag zur Umweltgestaltung.

Sei es eine Wandbemalung oder ein Bild im Gebäude, eine Installation oder Lichtgestaltung, ein Kunstobjekt, das im Gebäude integriert ist, eine Skulptur vor dem Bau oder der Eingriff durch künstlerische Arbeiten am Bauwerk selbst. Im Allgemeinen sind es Werke, die im Dialog mit der Architektur und ihrem Umfeld stehen. Durch Kunst am Bau werden die betreffenden Gebäude unverwechselbar und unterscheiden sich eindeutig von anderen. Oftmals entsteht durch die künstlerischen Arbeiten ein positives Bild in der Öffentlichkeit. Zumindest stößt Kunst am Bau auf Neugier und Interesse – sei es bei Mietern, Nutzern, Passanten oder den Medien. Die Presse reagiert mit Kommentaren oder Berichten und trägt so zur Imagebildung von Gebäuden bei. Deshalb wird die „Baukunst“ auch immer mehr als Marketinginstrument in der Immobilienbranche eingesetzt. Besonders auffällig ist der Beitrag von Kunst am Bau an Kindergärten, Schulen und Industriegebäuden. Triste Architekturgebäude verwandeln sich durch künstlerische Kreativität und werden mit einem „neuen Kleid“ ein Blickfang für die Öffentlichkeit. Dadurch lassen sie sich besser vermarkten.

Die Berufsverbände der bildenden Kunst bemühten sich bereits in den Zwanziger Jahren um eine staatlich garantierte Beteiligung von Künstlern. Damals sollte den „Hungerkünstlern“ ein Auskommen durch die öffentliche Hand gesichert werden. Auch in den Zeiten des Wiederaufbaues der Städte wurde die Forderung nach Förderung der bildenden Künste laut. Eine staatlich garantierte Beteiligung gibt es zwar immer noch nicht, dafür jedoch eine Richtlinie, die besagt, dass bis zu zwei Prozent der Bauwerksumme für Kunst am Bau ausgegeben werden „kann“. Diese Richtlinie gibt es auf Landes-, Bundes- und Städteebene, wobei jede Stadt für sich selbst entscheidet, inwiefern sie auf diese Richtlinien eingeht.

Die Stadt München hat beispielsweise eine Kunstkommission gegründet, die mehrheitlich mit Kunstfachleuten besetzt ist. Im Gegensatz zu anderen Städten, hat sich die Stadt München dazu verpflichtet, die prozentuale Forderung zu erfüllen. Mittlerweile bekennt sich auch die Bundesregierung zu ihrer kulturpolitischen Aufgabe:
„Bei der Initiative Baukultur ist die Kunst am Bau ein wichtiges eigenständiges Element, das wir stärken wollen.“ Das sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, Achim Großmann, am 11. März diesen Jahres bei der Eröffnung des Expertenworkshops „Kunst und Architektur bei Bundesbauten“ in Berlin. Kunst am Bau als eigenständiges Element verweist auch auf die meistens vom Architekten unabhängige Arbeit des Künstlers. Oft sind es jedoch künstlerische Antworten auf die Architektur, die die Baumeister vorgeben. Einige Antworten möchten wir Ihnen auf den folgenden Seiten vorstellen.

Text: Nicole Böhle

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